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Sri-Lanka-Hilfe Rugendorf will Kindergarten finanzieren

Die Rugendorfer Direkthilfe Sri Lanka plant ein Großprojekt. Dafür wird beim Rugendorfer Weihnachtsmarkt Kürbis-Chutney verkauft
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Cosima Göldner war auch als Lehrkraft in Sri Lanka eingesetzt.privat
Cosima Göldner war auch als Lehrkraft in Sri Lanka eingesetzt.privat
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Wenn Cosima Göldner (19) an ihren Aufenthalt in Sri Lanka denkt, dann wird sie wehmütig. Nach dem Abitur hat sie dort im Prithipura-Infant-Home, einem Heim für schwerbehinderte Kinder, freiwillige gearbeitet. "Das hat mich so beeindruckt, dass ich jetzt Sonderpädagogik in Würzburg studiere", sagt die 19-Jährige.
Sie pflegt auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland noch regelmäßig Kontakt zu den Menschen in Sri Lanka. "Seitdem ich wieder zu Hause bin, sind schon drei Kinder, die ich betreut habe, gestorben. Dort fehlt es an allem - man bräuchte dringend einen Zahnarzt, einen Physiotherpaueten, aber jede helfende Hand ist in Sri Lanka willkommen, Fachkräfte genauso wie Menschen mit viel Idealismus", sagt Cosima Göldner. "Das Schlimme ist, dass die Umstände, wie man mit Menschen mit Behinderung umgeht, in Sri Lanka völlig andere sind als bei uns. Es fehlen die Mittel, die hygienischen Voraussetzungen sind ganz anders. Und auch das Fachwissen fehlt", erzählt Cosima Göldner während sie in der Küche des Biohofes Dippold mit anderen freiwilligen Helfern der Direkthilfe Sri Lanka Kürbisse klein schnippelt. "Natürlich gibt es auch einheimische Betreuer, aber jede Hand, die Hilfe leistet, zählt. Jeder ist wichtig", sagt die 19-Jährige.


Mit Händen und Füßen

Cosima Göldner hat sich mit Händen und Füßen verständigt. "Ich will auf jeden Fall noch einmal nach Sri Lanka", sagt sie. Cosima Göldner schwärmt einerseits von dem Inselstaat im Indischen Ozean, andererseits hat sie dort auch schlimme Dinge gesehen. So haben sich Kinder wundgelegen, weil sie nicht umgebettet worden sind. "Die Menschen denken dann, dass dies ein Zeichen oder eine Strafe der Götter sei, versuchen es mit Räuchern", erzählte sie.
Seit 2005 gibt es die Direkthilfe Sri Lanka mit Sitz in Rugendorf. Monica Dippold aus Rugendorf, die selbst aus Sri Lanka stammt, hat den Verein gegründet und ist bis heute der Motor des Vereins. Inzwischen zählt die Direkthilfe 70 Mitglieder. Viele unterstützen den Verein regelmäßig, haben Patenschaften für Kinder übernommen. Die Spenden kommen direkt vor Ort an, Monica Dippold reist regelmäßig - auf eigene Kosten - in ihr einstiges Heimatland. Sie arbeitet mit Don Bosco zusammen, hilft, wo Hilfe nötig ist.
"Unser nächstes großes Projekt ist der Bau eines Kindergartens", sagt Dippold . Vor allem die regelmäßigen Spenden braucht der Verein. "Unsere Patenkinder im Holy Cross College in Kalutara werden weiterhin unterstützt. Im Mädchenheim in Nochchiagama wurde der Bau eines Kanals bezuschusst und im Mädchenheim in Gampaha haben wir eine Unterkunft einrichten können, damit dort Mädchen zu Krankenschwestern ausgebildet werden", erklärt Dippold die vielfältigen Aktivitäten.
Außerdem hat sich die Direkthilfe an den Renovierungsarbeiten im Heim für behinderte Kinder in Prithipura beteiligt. Schwerkranken Menschen wurde mit Hilfe der Spenden aus Deutschland lebensnotwendige Operationen ermöglichen. "Wir freuen uns, dass die Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert - dennoch ist unsere Unterstützung noch immer erforderlich, denn es erreichen uns immer wieder Hilferufe, die wir nicht erfüllen können, weil wir nicht genug Mittel haben", sagt Dippold und hofft auf Spenden in der Vorweihnachtszeit. Nächstes Jahr möchte die Direkthilfe jedenfalls einen Kindergarten bauen.

Das Kürbischutney ist beim zweiten Rugendorfer Weihnachtsmarkt am 10. Dezember von 14 Uhr bis 18 Uhr im Gemeindesaal erhältlich.

Das Spendenkonto der Direkthilfe Srilanka:
Sparkasse Kulmbach
IBAN DE57771500000000267690
Stichwort Direkthilfe
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