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Politik

Wolfgang Bosbach zeigt klare Kante

Wolfgang Bosbach, das "Talkshow-Gesicht" der CDU, sprach gestern in Ludwigschorgast. Im Wahlkampf werde es noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, sagte er.
Wolfgang Bosbach (CDU) sprach in Ludwigschorgast Klartext, ging auf die Bundestagswahl ebenso ein wie auf das Thema "Leitkultur". Fotos: Alexander Hartmann
 
von ALEXANDER HARTMANN
Politik sei ein Marathonlauf. Wer schon nach 500 Metern in Siegestaumel verfalle, der könne leicht stolpern, hat Wolfgang Bosbach vor wenigen Tagen in der Bild-Zeitung erklärt. Der 65-Jährige, der in den vergangenen Jahren das "Talkshow-Gesicht" der CDU war, machte so deutlich, dass die Wahl für die Union trotz guter Umfrageergebnisse noch lange nicht gewonnen ist.


Er kandidiert nicht mehr

Und deshalb engagiert sich der 65-jährige Rheinländer weiterhin mit voller Kraft im Bundestagswahlkampf, auch wenn er bekanntlich ja selbst aus dem Parlament ausscheidet. Bosbach ist schwer krank, tritt aber auch deshalb nicht mehr an, weil er in wichtigen politischen Fragen die Haltung seiner Partei nicht mehr mit der Überzeugung vertreten könne, "wie ich sie auch vertreten müsste, falls ich noch einmal für die CDU für den Bundestag kandieren würde", wie er vor Monaten erklärt hat.

Der 65-Jährige hat nie ein Blatt vor den Mund genommen. Er hat gegen den Euro-Rettungsschirm gestimmt, ganz offen auch die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel kritisiert, wurde ob seiner kritischen Haltung oft als "Rebell" tituliert. Klare Worte fand er gestern auch bei seinem Auftritt im Landkreis Kulmbach. Auf Einladung der CSU-Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner sprach er im Ludwigschorgaster Sportheim über das Thema "Deutschland vor den Wahlen - auf was es jetzt ankommt".

Er sei kein auf Krawall gebürsteter Rheinländer, stehe aber zu seinen politischen Überzeugungen, sagte Bosbach, der mit Blick auf den Wahlkampf deutlich machte: "Der größte Gegner der Union ist der Übermut." Es werde ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben.

Bosbach forderte in seiner launigen Rede die Nation dazu auf, selbstbewusster zu werden. Den Satz "Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein" trauten sich viele nicht auszusprechen, "weil sie Angst haben, in die rechte Ecke gestellt zu werden". Er selbst zeige seinen Stolz ganz offen. "Denn Patriotismus ist Vaterlandsliebe, und Vaterlandsliebe ist gut."


Die "Leitkultur"

Auch der Begriff "Leitkultur" sei kein Schimpfwort. "Leitkultur heißt nicht: Deutschland, Deutschland, über alles", stellte er fest. Wer im Land lebe, müsse aber die Werteordnung einhalten, "egal welcher Hautfarbe, Religion oder Staatsangehörigkeit er ist". Und darüber dürfe nicht diskutiert werden. "Wer nach den Regeln der Scharia leben will, der hat sich mit Deutschland das falsche Land ausgesucht."

Der Migrationsdruck werde nicht nachlassen, so der CDU-Sicherheitsexperte, der darauf drängt, dass nur noch Ausländer nach Deutschland einreisen dürfen, die ihre Identität nachweisen können. "Wenn gut 60 Prozent der Menschen ohne Pässe ins Land kommen, haben wir ein Problem."


"Das darf sich nicht wiederholen"

Für die CSU-Forderung nach Einführung einer Obergrenze hat er Verständnis. "Ich halte es für notwendig, dass darüber diskutiert wird, wo die Grenze der Aufnahme- und Integrationsfähigkeit liegt." Eine Situation wie im Herbst 2015 dürfe sich nicht wiederholen.
Emmi Zeulner hatte Bosbach eingangs als einen Mann bezeichnet, der nicht nur in der Talkshow, sondern auch in der Fraktion den Mund aufmacht. Bosbach spreche "unbequeme Wahrheiten" an, sagte die Ludwigschorgaster CSU-Ortsverbandsvorsitzende und Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani. "Es gibt zu wenig Bosbachs in der Politik." Der Angesprochene fühlte sich ob des freundlichen Empfangs geschmeichelt. Bosbach: "Wenn ich mich das nächste Mal von der CDU erholen will, komme ich zur CSU."
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