Grafengehaig
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FC Frankenwald: Zusammenarbeit trägt Früchte

Nach nur zwei Jahren schaffte das Team unter Spielertrainer Fabian Rauh den Aufstieg in die Kreisliga - in letzter Sekunde.
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Im zweiten Jahr seines Bestehens schaffte der FC Frankenwald den Aufstieg in die Kreisliga über die Relegation.  Foto: Mario Möschwitzer
Im zweiten Jahr seines Bestehens schaffte der FC Frankenwald den Aufstieg in die Kreisliga über die Relegation. Foto: Mario Möschwitzer
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Der FC Frankenwald ist erst zwei Jahre alt - und bereits sehr erfolgreich. Der Verein wurde 2015 aus dem SV Grafengehaig und der SG Gösmes-Walberngrün als eigenständiger Verein gebildet, und bereits in der zweiten Saison schaffte Spielertrainer Fabian Rauh mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga Hof.


Lukrative Derbys

Es war ein Aufstieg in letzter Minute, denn er wurde als Tabellenzweiter im Relegationsspiel gegen den FC Trogen II in der Verlängerung erzielt. Die Freude war dafür umso größer, denn keiner im Lager des FC Frankenwald hatte damit noch gerechnet. Die Kreisliga Hof ist mit den zahlreichen Derbys wie gegen den VfB Helmbrechts, die SG Ort/Oberweißenbach, FC Wüstenselbitz, TuS Schauenstein, FC Stammbach, FC Gefrees und ATSV Münchberg-Schlegel für den FC Frankenwald äußerst lukrativ.
Die Vereinsgründung stellte sich als Glücksfall heraus. SV-Vorsitzender Manfred Rodler erinnert an die ersten Gespräche: "Die SG kam auf uns zu. Zunächst dachten wir nur an eine Zusammenarbeit der Reservemannschaften. Es hat sich aber schnell herauskristallisiert, dass wir einen neuen Verein gründen wollen." FC-Vorsitzender Jürgen Goller schildert die damalige Situation aus der Sicht der SG Gösmes-Walberngrün: "Es waren immer weniger Spieler vorhanden. Ich denke, es war der richtige Weg, diese Sache voranzutreiben und einen neuen Verein zu gründen. Diese ganzen anderen Geschichten, die aktuell mit Spielgemeinschaften passieren, das ist nur eine halbe Ehe - und eine halbe Ehe kann man auch schnell wieder trennen." Mit der JFG Frankenwald hatte Goller bereits sieben Jahre lang Erfahrungen gesammelt. Sein Steckenpferd sei jetzt der FC Frankenwald. Beim Vereinsnamen, dem Wappen und den Farben konnten die Spieler und auch die Mitglieder mitentscheiden. Goller: "Somit haben wir die Euphorie von Anfang an in den Klub geholt - und wir haben in nur drei Monaten einen Verein gegründet."


Auf Platz 3 folgt Platz 2

Bereits in der ersten Saison klopfte der FC Frankenwald an die Tür zur Kreisliga. Ein Jahr später war es dann soweit. Mit dem Erfolg wurde natürlich auch der bisherige Weg bestätigt. "Es hat auch deshalb gut funktioniert, weil Gösmes-Walberngrün Teil der Marktgemeinde Grafengehaig ist. Alt und Jung treffen sich wieder auf dem Sportplatz."
Gespielt wird abwechselnd in Grafengehaig oder Gösmes, und für SV-Vorsitzenden Manfred Rodler - er hat schon die Bezirksligazeit mit dem SV Grafengehaig als Spieler erlebt - gibt es da überhaupt kein Problem: "Wir wechseln uns auch beim Training ab oder tauschen kurzfristig wenn das Wetter mal nicht passt. Bislang hat es noch nie Schwierigkeiten gegeben. Das liegt auch daran, dass sich die beiden Vereine von Beginn an auf Augenhöhe begegnet und offen miteinander umgegangen sind. Es war ein absolutes Vertrauen da. Aber wir hätten nie gedacht, dass es so harmonisch wird." Spielleiter Christoph Wirth ergänzt: "Für die Zuschauer gibt es keinen SV Grafengehaig oder keine SG Gösmes-Walberngrün mehr, sondern nur noch den FC Frankenwald."


Spielertrainer als Erfolgsgarant

Ein Garant für die erfolgreiche Saison war die Verpflichtung von Fabian Rauh als Spielertrainer. Der 36 Jahre alte Ex-Bayernligaspieler beerbte Thomas Wind, der mit dem FC Frankenwald in der ersten Saison den dritten Platz erreichte. FC-Spielleiter Christoph Wirth: "Wir hatten uns insgeheim natürlich den Erfolg erhofft, weil die Mannschaft das Potenzial hatte. Mit Fabian Rauh konnten wir einen Spielertrainer verpflichten, der einfach zu uns passt. Er hat Bayernligaerfahrung - und mit so einem Trainer will doch jeder Spieler zusammenarbeiten."


Sebastian Wirth als Verstärkung

Rauh, der beim FC Bayern Hof unter Gino Lettieri und dem Club-Trainer Michael Köllner spielte, kannte die Mannschaft und wusste, was möglich ist: "In der Winterpause war klar, dass wir eigentlich nur noch den Relegationsplatz erreichen können, weil wir zur Tabellenspitze schon abgeschlagen waren. Wir haben uns im Winter mit der Rückholaktion von Sebastian Wirth vom Landesligisten SSV Kasendorf noch einmal ordentlich verstärkt und sind gut in die Vorbereitung gestartet. Die Jungs haben richtig gut mitgezogen, und wir sind dann noch ein Stück enger zusammengerückt."
Während des schwierigen Restprogramms schlugen die FCF-Kicker den TSV Enchenreuth und sogar den Meister SG Ort/Oberweißenbach. "Durch das Hick-hack mit dem TSV Presseck haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und uns Platz 2 redlich verdient", sagt Rauh.
Der Sieg im Relegationsspiel - die entscheidenden Tore fielen in der 117. und 120. Minute - wurde natürlich gebührend gefeiert. Rauh: "Besser hätten wir uns den Erfolg nicht ausmalen können." Und was macht den eigentlichen Erfolg in der Mannschaft aus? "Die Mischung macht's. Wir haben ein paar Spieler, die schon höherklassig gespielt haben, wie Sebastian Wirth und Klaus Krumpholz, und auch viele junge Spieler, wie zum Beispiel Max Hagen, der viel Potenzial hat. Und in der Abwehr ist die Viererkette gewachsen. Wir hatten in der Rückrunde acht oder neun Spiele zu null gespielt. Die Trainingsbeteiligung war von Anfang bis zum Ende richtig gut."


Team bleibt zusammen

Die Aufstiegsmannschaft bleibt komplett zusammen. Das ist für Spielleiter Christoph Wirth auch ein Beweis, dass die Kameradschaft in der Truppe passt: "Die Zusagen wurden auch schon frühzeitig gegeben - unabhängig von der Liga. Es gibt auch schon fixe Neuzugänge, die aus der Region kommen. Unserem Trainer macht es auch Spaß, mit der Mannschaft zusammenzuarbeiten. "
Und ein Lob bekommt der Spielertrainer auch vom Vorsitzenden Manfred Rodler: "Er war der Garant für den Erfolg. Er war in der Abwehr mit seinen beiden Innenverteidigern wie eine Eins gestanden."
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