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Helau: HAS lästert über EBN und HOH

 
von NewOpinion3 (Leserbeitrag)

Nein, Hauptstadtpresse kann man das nicht nennen. Schon aus zwei Gründen nicht: Hassfurt wirkt auf einen abgeklärten Betrachter mehr wie ein Kreiskuhhauptdorf denn als Kreishauptstadt. Und den zweiten Grund lasse ich hier weg. Aber sie können das Lästern in Hassfurt nicht lassen. Die dortige „Heimatzeitung“, die selber noch gefühlte hundert Jahre lang den Untertitel „Zeitung für den Kreis Hassfurt“ führte, wo schon seit 1972 der Kreis „Hassberge“ und nicht mehr „Hassfurt“ hieß, dieses in den Begriff „Heimatzeitung“ verliebte Blatt, um dem Namen „Hassberge“ auszuweichen, diese „Zeitung“ stänkerte also dieser Tage über „EBN“, „HOH“ und „GEO“.

In der Qualität eines Altherrenwitzes aus den 60er-Jahren bezeichnete das Blatt unsere Altkennzeichen sage und schreibe als „Exoten“. Das Wort ist ein Synonym für etwas „Fremdes“. So als wären die Kennzeichen EBN, HOH und GEO aus einem fernen, überseeischen, tropischen Land importiert worden. Man kann sich regelrecht die sengende Sonne in den Tropen vorstellen, die nicht selten zu einem Sonnenstich führt, wenn man sich nicht rechtzeitig in den Schatten begibt. Gott sei Dank, dass die Sonne in Ebern in letzter Zeit nicht so oft geschienen hat.

Sonst wäre möglicherweise hier die Fata Morgana erschienen, das HAS-Kennzeichen sei das „Standardnummernschild“ für den Landkreis und die berüchtigten drei Buchstaben seien das Akronym für das Wort „Hassberge“. Dabei wusste schon Goethe, dass Dichtung und Wahrheit nicht unbedingt ein und dasselbe sein müssen. Kleines Ratespiel: EBN steht für welche Stadt? – Ebern. HOH für? – Hofheim. Und HAS? – Leitet sich – historisch nachweisbar – von der Stadt Hassfurt ab. Punkt. Jede Interpretation darüber hinaus kann nur unbewiesene Tatsachenbehauptung sein.

Zurück zum Altherrenwitz: „Bei einem EBN-Kennzeichen sind nicht viele sinnvolle Kombinationen möglich. Leute namens ‚Ebner‘ können damit ihren Namen gestalten“, schlussfolgert die „Heimatzeitung“ altklug. Mehr sei damit nicht anzufangen. Den Hofheimern werden dafür so lustige Kombinationen wie „HOH-L oder HOH-N und HOH-OH“ vorgeschlagen.

Überhaupt fielen die „exotischen“ Kfz-Kennzeichen EBN und HOH „nicht ins Gewicht“, habe doch der damalige Landrat, Rudolf Handwerker, die Wiedereinführung unserer Heimatkennzeichen „für einen rechten Schmarren“ gehalten, so das Blatt. Das „gute alte HAS vor dem Kühler“ sei immer noch mit 95 Prozent vertreten. Was nicht verwundert, wenn in der hiesigen Presse eifrig die Mär vom „Standardkennzeichen HAS für Hassberge“ verbreitet wird. Doch ein Blick in die Realität des wirklichen Lebens hat noch keinem geschadet. Deshalb ein kleiner Tipp zum Schluss: Fragen Sie einmal die Leute auf der Straße, wofür „HAS“ steht. Dann dürfen Sie den nächsten Zeitungsartikel schreiben.

Hassfurter Heimatzeitung



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