Leserbrief zum Artikel: Heiligenstadt setzt auf Windkraft

Foto:Ronald Rinklef
 

Die Auseinandersetzung zur Windenergie wird außerordentlich emotional geführt und häufig wenig in dem Kontext, in dem sie gesehen werden muss. Schließlich geht es nicht darum, eine Energiequelle durch eine andere zu ersetzten, sondern das Erdklima in einem Zustand zu retten, der dem heutigen Stand ähnlich ist und allen Menschen Lebensraum bietet.

Dazu muss Deutschland bis 2050 die Kohlendioxidemissionen um 80-90 % gegenüber 1990 senken - das mittelfristige Ziel einer Senkung um 40 % bis 2020 ist kaum mehr realisierbar. Der Ausbau erneuerbarer Energien kann dabei kurzfristig den größten Effekt erreichen, während eine umfassende Gebäudesanierung und eine völlige Neuordnung des Verkehrs eher langfristige Ziele sind. Man kann durchaus gegen die Windkraft sein (Leserbriefe FT "Der Bürger wird getäuscht, 02.05.14 und "Noch mehr Schandräder", 05.05.14),doch gehört auch dazu, sich für schnell realisierbare Alternativen der Kohlendioxidreduzierung im Landkreis Bamberg einzusetzen. Im Anbetracht der Dramatik der Situation - die leider immer nur bei extremen Wettersituationen ins Bewusstsein der Menschen rückt - ist hier eine zeitliche Verzögerung nicht angeraten und die Kommunen haben in der neuen Wahlperiode etwa 10 % Kohlendioxideinsparung zu bringen.

Umso lobenswerter ist die gemeinsame Initiative vom Markt Heiligenstadt zusammen mit den Regionalwerken Bamberg und den beteiligten Stadtwerken (FT, 07.04.14, "Heiligenstadt setzt auf Windkraft"),die Standortvorteile für die Windenergienutzung auszunutzen und im Einklang mit der Klimaallianz Bamberg die Notwendigkeit der Stabilisierung des Erdklimas wegweisend zu erkennen und umzusetzen. Den Zweiflern an der Effizienz sei gesagt (Leserbrief FT "Der Bürger wird getäuscht", 02.05.14 und "Noch mehr Schandräder", 05.05.14), dass Standorte durch aufwendige Gutachten von akkreditierten Einrichtungen begutachtet werden.

Keine Bank würde ein Projekt finanzieren, wenn die Gutachterbüros ihre Kompetenz nicht in anderen Projekten unter Beweis gestellt hätten. Ich würde mich freuen, wenn der FT die Anstrengungen der Gemeinden im Landkreis zur Realisierung der Klimaschutzziele breiten Raum einräumen würde. Dies wäre auch eine gute Möglichkeit, die Bürger auf dem komplizierten Weg der Umgestaltung unserer Gesellschaft mitzunehmen - eine rein emotional geführte Pro und Kontra Diskussion zur Windkraft schürt nur Zweifel und ist der falsche Weg.

Thomas Foken, Bischberg



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