Kulmbach
Plassenburg-Open-Air

Spider Murphy Gang bringt Kulmbacher zum Tanzen

Münchner Rock begeistert auch die Franken: Die Spider Murphy Gang bat auf der Burg zum Mitschwofen und -singen bei Klassikern und leiseren Nummern.
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Günther Sigl (links) und seine Mannen können auf 40 Jahre Bandgeschichte der Spider Murphy Gang zurückblicken. Fotos: Sonny Adam
Günther Sigl (links) und seine Mannen können auf 40 Jahre Bandgeschichte der Spider Murphy Gang zurückblicken. Fotos: Sonny Adam
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Münchner Dialekt und weiß-blaue Bayern-Romantik bringen normalerweise die Oberfranken eher auf die Palme. Doch wenn die Spider Murphy Gang nach Oberfranken kommt, dann hat die ur-bayerische Band auch im nördlichen Teil des Freistaates die Herzen auf ihrer Seite und darf weiß-blaues Bayern-Gefühl auch im rot-weißen Teil des Landes verbreiten. Bei ihrem Auftritt auf der Plassenburg zogen die Spiders die "Rock'n'Roll Schua" an, sangen von der Überdosis Rock, rockten mit "Johnny B. Goode" und "Rock and Roll Musik" ab.


Fans sind mitgealtert

Die Fans, die auf die Plassenburg kamen, waren mit der Band älter geworden. Dass nur noch Günther Sigl, ein gelernter Banker, und Barny Murphy von der Ursprungsband übrig sind, tat dem Erfolg der Party keinen Abbruch. Die Spider Murphy Gang hat sich im Laufe der Jahrzehnte verstärkt: Willi Duncan, ein gebürtiger Ire (der Einzige, der bayerisch singen kann), ist mit von der Partie. Ludwig Seuß war dabei, ebenso Drummer Andreas Keller. Otto Staniloi, Musikbewanderten von der Hugo-Strasser-Band oder Udo Lindenberg und den Supremes ein Begriff, entpuppte sich als musikalisches Multi-Talent: Er spielte Tuba, Flöte, Saxophon, Gitarre, Bass und begeisterte mit tollen Soli. Als weitere Mitglieder waren Dieter Radig und Wolfgang Götz mit von der Partie.

Beim Auftritt auf der Plassenburg zog die beliebte bayerische Band ein Resümee ihrer vierzigjährigen Karriere. Sie sangen von der Schickeria, von Anbandel-Versuchen "Mit'n Frosch im Hois und Schwammerl in die Knie". Und als die Spiders dann die legendären Superhits anstimmten, stürmten die Fans nach vorne zur Bühne, tanzten und rockten. "Mir san a bayerische Band", "Pfüat die Gott, Elisabeth", "Herzklopfen" und "Radio, Radio" - all die legendären Songs erklangen auf der Burg und ließen die Fans die kühlen Temperaturen vergessen. Die Gang grüßte Kulmbach und den Rest der Welt, sang vom Sommer in München und stimmten mit "Wer wird denn woana" oder "Unter'm Kastanienbaum" beim Konzert auch leisere Töne an.

Bei der Jubiläumstour wagten die Spiders sogar einen Abstecher in die Schlagerromantik. Das Publikum sang bei "Marina"! und "Sugar Baby" von Peter Kraus lautstark mit.


Wehmut kam auf

Viele Zuhörer begleiten die Band ebenfalls schon seit Jahrzehnten. Und bei manchem kam ein bisschen Wehmut auf an die Zeiten, als die Spider Murphy Gang (anfangs waren noch Franz Trojan und Michael Busse dabei) jeden Sonntag im legendären Schwabinger "Memoland" aufgetreten ist. Entdeckt wurde die Band übrigens von Fernsehmoderator Georg Kostya. Die Band produzierte ihre ersten Lieder selbst, presste 3000 Langspielplatten. In den 1980er Jahren gelang der Spider Murphy Gang dann mit "Skandal im Sperrbezirk" der endgültige Durchbruch - nicht nur in Bayern.
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