Beim Wertpapierforum der VR-Bank Oberfranken-Mitte - vormals Kulmbacher Bank - stand der Präsident der DZ-Bankgruppe New York, Gerhard Summerer, im Rampenlicht. Der Experte war aus dem "Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten" angereist und referierte über "Die Entwicklung der Kapitalmärkte im Zeitalter der Trump-Ära".


"Ich mache mir große Sorgen"


Ein Jahr nach der Wahl des neuen US-Präsidenten sieht die Lage auf den Kapital- und Wertpapiermärkten alles andere als rosig aus. "Ich mache mir große Sogen, es könnte Korrekturen geben", warnte Gerhard Summerer. Die Pensionskassen seien eklatant unterfinanziert. Die jüngeren Menschen hätten kein Geld mehr, um in Zukunft frei werdende Aktien zu übernehmen. "Die Bundesstaaten in den USA können keine Kredite aufnehmen, denn die Landeshaushalte müssen ausgeglichen sein", monierte der Redner. Die Gesellschaft in den USA habe sich zu einer Neid-Gesellschaft entwickelt. Die Staatsverschuldung liege schon bei 74 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Der Bankenexperte nahm beim Wertpapierforum in der Dr.-Stammberger-Halle kein Blatt vor den Mund. "Donald Trump ist gewählter Präsident. Aber er ist hinterhältig, neidisch, uninformiert und in keiner Weise in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu erkennen", sagte er. "Wer glaubt, dass es unwahrscheinlich ist, dass Trump einen Krieg mit Nordkorea anfängt, der liegt falsch. Die Chance liegt bei 50 zu 50."


Qualifizierte Mitarbeiter Mangelware


Summerer betonte, dass die deutsche Wirtschaft mit Amerika stark verknüpft sei. "Der Euro-Dollar-Wechselkurs war lange nicht mehr so politisch wie heute."

In den USA gebe es vor allem ein Recruitment-Problem, denn die Firmen fänden immer weniger qualifizierte Mitarbeiter. "In den USA gibt es ein enormes Drogenproblem. Und Leute mit Drogenvergangenheit lassen sich nicht versichern", erklärte der Experte. "Die gesamte Welt ist in Unordnung geraten", sagte Summerer. Auch die Flüchtlingswelle trage dazu bei.

Hinzu kämen Phänomene wie die Bitcoins. Der Handel mit dieser imaginären Währung im Internet unterliege keiner Regulierung.

 


"USA brauchen Zuwanderer"



Eine klare Absage erteilte der Banker Donald Trumps Idee, auf Einwanderung verzichten zu wollen. "Wir haben seit Jahren negative Einwanderungszahlen aus Mexiko in die USA, aber die USA brauchen Zuwanderer", betonte Summerer.

Vorstand Stephan Ringwald hatte eingangs erstmals auch Gäste aus dem Landkreis Kronach zum Wertpapierforum begrüßt. Insgesamt waren rund 350 Zuhörer in die Dr.-Stammberger-Halle gekommen.