Kasendorf
Gemeinderat

"Schwarzes Roß" in Kasendorf ist akut einsturzgefährdet

Schreckensnachricht für den Markt Kasendorf: Der ehemalige Brauereigasthof "Schwarzes Roß" darf nicht mehr betreten werden.
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Seit vielen Monaten beschäftigen sich die Marktgemeinderäte mit der Zukunft des ehemaligen Brauereigasthofes "Schwarzes Roß". Jetzt haben Untersuchungen ergeben, dass ein Teil der Keller so marode ist, dass das gesamte Gebäude akut einsturzgefährdet ist Foto: Sonny Adam
Seit vielen Monaten beschäftigen sich die Marktgemeinderäte mit der Zukunft des ehemaligen Brauereigasthofes "Schwarzes Roß". Jetzt haben Untersuchungen ergeben, dass ein Teil der Keller so marode ist, dass das gesamte Gebäude akut einsturzgefährdet ist Foto: Sonny Adam
Der ehemals so stolze Brauereigasthof "Schwarzes Roß" in Kasendorf ist in einen schlechteren Zustand als befürchtet. Ein geologisches Gutachten hat ergeben, dass ein Teil der Keller so marode ist, dass das gesamte Gebäude akut einsturzgefährdet ist. Die Situation ist so ernst, dass der Gasthof den Winter wohl nicht mehr unbeschadet überstehen würde.

"Der Gutachter hat uns mitgeteilt, dass die Situation ernst ist. Es besteht akute Einsturzgefahr. Wir mussten das gesamte Gebäude absperren. Auch das Areal zwischen Kelterei und Brauereigasthof ist mit einem Bauzaun gesperrt", informierte Bürgermeister Bernd Steinhäuser die Marktgemeinderäte.


Jugend muss draußen bleiben


Und: "Die evangelische Jugend kann ihre Räume jetzt natürlich auch nicht mehr nutzen."
Ehe über weitere Erhaltungsmaßnahmen gesprochen werden kann, muss erst der marode Kellerteil "verfüllt" werden. Kostenpunkt: mindestens 70 000 Euro.

"Wir haben bereits mit der Regierung von Oberfranken gesprochen und einen vorzeitigen Baubeginn beantragt", sagte Bernd Steinhäuser.


Die Zeit drängt


Das geologische Büro hat empfohlen, den Keller auf der westlichen Seite, der noch in Ordnung ist, mit einer Mauer von dem einsturzgefährdeten Teil abzugrenzen. Dann kann nur dieser nicht mehr tragfähige Teil mit Magerbeton oder Flüssigerde verfüllt werden.

Verwaltungsleiter Herbert Schmidt betonte, dass die Zeit drängt. Schon jetzt sind acht Institutionen und Stellen, die für die Baumaßnahme relevant sind, eingeschalten. "Wir müssen Fachfirmen finden, die so etwas machen. Wir haben das Bergamt eingeschaltet", so Schmidt.

"Das ist doch ein Schildbürgerstreich, dass wir jetzt für so viel Geld die Keller verfüllen. Am einfachsten wäre es, wenn das ganze Ding weg wäre", kommentierte Hans Lauer die Nachricht. "Das ist nicht so einfach. Wir würden zwar den Abriss gefördert bekommen, aber nicht einen Neuaufbau", wandte der Bürgermeister ein.


Studie wird erweitert


Aus diesem Grund ermächtigten die Marktgemeinderäte die Verwaltung, Maßnahmen zur Sicherung der Gewölbekeller unter dem "Schwarzen Roß" bis zu einem Auftragsvolumen von 70 000 Euro voranzutreiben. Außerdem votierten die Räte dafür, dass die Machbarkeitsstudie "Schwarzes Ross" um die Anwesen Marktplatz 2 und 7 erweitert werden soll.

Der Planungsauftrag ging an das Architekturbüro Gründer-Kirfel in Bedheim. Auch für das Gebäude Marktplatz 2 sollen die bauhistorischen Strukturen untersucht werden, entschieden die Räte. Den Auftrag bekommt der Restaurator Uwe Franke aus Wernstein.


Gemeinderat in Kürze



Baugebiet Der Bebauungsplan "Heubsch - Am Fichtig III" ist modifiziert worden. Um die Bebauung aufzulockern, wurde eine Parzelle eingespart.

Halle Keine Einwände hatten die Räte gegen den Bau einer Gerätehalle in Krumme Fohre und gegen einen Wohnhausumbau im Hinteren Markt. Ein Haus, das im Leerstandskataster verzeichnet war, hat einen neuen Eigentümer gefunden.

Eiswurf Die Windanlagen bei Zultenberg wurden mit einer Software ausgestattet, die dafür sorgt, dass die Rotorblätter stehenbleiben, sobald Eis an ihnen anhaftet. Folglich muss keine Serviceteam mehr nach dem Rechten sehen.

Mobilfunk Die Deutsche Telekom sucht im Ortskern einen Platz für einen Mobilfunksender. Da Rathaus, "Schwarzes Roß" und wohl auch Schule nicht in Frage kommen, soll jetzt an die evangelische Kirche und an den Musikverein herangetreten werden. Wenn auch diese Institutionen kein Interesse haben, erlischt das Mitspracherecht der Gemeinde und die Telekom tritt an Privatleute heran.

Vereine Der Markt Kasendorf zahlt auch 2017 wieder Zuschüsse an die Vereine.

Energie Bei zwei Gegenstimmen entschied sich der Gemeinderat nun doch dafür, die Turnhalle und die Schule sowie das Rathaus hinsichtlich der Energieeffizienz untersuchen zu lassen. Der Vertrag läuft über drei Jahre und kostet jährlich 4600 Euro.
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