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25 Jahre

Kulmbacher Literaturverein feiert Geburtstag

Der Kulmbacher Literaturverein feiert Geburtstag. Was vor 25 Jahren als kleiner Literatenstammtisch begann, entwickelte sich zu einem Zusammenschluss, der aus der Kulmbacher Kulturszene nicht mehr wegzudenken ist.
Andrea Senf, Katerina Stutz und Karin Minet packen die noch druckfrischen Jubiläumsbüchlein "25" aus. Foto: Uschi Prawitz
 
von USCHI PRAWITZ
"Man wird es kaum glauben, aber der Literaturverein war eines der Hauptargumente, weshalb ich von Berlin nach Kulmbach gezogen bin", sagt Michael Asad. Seit 2002 ist er aktives Mitglied und weint den Berliner Zeiten keine Träne nach. "Damals war dort alles im Umbruch, in Literatenkreisen gab es viele Kämpfe und Bekriegungen."

Streit ist etwas, das der Kulmbacher Literaturverein nicht kennt. In Harmonie, aber durchaus unter kritischen Augen treffen sich die Mitglieder alle zwei Wochen zum Stammtisch, um den "Kollegen" ihre Werke vorzutragen. "Das war auch ein Anreiz für mich, Mitglied zu werden", erzählt Birgit Hächl aus Alladorf. "Es war der erste Kreis, in dem man sich in der Öffentlichkeit testen konnte, und man hatte zudem noch die Möglichkeit, eigene Texte in einem Buch zu veröffentlichen."

Das ist eines der Steckenpferde der Literaten. Jährlich druckt der Verein zwei bis drei Themenhefte mit verschiedenen Inhalten. Das erste erschien im März 2011 unter dem Titel "Alltag". Seitdem sind sieben Büchlein erschienen, das neueste wird heute anlässlich der Jubiläumsfeier präsentiert. "25" wurde es passender Weise genannt, und man darf gespannt sein, welche Assoziationen die vielen großen und kleinen Autoren mit dieser Zahl herstellen.

"Ich freue mich besonders, dass auch unsere jüngsten Mitglieder Texte beitragen", sagt Vorsitzende Karin Minet. Die Kinder- und Jugendarbeit sei wichtig, deshalb gebe es im Jubiläumsjahr auch eine Kinderaktion. "In Zusammenarbeit mit dem Bäckereimuseum und dem CVG veranstalten wir am 24. November einen Lesenachmittag im Museum", so Minet. "Kinder lesen für Kinder" heißt das Projekt unter der Leitung von Uschi Prawitz und Barbara Hahn, bei dem Schüler Texte schreiben, umarbeiten oder aussuchen und sie interessierten Kindern vortragen können.

Doch das ist nicht das einzige Projekt, das der Kulmbacher Literaturverein betreut oder unterstützt. Die "Wortschatztruhe" unter der Leitung von Andrea Senf, die über Monate hinweg Gedichte, Geschichten und Briefe von Kulmbachern gesammelt und zu einem Büchlein zusammengestellt hat, ist der Versuch, alte literarische Schätze zu bergen.

"Das Buch steht kurz vor der Vollendung und kann noch in diesem Jahr in den Druck", freut sich Andrea Senf. Auch private Veröffentlichungen hat der Verein schon mitfinanziert, wenn sie einem sozialen Zweck dienten. Die Autorin Ria Lutze schrieb zum Beispiel das Buch "Zwei mutige Außenseiter", dessen Erlös zwei Vereinen zufließt, die sich um krebskranke Kinder kümmern.

"Wir sind ein gemeinnütziger Verein", sagt Karin Minet. "Unsere eigenen Bücher finanzieren sich glücklicher Weise inzwischen durch den Verkauf selbst, so dass die Mitgliedsbeiträge direkt in Projekte einfließen können." So hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, das Pühn-Grab auf dem Alten Friedhof vor dem Verfall zu retten. Bereits während einer Mundartlesung im Sommer konnten erste Spendengelder gesammelt werden. Zur 25-Jahr-Feier wird Bilanz gezogen und die Spende an die Stadt Kulmbach übergeben.

Auch eine vereinsinterne Fortbildung wurde 2013 in Zusammenarbeit mit der Akademie für neue Medien angeboten ein Deutsch-Polnisches Buchprojekt unterstützt. "Wir haben mehr Ideen, als wir umsetzen können", sagt Minet und bedankt sich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Auch in Zukunft sieht es der Verein als eine seiner Hauptaufgaben, Interessantes zu fördern. Das Jahr 2014 wird demnach ganz unter dem Thema "Außenseiter" stehen. Gemeinsam mit den Himmelkroner Werkstätten führen Michael Asad und Elisabeth Scharke ein Schreibprojekt durch, und im Jahresverlauf sollen auch noch weitere so genannte Randgruppen angesprochen werden und zu Wort kommen.

Die literarischen Nachmittage an der Volkshochschule, die noch vom damaligen Kulturreferenten Hans Stößlein ins Leben gerufen worden waren, boten die Grundlage für den späteren Verein. Man wollte sich öfters als nur zwei Mal im Jahr treffen und gründete daraufhin 1986 einen Literatenstammtisch, der sich alle zwei Wochen zum gegenseitigen Vorlesen traf.

Am 11. Februar 1988 wurde dann von 13 Gründungsmitgliedern unter dem Vorsitzenden Wolfram Gittel der heutige Literaturverein gegründet.

"Wir sind zu einem wahrlich internationalen Verein mit 88 Mitgliedern gewachsen", sagt Karin Minet. "Sie kommen nicht nur aus Kulmbach, sondern sogar aus der Türkei, China, Griechenland, Polen und den USA." Seit 1999 ist die Apothekerin Vorsitzende und hat aus ihm eine Stätte der Begegnung gemacht. "Der Literaturverein ist etwas Besonderes," sagt Franzi Weiss, mit 19 Jahren eine der Jüngsten im Verein. Sie findet es toll, dass hier Autoren jeder Altersklasse vertreten sind. Und 2. Vorsitzender Wolfram Stutz ergänzt: "Wohlwollen ist eine Vereinstugend, die bei uns gepflegt wird, das erfreut mein Herz."

Heute Nachmittag feiert der Literaturverein im Martin-Luther-Haus sein 25-jähriges Bestehen mit Lesungen und einem geselligen Beisammensein. Weitere Informationen unter kulmbacherliteraturverein.de.



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