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Briefaktion von Jehovas Zeugen aus Solidarität und Sorge um Glaubensfreiheit

 
von JZ-Coburg (Leserbeitrag)

Jehovas Zeugen in Russland droht ein Verbot ihrer Religionsgemeinschaft. Die Mitglieder der Coburger Ortsgemeinde beteiligen sich daher an einer weltweiten Briefaktion an hochrangige Vertreter der russischen Behörden.

Anlass für den Aufruf zur Aktion ist die Tatsache, dass Russlands Justizministerium unlängst beim Obersten Gerichtshof beantragt hat, „die Religionsorganisation, die Zentrale von Jehovas Zeugen, für extremistisch zu erklären, ihre Tätigkeit zu verbieten und sie aufzulösen“. „Wir schauen mit großer Sorge nach Russland“ sagt Eva Langbein, Pressesprecherin der Coburger Zeugen. „Schon seit längerer Zeit haben unsere Glaubensbrüder dort mit verschiedenen Einschränkungen ihrer eigentlich verfassungsrechtlich zugesicherten Glaubens- und Religionsfreiheit zu kämpfen. Zum Beispiel wurde die Einfuhr von Bibeln untersagt und die Website jw.org landesweit verboten. Dass jetzt sogar ein völliges Verbot unserer Glaubensgemeinschaft droht, ist für uns nicht nachvollziehbar. Man kennt uns doch überall auf der Welt als friedliche und gesetzestreue Bürger. Unsere Veröffentlichungen enthalten nichts Kriminelles und in unseren Gottesdiensten rufen wir zu Nächstenliebe auf – nicht zum Extremismus.“

Auf das drohende Verbot reagieren die Gläubigen mit einer weltweiten Briefaktion und wenden sich direkt an Vertreter des Kremls und des Obersten Gerichtshofs. „Am Wochenende haben wir von dem Aufruf erfahren und machen natürlich mit“ sagt Langbein. „Wir hoffen sehr, dass es unseren Glaubensbrüdern in Russland irgendwie hilft und sie ihre Religion bald wieder frei ausüben können.“

Sollte der Oberste Gerichtshof dem Verbotsantrag stattgeben, wird die Zentrale der Zeugen Jehovas bei Sankt Petersburg geschlossen. Anschließend würden rund 400 registrierte örtliche Rechtskörperschaften aufgelöst werden und die Gottesdienste von über 2 300 Versammlungen der Zeugen Jehovas in Russland für ungesetzlich erklärt. Jehovas Zeugen würden sich dann allein durch das Abhalten und den Besuch von Gottesdiensten strafbar machen. Auch die für Jehovas Zeugen so typischen Gespräche mit anderen über ihren Glauben stünden dann unter Strafe.

Weitere Informationen zur rechtlichen Entwicklung in Russland findet man auf der Homepage von Jehovas Zeugen unter www.jw.org/de/aktuelle-meldungen/rechtliche-entwicklungen/nach-region/russland/, Stichwort "Presse".



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