Neudrossenfeld
Fußball

Detlef Hugels "menschliche Handschrift"

Detlef Hugel begann als Torwart beim ATS Kulmbach und stieg mit Weismain zwei Klassen auf. Als Trainer feierte vor allem Erfolge mit dem TSV Neudrossenfeld
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Detlef Hugel  Foto: Peter Mularczyk
Detlef Hugel Foto: Peter Mularczyk
Seit seiner Zeit beim TSV Neudrossenfeld hat man nicht mehr viel gehört von Detlef Hugel, der als Torwart und Trainer den Fußball im Kreis Kulmbach stark geprägt hat.

"Ich bin ganz ehrlich", sagt er, "mir fehlt momentan sowohl die Zeit als auch die Muse, im Fußball noch etwas zu machen." Denn der 49-Jährige, seit 17 Jahren bei Siemens tätig, hat sich einer neuen beruflichen Aufgabe gewidmet. Er ist nun Global Account Manager, zuständig für Automatisierung und Digitalisierung bei drei Automobil-Zulieferern und damit viel auf Reisen, etwa wie vergangene Woche in Rumänien. "Eine richtig spannende Sache," sagt er, "aber auch sehr zeitaufwändig."


Besuch beim alten Spezl Zenk

Ganz abgeschlossen hat er freilich nicht mit dem runden Leder. "Ich verfolge das Geschehen in den lokalen Medien und weiß, was los ist." Zuletzt selbst auf einem Fußball-Platz war Hugel beim VfR Katschenreuth, wo er das Bezirkgsliga-Spiel gegen FC Vorwärts Röslau beobachtete. "Ich wollte meinen alten Spezl Detlef Zenk (Trainer bei Katschenreuth) und seine Truppe mal wieder sehen", erzählt er. Und blickt in die Vergangenheit: "Meine Stationen waren durch die Bank sehr schön, weil es überall richtig gute Gemeinschaften gab."

Mit dem Fußball hat er in der Jugend begonnen, beim ATS Kulmbach. "Die Zeit dort hat mich an den Sport herangeführt." Unter Werner Dierschke und Karl Simko ("für mich der prägendste Trainer", so Hugel) erlebte er erfolgreiche Zeiten. So kickte er in der Bayernliga unter anderem gegen den 1. FC Nürnberg, zusammen mit Jugendnationalspieler Gerald Weinrich, der heute Vorstand des TSV Neudrossenfeld ist.

Nach einem Jahr Bezirksliga beim ATS war Hugels nächste Station beim SC Weismain an der Seite Zenks, Paulis und Weiches in der Landesliga Nord. "Das waren sensationelle Zeiten", schwärmt Hugel.

Doch nach eineinhalb Jahren musste er wegen eines Außenknöchelbruchs samt Bänderriss eine längere Fußball-Pause einlegen. Die Zeit nutzte er für seine Ausbildung als Elektrotechniker in Regensburg. Nach der Verletzungspause holte ihn sein alter Weggefährte Detlef Zenk zum TSV 1902 Thurnau. Die Mannschaft stieg in dieser Zeit von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga auf. Ende der neunziger Jahre zog es Hugel nach München, wo er schon immer gerne einmal leben wollte. Er landete bei der zweiten Mannschaft der SpVgg Unterhaching. Zwei Jahre lang blieb er dort und erlebte den legendären Sieg gegen Bayer Leverkusen, der die deutsche Meisterschaft für den FC Bayern München bedeutete.


Hugel hält Elfer von Elber

Schließlich zog es ihn beruflich zurück in die Heimat und fußballerisch wieder zum SC Weismain. Mit einem großen Highlight: Im Freundschaftsspiel gegen FC Bayern München hielt er einen Elfmeter von Giovane Élber.

Als Mittdreißiger ging er zur Trainerkarriere über. Er begann beim TSV Trebgast, dann ging es zum TSV Neudrossenfeld und nach einem Zwischenspiel beim ASV Pegnitz zurück nach Neudrossenfeld. "Ich möchte nichts davon missen", sagt er, "und ich glaube, dass ich meinen Teil dazu beigetragen habe, dass wir überwiegend erfolgreich gearbeitet haben." Die menschliche Komponente sei ihm immer das wichtigste gewesen, denn "Fußball bedeutet mehr als nur Aufstiege. Und ich glaube, dass ich vor allem als Mensch meine Handschrift hinterlassen habe. Das macht mich stolz!" Seine ehemaligen Spieler meldeten sich auch noch ab und zu bei ihm, etwa um ihn auf einen Cappucino oder aufs Oktoberfest einzuladen. "Das freut mich schon sehr", gibt er zu. "Damals war der Fußball entscheidend, nicht das Private. Aber hängen bleibt was anderes."
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