Stadtsteinach
Spendenaktion

Yusef möchte laufen lernen

Der kleine Junge ist mit schweren Deformationen beider Beine zur Welt gekommen. Spezialisten schenken den Eltern jetzt neue Hoffnung.
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Yusef ist ein aufgeweckter kleiner Junge, der sich für alles interessiert.  Mit Hilfe seiner Geschwister klettert er auf sein geliebtes Schaukelpferd.Dagmar Besand
Yusef ist ein aufgeweckter kleiner Junge, der sich für alles interessiert. Mit Hilfe seiner Geschwister klettert er auf sein geliebtes Schaukelpferd.Dagmar Besand
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Es ist eine moderne Weihnachtsgeschichte - berührend, dramatisch und gleichzeitig voller Hoffnung. Es ist die Geschichte von Yusef, einem Jungen, der mit seiner Familie Opfer eines grausamen Krieges wurde.
Sommer 2015: Yasmin und Samir Mohamad fliehen mit ihren beiden Kindern Asya und Rashid aus dem syrischen Aleppo. Sicher ist es in ihrem kleinen Vorort schon lange nicht mehr. Seit 2011 herrscht Krieg. Bomben fallen, Präsident Assads Armee und verschiedene Milizen kämpfen in den Straßen. Viele Menschen sind schon geflüchtet, doch die Mohamads wollten ihre Heimat nie verlassen. Als 2015 die Schulen geschlossen werden, die Musiklehrerin nicht mehr unterrichten darf und der Fliesenleger zum Kriegsdienst gezwungen werden soll, tun sie es doch - "für unsere Kinder". Yasmin ist im zweiten Monat schwanger. Ihr drittes Kind soll nicht in die Zerstörung hineingeboren werden.


Zu Fuß durch die Türkei

Zu Fuß machen sich die Mohamads auf die Reise, ein paar wenige Habseligkeiten in der Tasche, ihre beiden damals fünf und sechs Jahre alten Kinder auf dem Rücken. Sie wandern durch die Türkei, gelangen in einem der vielen überfüllten Boote übers Meer nach Griechenland, mit dem Bus durch Serbien, per Zug durch Österreich nach Deutschland. Sie bekommen zunächst eine Wohnung in Wonsees zugewiesen. Heute leben die Mohamads in Stadtsteinach.
In Kulmbach bringt Yasmin am 5. April 2016 ihren Sohn zur Welt - geistig gesund, aber körperlich schwer behindert. Der kleine Junge wird mit stark deformierten Beinen und Füßen geboren. Ärzte gehen davon aus, dass die Behinderung eine unmittelbare Folge des Krieges ist: In Aleppo haben Assads Truppen Giftgas gegen die eigene Bevölkerung einsetzt. In der Folge kommen dort bis heute viele Kinder mit ähnlichen Behinderungen zu Welt.
Yusef fehlen Knochen in beiden Unterschenkeln, die Füße sind fehlgebildet. Mit diesen Beinen laufen lernen? Unmöglich! Im Gegenteil: Ärzte in mehreren Kliniken sind überzeugt, dass die Beine amputiert werden müssen. Ein Schock für die Familie!


Viele helfen mit

Sonja Birner aus Wonsees, die sich als ehrenamtliche Helferin seit der ersten Stunde um die Familie kümmert, will das nicht als letztes Wort hinnehmen und sucht mit der Familie nach Spezialisten. Nach Kräften unterstützt werden die Bemühungen von Soraya Hebentanz und Andrea Boujjia von der Kulmbacher Caritas und Pia Schmidt von der kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie Kulmbach. Sie alle möchten, dass Yusef eine Chance bekommt.
September 2017: Sonja Birner ist mit Mutter und Kind nach Münster gefahren. Die Ärzte der Abteilung für Kinderorthopädie, Deformitätenrekonstruktion und Fußchirurgie des dortigen Universitätsklinikums schenken erste Hoffnung: Sie wollen Yusef operieren!
Mehrere Eingriffe werden nötig sein, bevor der Junge laufen lernen kann. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Operationen. Doch auf die Familie kommen viele weitere Belastungen zu, die sie aus eigener Kraft nicht stemmen kann: Mutter Yasmin, die inzwischen ausgezeichnet Deutsch spricht, und "Familienpatin" Sonja Birner wollen und müssen den Jungen begleiten. Es fallen Reise- und Übernachtungskosten an. Eine preisgünstige Unterkunft ist gefunden, aber auch sie kostet Geld.
Es werden lange und aufwendige Therapien für das Kind nötig sein, dazu häufige Kontrollbesuche bei Ärzten. Die Familie hat streng gespart, so dass Vater Samir jetzt den deutschen Führerschein machen konnte - Voraussetzung, um einen Arbeitsplatz zu finden. Denn arbeiten darf der Familienvater, und das will er auch unbedingt.
"Wir sind dankbar für alle Hilfe, die wir bekommen haben, und möchten so schnell wie möglich für uns selbst sorgen", sagt Yasmin. "Aber das mit Yusef, das schaffen wir nicht allein." Überglücklich zeigte sich die Familie deshalb, als sie erfuhr, dass die Bayerische Rundschau mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" sie für ihre weihnachtliche Spendenaktion ausgewählt hat.


Unser Verein "Franken helfen Franken"


Zweck Die Bayerische Rundschau und "Franken helfen Franken" bitten die Leserinnen und Leser der BR um Spenden für die Begleit- und Folgekosten der notwendigen Operationen des kleinen Yusef. Bitte geben Sie als Verwendungszweck "Yusef" an.

Kostenlos Jeder gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken, der die Bayerische Rundschau angehört.

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Bayerische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins Hilfsbedürftige zu unterstützen.

Miteinander Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders auszeichnet . Seit der Gründung vor acht Jahren wurden bereits rund 325 000 Euro ausgereicht.

Spendenkonto Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
BIC: BYLADEM1SKB db
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