Kulmbach
Medizinische Versorgung

Orthopäde: Bereitschaftssystem ist krank

Das neue Bereitschaftssystem der Kassenärztlichen Vereinigung sei krank, sagt der Kulmbacher Orthopäde Ralph-Jörg Aman.
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Orthopäde Ralpf-Jörg Aman kritisiert das neue Bereitschaftssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern.  Symbolbild: semevent/pixabay
Orthopäde Ralpf-Jörg Aman kritisiert das neue Bereitschaftssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Symbolbild: semevent/pixabay
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Kritik am neuen Bereitschaftssystem der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) übt der Kulmbacher Orthopäde Ralph-Jörg Aman. Der Facharzt erklärt im Nachgang zur Berichterstattung über die neue Bereitschaftspraxis am Klinikum (siehe Bericht in der Wochenend-Ausgabe der Bayerischen Rundschau), dass die Neuerung gegen den Willen des Großteils der Ärzte "von davon profitierenden Personen" durchgesetzt wurde.


Die selbe Patientenzahl

Vor der Einrichtung der Praxis am Kulmbacher Klinikum Mitte des Jahres hätten in der Bereitschafts-Dienstgruppe Kulmbach an einem Wochenende über Jahre hinweg durchschnittlich 32 Arzt-Patientenkontakte stattgefunden. "Zieht man die Hausbesuche und Telefonberatungen ab, bleiben durchschnittlich etwa 16 Patienten für Freitag bis Sonntag", sagt Ralf-Jörg Aman. "Die Notfallbesuche in den Praxen der Ärzte waren also ähnlich häufig wie dies nun von der Klinikpraxis bedauert wird."


Kranke Menschen gewünscht?

Eigentlich ist es doch eher erfreulich, dass nur wenige Patienten dringend außerhalb der Sprechzeiten ärztliche Hilfe benötigten. "Dem Bericht ist aber zu entnehmen, "dass sich offensichtlich einige Personen mehr akut kranke Menschen wünsche, die dann zu den Zeiten der Klinikpraxis vorstellig werden, mit dem Ziel, ,Poolärzte' anzulocken. Diese sollten den dann finanziell lukrativeren Dienst übernehmen", erklärt der Facharzt und stellt weiter fest: "Einige wollen also mehr Patienten im Bereitschaftsdienst haben anstelle in den eigenen Praxen, um dann diesen Dienst besser an fremde Poolärzte veräußern zu können? Ein derartiges System scheint selbst schwer krank zu sein und benötigt dringend einen guten ,Hausarzt'."


Gelder fehlen

Dazu kommt laut Aman, "dass die Gelder zum Betrieb der Klinikpraxen - Vorhalten der Räumlichkeiten, Medikamente, Instrumentarien, Personal, ... ) für die Regelversorgung der Patienten in den niedergelassenen Praxen fehlen."


"Defizit droht"

Allein die großen Bereitschaftspraxen Nürnberg und München erwirtschafteten jeweils Defizite von über einer Million Euro pro Jahr.

"Liebe Patienten, lassen Sie sich nicht verunsichern. Der Großteil der niedergelassenen Haus- und Fachärzte wünscht sich nach wie vor, Sie in den eigenen Praxisräumen zu behandeln. Wir behandeln Sie gerne", stellt Ralph-Jörg Aman abschließend fest.
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