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Urteil

Mit Schwarzfahrt haarscharf am Gefängnis vorbeigeschrammt

Ein 56-Jähriger aus dem Landkreis Kulmbach kam mit einer Geldstrafe davon. Er fuhr trotz offener Bewährung ohne Führerschein.
Symbolbild: Christopher Schulz, dpa
 
von STEPHAN-HERBERT FUCHS
Weil er ohne Führerschein unterwegs war, ist ein 56-jähriger Mann aus dem Landkreis knapp am Gefängnis vorbeigeschrammt. Amtsrichterin Sieglinde Tettmann verurteilte den Computertechniker vor allem aufgrund seines Geständnisses zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu jeweils 15 Euro (1200 Euro) und zu einem Monat Fahrverbot. Der Mann hatte Glück, denn eigentlich hatte er noch bis 2018 eine Bewährungsstrafe offen und hätte sich nichts zuschulden kommen lassen dürfen.

In der Nähe von Neudrossenfeld wurde der Mann am Nachmittag des 26. Oktober 2016 mit einem Leichtkraftrad - Höchstgeschwindigkeit knapp 60 Stundenkilometer - von der Polizei gestoppt. Die Beamten wussten wohl, dass der Angeklagte schon seit Jahren keinen Führerschein mehr besitzt. Der war ihm bereits Anfang 2013 abgenommen worden, nachdem er vor dem Landgericht in Bayreuth wegen Betruges in 19 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt wurde. Ein Teil der Freiheitsstrafe wurde mittlerweile zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann hatte sich zwischenzeitlich auch wieder um eine Fahrerlaubnis bemüht, die er im Dezember auch bekam.

Er sei gar nicht mit einem klassischen Leichtkraftrad unterwegs gewesen, sondern mit einem Roller, der höchstens bis zu 30, vielleicht 40 Stundenkilometer fahren kann, sagte der Mann zunächst vor Gericht.


Roller sprang nicht mehr an

Das habe er auch beim Tüv beweisen wollen, doch dort sei der Roller nach Monaten der Sicherstellung gar nicht mehr angesprungen. "Kein Wunder", so Verteidiger Wolfgang Schwemmer aus Bayreuth. Zunächst habe der sichergestellte Roller eine Zeit lang im Freien gestanden, dann in einer ungesicherten Halle des Tüv. Schwemmer: "Von einer ordnungsgemäßen Sicherstellung von Beweismitteln sind wir hier weit entfernt."

Ganz allgemein beschrieb sich der Angeklagte als sehr rücksichtsvollen Fahrer, der lieber einmal zu viel als einmal zu wenig bremse. Als jemand, der auf dem Dorf lebt, sei er allerdings auf den Führerschein angewiesen. Sein Verteidiger sollte später in seinem Plädoyer noch ergänzen, dass sein Mandant bis vor einiger Zeit in Haft war und nun versuche, sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Ohne Führerschein sei dies nur schwer möglich. Zwar lebe sein Mandant derzeit von Hartz IV, doch nehme er bereits wieder Gelegenheitsarbeiten wahr. Ohne Führerschein sei daran nicht zu denken.

Eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen beantragte Staatsanwalt Stefan Hoffmann, 60 Tagessätze hielt Verteidiger Schwemmer für ausreichend. Während der Staatsanwalt allerdings ein Fahrverbot von drei Monaten forderte, sprach sich der Verteidiger dafür aus, von einem solchen Fahrverbot abzusehen. Richterin Tettmann blieb mit ihrem Urteil von 80 Tagessätzen zu jeweils 15 Euro und einem Monat Fahrverbot so ziemlich in der Mitte der Forderungen.

Mit seinem Geständnis habe der Angeklagte dem Gericht eine umfangreiche Beweisaufnahme erspart, zudem habe die Schwarzfahrt mit einem Roller und nicht etwa mit einem Pkw oder gar mit einem Lkw stattgefunden. Auch wenn sich der Mann in einer offenen Bewährung befunden habe, reiche eine Geldstrafe gerade noch einmal aus, sagte die Richterin. Um den Angeklagten das Unrecht seiner Tat zu verdeutlichen, sei zumindest ein einmonatiges Fahrverbot unabdingbar.
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