Kulmbach
Skateboarden

Lärm und Müll: Anwohner beschwert sich über Skate-Park in Kulmbach

Ein Anwohner beschwert sich regelmäßig über Lärm und Müll am Kulmbacher Skate-Park. Was Ordnungsamt und Skater dazu sagen.
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Diese Fotos vom Skate-Park machte Anwohner Erwin Hoh am Sonntagmorgen nach dem Contest. Die Skater gaben an, gegen Mittag aufgeräumt zu haben. Die Stadt Kulmbach hat dies bestätigt.  Fotos: Erwin Hoh
Diese Fotos vom Skate-Park machte Anwohner Erwin Hoh am Sonntagmorgen nach dem Contest. Die Skater gaben an, gegen Mittag aufgeräumt zu haben. Die Stadt Kulmbach hat dies bestätigt. Fotos: Erwin Hoh
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Für die Kulmbacher Jugend war der Skateboard-Contest am vergangenen Samstag eine Gelegenheit, Künste am Brett zu zeigen, dabei zuzusehen und zusammen zu feiern. Über den Nachmittag kamen rund 50 Zuschauer verschiedenen Alters an den Park, um sich an den Tricks der jungen Sportler zu erfreuen.
Für Skate-Park-Anwohner Erwin Hoh hingegen war der Tag ein Ärgernis. "Wir haben eine Lautstärke von 90 Dezibel gemessen. Das entspricht einer Flugzeug-Startbahn in 30 Metern Entfernung", sagt er - und schrieb es auch in einer Beschwerde-Mail ans Ordnungsamt der Stadt Kulmbach. Er fügte eigene Fotos vom Sonntagvormittag an, die Müll und zerbrochene Flaschen zeigen.

"Ich beschwere mich regelmäßig über den Lärm am Skate-Park. Aber die Polizei und das Ordnungsamt zucken nur mit den Schultern", sagt Hoh. Die Lärmbelästigung sei kaum auszuhalten. "Wenn die Skater in der Halfpipe fahren, klingt das bei mir zu Hause, als würde jemand mit einem Hammer gegen ein Metallrohr schlagen", beschreibt Hoh den Lärm.


Brennpunkt Schwedensteg

Zudem habe sich der Ort zu einem Brennpunkt entwickelt. "Wenn die Skater weg sind, kommen Fahranfänger mit ihren Pkw auf den Parkplatz am Schwedensteg, öffnen den Kofferraum und machen Bumm-Bumm bis nach Mitternacht. Das ist hier vergleichbar mit der Bronx", sagt Hoh.Er verstehe nicht, warum die Skate-Anlage mitten in einem Wohngebiet sei.

"Das ist noch Innenstadtbereich. Direkt dahinter ist eine vielbefahrene Straße", lautet die Antwort aus dem Ordnungsamt. Die Nutzung der Anlage ist zeitlich begrenzt, eine Polizei-Streife fahre regelmäßig vor.

Hoh beklage sich häufig. "Andere Anwohner aus dem Umfeld der Skaterbahn haben sich bisher nicht beschwert. Auch bei der Polizei sind keine weiteren Beschwerdeführer bekannt", teilt das Ordnungsamt mit. Der Hauptveranstalter des Skate-Contests vom vergangenen Samstag, Danny Leicher, sagt zu den Vorwürfen: "Am Sonntag haben wir mittags aufgeräumt. Als die Polizei am frühen Samstagabend kam, haben wir die Musik leiser gemacht." Das kann das Ordnungsamt bestätigen. Zudem liege nach einem warmen Wochenende an vielen anderen Plätzen in Kulmbach Müll, die Skate-Anlage sei dahingehend nichts Besonderes.


Der Sheriff von Kulmbach

Hoh sagt von sich selbst, dass er als Sheriff von Kulmbach bekannt sei. Seinen Standpunkt will er weiter vertreten. "Auch wenn ich dafür belächelt werde. Am Samstag habe ich mich der Meute gestellt", sagt er. Seine Aufgaben enden nicht mit dem Skate-Park. "Ich fahre auch Motorradfahrern hinterher, die hier mitten im Wohngebiet und auf der Straße laut aufdrehen und nur auf dem Hinterrad fahren. Die verfolge ich und sage ihnen, sie sollen ihr Fahrverhalten überdenken", erzählt er. Einem sei er von der Stadt bis zur Plassenburg gefolgt. Dort habe er ihn angesprochen und zu sich nach Hause eingeladen. "Ich habe selbst mehrere Motorräder und einen Porsche. Die würde ich aber nie mitten in der Stadt aufheulen lassen", sagt er.

"Man muss doch den jungen Leuten ihren Spaß lassen", habe ein Polizist zu Hoh einmal über die Jugend am Skate-Park gesagt. Hoh hat selbst sechs Kinder, er könne das auch verstehen. Nur eben nicht in seinem Wohngebiet. Nachdem er seinem Ärger Luft gemacht hat, zeigt er auch Verständnis für die Skater. "Die können ja eigentlich auch nichts dafür, dass die Anlage bei mir um die Ecke steht", sagt Hoh.
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