Kulmbach
Musik

Student aus Kulmbach gewinnt Wettbewerb der Komponisten

Musik ist für den 22-jährigen Kulmbacher Lorenz Trottmann das i-Tüpfelchen im Leben. Er studiert in Nürnberg Klavier und Posaune und hat jetzt einen bundesweiten Wettbewerb gewonnen.
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Lorenz Trottmann studiert seit 2010 in Nürnberg Klavier und Posaune und beteiligte sich eigentlich nur aus Spaß am Komponistenwettbewerb - aus 196 Kandidaten wurde er ausgewählt und darf jetzt an einer einwöchigen Kompositionswerkstatt teilnehmen. Foto: Sonja Adam
Lorenz Trottmann studiert seit 2010 in Nürnberg Klavier und Posaune und beteiligte sich eigentlich nur aus Spaß am Komponistenwettbewerb - aus 196 Kandidaten wurde er ausgewählt und darf jetzt an einer einwöchigen Kompositionswerkstatt teilnehmen. Foto: Sonja Adam
Ein Leben ohne Musik könnte sich Lorenz Trottmann nicht vorstellen. Das war schon immer so, denn die Liebe zur Musik wurde im quasi in die Wiege gelegt - Vater Wolfgang ist Kirchenmusiker, Mutter Susanne unterrichtet Querflöte an der Musikschule.

"Ich habe mit sieben Jahren angefangen, Klavier zu spielen, mit acht Jahren dann Posaune", sagt Lorenz Trottmann. Der 22-Jährige möchte die Musik zum Beruf machen. Seit 2010 studiert er in Nürnberg Klavier und Posaune. Dass Musik seine Berufung ist, daran hatte er nie Zweifel, auch wenn er mit 14 Jahren Architekt werden wollte und am Gymnasium den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig belegt hat.

Ein Fünf-Minuten-Stück

Jetzt hat Lorenz Trottmann einen großen Erfolg gefeiert: Er hat sich bei einem bundesweiten Kompositionswettbewerb durchgesetzt. "196 Kandidaten im Alter von 12 bis 22 Jahren haben mitgemacht", berichtet er. Sein Fünf-Minuten-Stück für Flöte, Klarinette, Trompete, Schlagzeug und Klavier gefiel der Jury so gut, dass der 22-jährige Kulmbacher nun einer von 15 Jugendlichen ist, die im Sommer an einem einwöchigen Kompositionskurs in Weikersheim teilnehmen dürfen. "Das ist spannend. Denn es sind namhafte Komponisten dabei", sagt Lorenz Trottmann und hofft, dass er sein Wissen erweitern und weitere Verbesserungen an seiner preisgekrönte Komposition vornehmen kann.

Auf dem Weg zum Master

"Ich überlege mir jetzt, ob ich den Master in Komposition machen soll. Eigentlich bin ich mir da schon sicher", sagt er. Nicht etwa Filmmusik oder moderne Musik möchte er machen, sondern ernste Musik. Doch was reizt einen 22-Jährigen daran, selbst zu komponieren? "Es macht einfach Spaß, ein Stück von der ersten Idee an weiterzuentwickeln und immer neue Ideen hinzuzufügen", sagt er. Einfälle bekommt er manchmal, wenn er an seinem Schreibtisch sitzt, er komponiert am Klavier, aber auch am Computer. Das preisgekrönte Werk hat er von Hand geschrieben, später am Computer umgesetzt. "Das ist was Anderes als wenn man gleich am Computer komponiert."

"Ich habe auch einen Text von Ingo Cesaro vertont", berichtet Trottmann, der sich bei der Uraufführung dieses Gedichtes gefreut hat, dass der Dichter voll des Lobes war. "Komponist ist heute aber leider kein Beruf mehr, von dem man leben kann. Aber Musik ist immer mit Idealismus verbunden", weiß der 22-Jährige, der konsequent seinen Weg weitergehen will. Weil er sich auf dem pädagogisch-künstlerischen Bereich bewegt, wird er in Zukunft auch Musikunterricht geben.

Erste Erfahrungen mit dem Bereich Komposition hat Lorenz Trottmann übrigens schon als Neunjähriger gesammelt. "Mein Vater hatte damals ein Notensatz-Programm. Als Kind habe ich immer gerne damit rumgespielt." Gelegentlich sei "Hörenswertes rausgekommen".

Ave Maria in der dritten Klasse

Schon als Grundschüler habe er Stück für seine Mutter komponiert. In der dritten Klasse hat er dann für eine Schulaufführung ein Ave Maria komponiert - ein Werk, das so eingängig war, dass keiner so recht glauben wollte, dass er als Knirps sich dieses Stück selbst ausgedacht hat. "Ich habe dann beim Ates Pars in Kronach Klavierunterricht genommen , und der hat mir auch ein bisschen Kompositionsunterricht gegeben", sagt der 22-Jährige. Er habe anfangs intuitiv komponiert, erst an der Hochschule erkannt, "welche Regeln ich alle nicht eingehalten habe".

Horst Lohse hat ihn beflügelt

Mittlerweile hat er Tonsatzunterricht und Kompositionslehre auch in Einzelstunden genommen. Die Bekanntschaft mit dem Kulmbacher Komponisten Horst Lohse habe ihn beflügelt. "Horst Lohse war es auch, der mich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hat."

Bei der Entwicklung seiner Kompositionen maßt es sich der 22-jährige nicht an, alle Instrumente so gut zu kennen, dass er für jedes den richtigen Kniff findet.

"Ich habe mich natürlich mit Studienkollegen beraten", sagt Trottmann, derr sich in seiner Bachelorarbeit hat er sich übrigens auch mit neuer Musik und damit beschäftigt hat, wie man diese im Klavierunterricht vermitteln kann. Lorenz Trottmann will Kinder und Jugendliche für die Musik begeistern.
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