Kulmbach
Kontrollbehörde

Lebensmittelsicherheit: Kulmbach hat jetzt die Kontrolle

Die neue Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat ihren Hauptsitz in Kulmbach. Die Behörde kontrolliert 600 Betriebe.
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Die neue Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen überwacht bayernweit rund 600 überregionale Herstellerbetriebe. Auch Großbäckereien werden kontrolliert. Symbolbild: dpa
Die neue Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen überwacht bayernweit rund 600 überregionale Herstellerbetriebe. Auch Großbäckereien werden kontrolliert. Symbolbild: dpa
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Der Hygieneskandal bei Müller-Brot Anfang 2012 und der Bayern-Ei-Skandal 2015 haben die Verbraucher erschüttert - und die Politik hat daraus Konsequenzen gezogen. Die Staatsregierung hat im Juli 2017 eine Reform der Lebensmittelüberwachung angestoßen und damit auch die Schaffung einer Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen beschlossen. Die neue Behörde, kurz KBLV genannt, hat eine Dienststelle in Oberding im Landkreis Erding und ihren Hauptsitz in Kulmbach.


600 Betriebe im Blick

Ziel sei es, die Lebensmittelsicherheit in Bayern weiter zu verbessern, sagte Behördenleiterin Claudia Thielen beim gestrigen Pressegespräch. Rund 600 große, überregionale Herstellerbetriebe würden ab Januar von den Kontrollteams, die hoch spezialisiert seien, überwacht. "Komplexe Betriebe" würden unter die Lupe genommen. Dazu gehören laut Thielen große Zuckerhersteller und Molkereien, Hersteller von Fisch- und Fleischerzeugnissen sowie Babynahrung oder Geflügelbetriebe. Für die meisten der rund 200 000 in Bayern tätigen Lebensmittelbetriebe, darunter kleinere Metzgereien, Bäckereien oder Hofläden, seien weiter die Landratsämter zuständig.
Etwa 40 der insgesamt 100 neuen Stellen würden in Kulmbach geschaffen. Tierärzte, Agraringenieure, Lebensmittelchemiker und -techniker, aber auch Vollzugsbeamte und Juristen würden beschäftigt.


B ußgelder werden verhängt

Wie Thielen erläuterte, werden die Betriebe nicht nur überwacht, sondern Verstöße auch mit Bußgeldern geahndet oder Abhilfemaßnahmen durchgesetzt.
"Wir freuen uns, dass wir mit Kulmbach einen Standort gefunden haben, der von der Lebensmittelüberwachung und Lebensmittelwirtschaft stark geprägt ist", sagte die Behördenleiterin, nach deren Worten es ein Verdienst von Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) ist, dass der Hauptsitz in Kulmbach geschaffen wurde. Von hier aus würden ganz Franken sowie die Oberpfalz betreut. Die anderen Regierungsbezirke würden von Oberding aus überwacht. Die dortigen Mitarbeiter seien auch für die Grenzkontrollstelle am Münchner Flughafen zuständig.


Im Eiltempo

Dass die neue Behörde im Eiltempo aufgebaut wurde, stellte Henry Schramm fest. Es sei aufgrund des engen Zeitplans nicht leicht gewesen, Räumlichkeiten zu finden. Die KBLV ist in einer Zwischenlösung im früheren BRK-Schülerwohnheim in der Flessastraße beheimatet, soll Schramm zufolge später ins "Bayerische Grüne Zentrum" einziehen, das auf dem Spinnereiareal geschaffen werde.


Der richtige Standort

Die KBLV-Gründung sei ein gutes Beispiel dafür, wie die von der Regierung vorangetriebene Behördenverlagerung in die Regionen gelingen könne. Kulmbach sei als Lebensmittelstandort für eine solche Einrichtung prädestiniert, betonte Henry Schramm, der darauf verwies, dass nach dem Kompetenzzentrum für Ernährung auch ein Institut für Lebensmittelechtheit sowie die siebte Fakultät der Universität Bayreuth geschaffen werden. Die Studenten würden sich ab dem Jahr 2020 ebenfalls mit dem Thema Lebensmittel und Gesundheit befassen.
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