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Fußballbezirk Oberfranken: Thomas Unger übernimmt Vorsitz, doch ihm droht Gegenwind

Thomas Unger wird neuer Bezirks-Vorsitzender des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in Oberfranken.
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Thomas Unger wird ab dem 1. Januar oberfränkischer Bezirksvorsitzender des BFV.  Foto: H. Neubauer
Thomas Unger wird ab dem 1. Januar oberfränkischer Bezirksvorsitzender des BFV. Foto: H. Neubauer
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Der 53-Jährige tritt am 1. Januar die Nachfolge von Karlheinz Bram an, der seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt hatte. Ob mit Unger Konstanz an der Bezirksspitze einkehrt, ist allerdings offen.

Das BFV-Präsidium berief Unger zum Bezirksvorsitzenden. Die Amtszeit des Konradsreuthers geht dabei vorerst nur bis zum 11. März, dann stehen beim Bezirkstag in Wunsiedel Neuwahlen an. Neben Unger wird sich voraussichtlich ein weiterer Funktionär zur Wahl stellen: Manfred Neumeister aus Hollfeld. Der Vorsitzende des Kreises Bamberg/Bayreuth kann sich auch nach der Berufung Ungers weiterhin eine Kandidatur vorstellen.

"Die Ernennung im Vorlauf vor dem Bezirkstag mag ein Vorteil für Thomas Unger sein und ich respektiere die Berufung", sagt Neumeister. "Ich werde jedoch nun ab sofort mein Netzwerk aufbauen und bei möglichen Erfolgsaussichten im März ebenso kandidieren. Letztendlich lebt ein Verband auch davon, wenn die Vereine eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei Kandidaten haben."


Keine Kampfkandidatur

Eine Kampfkandidatur sei es nicht, denn er habe in "all den Jahren noch keinen Disput mit Unger gehabt". Neumeister gilt als Mann klarer Worte, der nicht zu den engen Freunden von Karlheinz Bram zählte. Der gegenseitige Respekt sei jedoch stets da gewesen. "In einem so großen Verband gibt es nun einmal unterschiedliche Auffassungen", sagt der Hollfelder. "Das muss nicht nachteilig sein, denn eine Gemeinsamkeit führt auch zu weniger Initiative. Ich glaube, es tut einem Verband sehr gut, wenn es Querdenker gibt. Gleichschaltung kann zur Unselbstständigkeit führen und bringt weniger Moderne beziehungsweise Motivation."

Welche Schwerpunkte Neumeister als Bezirksvorsitzender setzen würde, weiß er bereits: "Vereinssterben vermeiden, aufgeschlossen für Änderungen sein, sich der Struktur der Kreise und Ligen annehmen, die Jugend auf dem Weg mitnehmen."

Doch der 61-Jährige weiß auch, dass bis zur Wahl ein harter Weg vor ihm liegt. Schließlich genießt Unger beim BFV hohes Ansehen. "Mit Thomas Unger tritt jetzt ein jüngerer, aber auch erfahrener Mann die Nachfolge an der Bezirksspitze an, der beim Präsidium und auch beim gesamten Verbandsvorstand das volle Vertrauen genießt", wird BFV-Präsident Rainer Koch in einer Mitteilung zitiert. Das Vertrauen will Unger zurückzahlen. Er plant Kontinuität an der Bezirksspitze und eine enge Zusammenarbeit mit seinen oberfränkischen Kollegen, um die Fußballbasis in Oberfranken zu stärken. "Wir müssen mit allen Mitteln darum kämpfen, dass uns auch in Zukunft die vielfältige Vereinslandschaft und insbesondere auch die kleinen Vereine erhalten bleiben", erklärt Unger.

Ungers Karriere beim Verband begann 2002. Er übernahm im Kreis Hof/Marktredwitz das Amt des Jugend-Gruppenspielleiters. Nur ein Jahr später wurde er Kreisjugendleiter und 2006 Kreisspielleiter. Seit 2010 ist Unger Mitglied des Verbands-Spielausschusses, wo er neben der Spielleitung der Bayernliga Nord auch die Organisation des Seniorenspielbetriebs auf Verbands- und Bezirksebene auf seiner Agenda hat. Zudem ist er Ansprechpartner für die elektronische Abbildung des Spielbetriebs und hat zuletzt die Einführung des elektronischen Spielberichts und damit die Digitalisierung des Amateurfußballs intensiv begleitet. rei/red
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