Es ist niemals gut, wenn einem der Ruhm zu Kopfe steigt. Bei einem Sternekoch ist es ja schlimm, man hängt an Fäden, die vom Management von oben gesteuert werden. Jede Bewegung und jedes Wort muss stimmen, eigene Sachen sind unwichtig. Wer einen Stern besitzt, vergisst immer, dass die kleinen Köche zu Hause in der Küche täglich schuften um den Stern zu erhalten. Nicht der im Rampenlicht hat ihn erkocht, sondern die gesamte Mannschaft. Ich war auch 56 Jahre Koch und habe in fast 40 Jahren Selbstständigkeit einiger erlebt. Durfte sogar im Fernsehen mal meine Fähigkeiten vorzeigen, aber ohne Honorar. Das hatte aber weder mich noch andere Kollegen gestört. Heute ist man ein Star, wenn andere sagen, was man zu tun hat.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass ein Schausteller täglich alles geben muss, damit sein Geschäft überlebt. Mancher Sternekoch würde verhungern, wenn er von seiner Leistung leben müsste. Überheblichkeit ist nicht immer gut, und die Anerkennung der Leistung anderer tut nicht weh. Es ist bemerkenswert, wenn jemand den Familienbetrieb am Laufen hält, obwohl es schwierig ist und man eben nicht laufend neue Sachen anschaffen kann. Es gibt noch Menschen, die für ihr Geld echt arbeiten müssen und denen nicht das Fernsehen das Konto auffüllt.

Alexander Herrmann hat mit der Aktion seinem Posthotel mehr geschadet. Wenn ihn die älteren Fahrgeschäfte stören, kann er ja neue kaufen und dem Schausteller schenken. Wäre ein feiner Zug!

Eine alte Weisheit sagt: Hochmut kommt vor dem Fall! Dies sollte man stets bedenken. Eine kräftige Entschuldigung wäre angebracht.