Kulmbach
Eröffnung

Weit mehr als nur Zinn-Soldaten sind in Kulmbach zu sehen

Die Zinnfigurenbörse hat ihre Pforten geöffnet. Auch wenn der Bierstadel in diesem Jahr nicht im Herzen der Stadt ist, strömten die Besucher.
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Oberbürgermeister Henry Schramm eröffnete die 26. Deutsche und Internationale Zinnfigurenbörse in Kulmbach. 177 Aussteller aus 18 Nationen zeigen und verkaufen Figuren. Foto: Sonny Adam
Oberbürgermeister Henry Schramm eröffnete die 26. Deutsche und Internationale Zinnfigurenbörse in Kulmbach. 177 Aussteller aus 18 Nationen zeigen und verkaufen Figuren. Foto: Sonny Adam
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Eine kesse Falknerin, mit provozierend geschnürtem Mieder, steht auf einem Felsblock: In einer Hand hält sie einen Greif, in der anderen eine Waffe. Figuren aus der Fantasy-Welt, aus Anime-Filmen und Mangas sind der neueste Trend bei der Zinnfigurenbörse 2017. Mehrere Aussteller zeigen vollplastische Figuren verschiedenster Größen. Gnome, Trolle, Drachen, aber auch sexy Frauen für Besucher ab 18 Jahren gibt es inzwischen aus Zinn. Und genau solche Figuren liebt Yoji Tachikawa. Er kommt aus Japan, ist zum zweiten Mal wegen der Zinnfigurenbörse nach Kulmbach gekommen. "Ich finde die Manga-Figuren gut", sagt der Japaner offen und ehrlich. Dass sie manchmal ein bisschen freizügig sind, stört den Japaner nicht. Im Gegenteil.
"Wenn wir von Zinnfiguren sprechen, dann reden wir schon lange nicht mehr von Zinnsoldaten. Die Zinnfiguren, die wir heute hier zeigen, haben nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Erziehung der deutschen Jugend zu tun, wie es einmal in der Kaiserzeit üblich war", erklärt Alexander Wilken, Vize-Präsident der Klio, der Deutschen Gesellschaft für Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren. Wilken selbst sammelt Figuren, die sich mit der Steinzeit beschäftigen. "Ich sammle Flachfiguren, 30 Millimeter. Aber nicht nur Steinzeit, sondern quasi alles bis Ende des 19. Jahrhunderts", erklärt der passionierte Sammler. Wilken hat auf der Börse einen Stand. Und an dem sind bei weitem nicht nur Soldaten, Reiter, Truppen erhältlich.
Bei der Eröffnung der 26. Deutschen und Internationalen Zinnfigurenbörse staunte Oberbürgermeister Henry Schramm nicht schlecht: Denn als Messeneuheit hat Aussteller Bernhard Bakat eine "Kulmbacher Krippe" dabei. Die Krippe ist einem Bild des heimischen Malers Hans Süß nachempfunden. "Dass Teilnehmer sogar aus Sri Lanka, Kanada, den USA oder Japan zu uns kommen, zeigt, welch hohen Stellenwert Kulmbach unter Zinnfigurenfreunden weltweit genießt" , sagte der Oberbürgermeister.
Bei der diesjährigen Zinnfigurenbörse sind 177 Aussteller aus 18 Nationen vertreten. Die Besucher und Sammler kommen aus aller Welt. "Ich sammle Indianer, Cowboys, alles, was mit dem amerikanischen Bürgerkrieg zu tun hat", erzählt Rüdiger Wittauer aus Bayreuth. "Man findet auf der Börse immer etwas. 250 Euro gebe ich sicher auch in diesem Jahr wieder aus", sagt Wittauer offen und ehrlich und weiß, dass dieses Budget allzu leicht erreicht ist.
Ein Problem mit dem neuen Standort haben die Sammler übrigens nicht. Im Gegenteil. "Für die Hersteller ist es eigentlich egal, wo der Börsenstadel ist. Uns geht es darum, dass die Händler da sind, dass man sich mit anderen Sammlern treffen kann", erklärt Alexander Wilken von der Klio.
Der Börsenstadel in der Lichtenfelser Straße und die Ausstellung in der Dr.-Stammberger-Halle sind freitags und samstags von 9 Uhr bis 18 Uhr und sonntags von 9 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Es verkehren Shuttlebusse.
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