Kasendorf
Gemeinderat

Neugestaltung des "Schwarzen Roßes" kostet Millionen

Eine Teil-Sanierung oder ein Abriss des ehemaligen Gasthauses "Schwarzes Roß" in Kasendorf würde zwischen 3,0 und 4,3 Millionen Euro kosten.
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Nur der linke Gebäudeteil der ehemaligen Gaststätte "Schwarzes Roß" soll erhalten bleiben. Anstelle des Anbaus könnten zwei kleine Gebäude mit Satteldächern entstehen. Foto: Sonny Adam
Nur der linke Gebäudeteil der ehemaligen Gaststätte "Schwarzes Roß" soll erhalten bleiben. Anstelle des Anbaus könnten zwei kleine Gebäude mit Satteldächern entstehen. Foto: Sonny Adam
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Das ehemalige Gasthaus "Schwarzes Roß" im Kasendorfer Ortskern soll in Zukunft von der Diakonie genutzt werden. In dem Gebäude, das zuletzt durch akut einsturzgefährdete Kellergewölbe für Schlagzeilen gesorgt hat, soll eine Tagesstätte für Senioren entstehen. Außerdem möchte auch die Verwaltung der Diakonie dort einziehen. 460 bis 480 Quadratmeter benötigt der soziale Träger.

Auf Basis dieser Vorgaben haben der Bedheimer Architekt Florian Kirfel und sein Team verschiedene Planungsvarianten ausgearbeitet, die am Mittwochabend dem Gemeinderat vorgestellt wurden. Das Büro ist bekannt für seine kreativen Ideen bei der Sanierung historischer Gebäude.


"Es ist zu viel Geld zur falschen Zeit investiert worden"


Florian Kirfel hat herausgefunden, dass der Gasthof einst ein großes symmetrisches Haus mit prägender Tordurchfahrt war. Durch den Anbau eines Saales sei der einst eigenständige Baukörper seiner Symmetrie beraubt worden. "Es ist vom ursprünglichen historischen Gebäude viel kaputt gemacht worden. Es ist zu viel Geld zur falschen Zeit investiert worden", sagte Kirfel.

Durch die Umbauten habe der ehemalige Gasthof an Struktur und Gliederung verloren. Außerdem sei "starker Verfall" festzustellen. Das Dach müsse komplett erneuert werden. "Der Felsenkeller ist heikel. Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet", so Kirfel. Schon nächste Woche solle mit der Sicherung des Gebäudes begonnen werden. Dann würden Teile des Kellers verfüllt.


Kein Platz für die Haustechnik


In seinem Vorschlag versuchte der Architekt, die Tagespflegeeinrichtung, Büros der Diakonie und Wohnungen in das Gebäude zu integrieren. Außerdem sollte der Saal erhalten bleiben. Rund 4,3 Millionen Euro würde dies kosten. Doch die Anforderungen der Diakonie könnten nicht zur Gänze erfüllt werden. Ein großes Manko, so der Planer, sei die Tatsache, dass es keinen Platz für die Haustechnik gebe. Diese müsste im Keller untergebracht werden. "Aber ich warne davor. Es kann sein, dass der Keller unter dem Bestandsgebäude neu angelegt werden muss. Das führt zu Mehrkosten", so der Architekt.

In einer Variante verzichteten die Planer auf die Wohnungen. "Der Aufenthaltsraum für die Tagesbetreuung für Senioren wäre dann 14 Quadratmeter größer als gefordert", erläuterte Kirfel. "Die Räumlichkeiten der Diakonie wären auf drei Stockwerke verteilt, aber die betriebliche Nutzung hätte erhebliche Einschränkungen." Die Kosten bezifferte er auf 3,95 Millionen Euro.


Kleinere Häuser als Ersatz?


Bei der zweiten Variante würde der Gebäudeteil mit dem Düllsaal abgebrochen. An diese Stelle würden zwei kleinere Häuser treten. Die Planer könnten einen eigenen Zugang für Diakonie und Tagespflege schaffen. Die Haustechnik würde im Dachgeschoss Platz finden. Auch das Haus Nummer 7 würde von dieser Lösung profitieren. Denn es hätte dann "mehr Luft". Außerdem würde ein schöner Innenhof für die Senioren entstehen. "Wir hätten einen schönen hellen Aufenthaltsraum und eine große Terrasse", erklärte Kirfel. Und die Kosten würden mit 3,25 Millionen Euro deutlich unter denen der anderen Varianten liegen. "Das ist eine Chance", so der Planer.

Außerdem stellte Florian Kirfel den Räten noch die Möglichkeit eines Totalabrisses vor. In zwei Gebäuden, die in leicht abgeknickter Form an der Straße stehen würden, könnten Tagespflege und Diakonie und ein Saal für die Öffentlichkeit entstehen. Kosten: drei Millionen Euro.

Zuschauer bei der Gemeinderatssitzung waren zahlreiche Vertreter des Bürgervereins Kasendorf. Ihnen gestatteten es die Gemeinderäte, Fragen zu stellen. "Es wäre für den Markt Kasendorf schade, wenn der Saal wegfallen würde", sagte Volkmar Schulze. Mit dem Erhalt würde man "Werte für die Zukunft" schaffen, ergänzte Rainer Friedmann.


Platz für die Tagespflege


Norbert Groß (CSU) überlegte, ob das 1050 Quadratmeter große Gebäude eventuell noch etwas vergrößert werden könnte. "Für uns müssen die Tagespflege und die Anforderungen der Diakonie im Vordergrund stehen", sagte Monika Brandt (FW).

Gespräche mit Diakonie und mit Regierung kündigte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) an. "Ich selbst sehe keinen Sinn darin, solch einen Saal zu erhalten", sagte Steinhäuser. "Ein Saal für 100 Leute bringt doch niemandem etwas", pflichtete Rainer Macht (CSU) bei.

Anderer Meinung war Kreisbaumeister Andreas Schülein, der als Mitglied des Bürgervereins anwesend war. Ihm gefiel die aufgelockerte Bebauung der zweiten Variante nicht.
Eine Entscheidung, welche Variante befürwortet trafen die Kasendorfer Räte nicht. Der Markt Kasendorf möchte erst die Gespräche abwarten und die tatsächlichen Fördermöglichkeiten ausloten.
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