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Wettbewerb

Trebgaster Initiative unter den Top 15 in Deutschland

Die Initiative "Gemeinde Trebgast" ist für den "Deutschen Kita-Preis" nominiert. Es wsinken 25.000 Euro.
Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit im Trebgaster Bündnis: Die Vorschulkinder werden von der Förderlehrerein der Grundschule, Vincenza Guadagnano (Mitte hinten), schon mit dem Ablauf in der Schule vertraut gemacht. Rechts Kita-Leiterin Jacqueline Ramming. Foto: Dieter Hübner
 
von DIETER HÜBNER
Geht der "Deutsche Kita-Preis" nach Trebgast? Eine E-Mail lässt zumindest darauf hoffen. "Herzlichen Glückwunsch. Ihr Bündnis hat uns in der ersten Bewerbungsphase überzeugt, Sie wurden als eines von insgesamt 15 Bündnissen für den ,Deutschen Kita-Preis' nominiert", heißt es in einer Nachricht der Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die Bürgermeister Werner Diersch doch ziemlich überrascht hat (siehe hierzu auch Interview rechts).

Mehr noch: Als einzige Initiative aus Bayern hat es das Bündnis "Gemeinde Trebgast" in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" unter die Top 15 geschafft.

Ausgezeichnet werden am 3. Mai 2018 Kitas und lokale Bündnisse, die kontinuierlich an der Qualität in der frühen Bildung in ihrer direkten Umgebung arbeiten und dabei die Sichtweise der Kinder in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen.


"Auswahl fiel sehr schwer"


Eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Gewinner spielen dabei Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. In einer Pressemitteilung bestätigt die DKJS die beeindruckende Qualität der eingereichten Bewerbungen. "Die Auswahl der Finalisten fiel sehr schwer." Für Trebgast sprach unter anderem die lokale Struktur im Bereich der frühkindlichen Erziehung und Bildung.

Kita-Leiterin Jacqueline Ramming nannte als Beispiel den Förderunterricht speziell für die Vorschulkinder. Alle 14 Tage nimmt sich die Förderlehrerin der nur 20 Meter entfernten Grundschule für die derzeit 18 Kinder eine Stunde Zeit. "Wir wollen die Kinder fit für die erste Klasse machen. Ich sage der Lehrerin, wo ich Defizite sehe und umgekehrt. Das ist bei uns echt toll, alles geht ineinander über."


Im November stehen die zehn Finalisten fest


Überaus positiv sieht das Ganze auch die Förderlehrerin der Grundschule, Vincenza Guadagnano: "Wir wollen die Freude auf die Schule bewahren." Wie geht es jetzt weiter? In den nächsten Wochen werden die Protagonisten der 15 nominierten Bündnisse intensiver befragt. Im November werden zehn Finalisten ausgewählt, die ab Ende des Jahres besucht und vor Ort begutachtet werden. Anschließend entscheidet eine unabhängige Jury, wer die fünf Auszeichnungen erhält.
Die fünf Preisträger erhalten zwischen 10 000 und 25 000 Euro. Ob das Bündnis "Gemeinde Trebgast" dabei sein wird?

Das Bündnis "Gemeinde Trebgast" wurde als Anwärter für den "Deutschen Kita-Preis 2018" nominiert. Wir sprachen darüber mit Bürgermeister Werner Diersch.

Wie kam es zu der Bewerbung?
Werner Diersch: Im Frühjahr wurde ich auf den Wettbewerb aufmerksam, bei dem 2018 im Rahmen des "Deutschen Kita-Preises" das "Lokale Bündnis des Jahres" gekürt werden soll. Ende Juni habe ich die dafür notwendigen Bewerbungsunterlagen eingereicht. Ich bin natürlich froh, dass wir aus 200 Bewerbern als einzige Gemeinde aus Bayern für die Endausscheidung ausgewählt wurden.

Welche Kriterien zählten bei der Beurteilung der Bewerbung?
Eine wichtige Anforderung war die Orientierung auf das Kind und den Sozialraum. Wie werden Kinder unterstützt, in den Mittelpunkt gestellt? Was tun wir, um allen Kindern Zugang zu Bildung zu ermöglichen? Wir haben uns 2008 nach einem Kindergipfel mit den Eltern zum Ziel gesetzt, ein verlässliches und sicheres Angebot für Familien und Kinder zu schaffen, um
unseren Ort für junge Familien attraktiv zu gestalten. Wir haben erkannt, dass es in einer Gemeinde unserer Größe effektiver ist, die lokale Struktur im Bereich der frühkindlichen Erziehung und Bildung zusammenzuführen. Der ehemalige zweigruppige Kindergarten war nicht überlebensfähig. Mittlerweile sind wir da gut aufgestellt. Durch die "Ausdehnung" des Angebotes mit einem Kinderhort und dem Neubau der Krippe wurde die heute attraktive Außenwirkung erreicht. Das Wichtigste ist die örtliche und organisatorische Nähe der Einrichtungen. Ein identischer Schulweg von ein bis zehn Jahren schafft Sicherheit.

Welche Punkte waren für das Auswahlverfahren noch wichtig?
Abgefragt wurde die Partizipation, wie bedeutsam ist die Gestaltung und Mitwirkung von Kindern, Eltern und Mitarbeitern am lokalen Bündnis. Wir achten darauf, dass die Interessen der Kinder und Familien im Fokus unseres Handelns stehen. Bei uns sichern Gemeinde und Kirche das bauliche, ortsplanerische und organisatorische Gerüst. Elternvertreter, Ehrenamtliche und Vereine bringen ihre Kompetenz, Impulse und Aktivitäten mit ein. Das alles fließt in unsere kommunalen Entscheidungen mit ein, zum Beispiel bei der Errichtung der Infrastruktur. In vielen Vereinen führte das zur Etablierung von Kinder- und Jugendgruppen.

Ist die Qualität des Bündnisses messbar?
Das alles zusammen ist ein laufender Lernprozess. Uns ist es wichtig, dass die Akteure auf Augenhöhe miteinander sprechen. Absolute Messlatte ist die Zufriedenheit der Familien. Ein Spiegel unserer Arbeit ist auch der Wohnungs- und Häusermarkt.
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