Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Politik

Zu Guttenbergs Beratungsfirma - Heftige Reaktionen nach Berichterstattung

Die Redaktion thematisiert die Beratungsfirma des ehemaligen Verteidigungsministers. Das gefällt nicht jedem Leser. Ein Streitgespräch.
 
von KLAUS ANGERSTEIN CHRISTIAN PACK
Der ehemalige Kulmbacher Bundestagsabgeordnete Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist zurück in den Schlagzeilen. Zunächst als Wahlkampfhelfer geht es nun um seine Beratungsfirma "Spitzberg Partners". Die "Berliner Morgenpost" hatte investigativ recherchiert, unter anderem an den Standorten der Firmenbüros in Berlin und New York. Insbesondere die zu spürende Zurückhaltung in Sachen Auskünfte über die Geschäfte und Strukturen, gepaart mit Drohgebärden gegenüber der Redaktion, aber auch nur schwer ausfindig zu machenden Mitarbeitern standen im Mittelpunkt der Berichterstattung.
Im Fokus der "Morgenpost"-Recherchen stand auch Thurnaus ehrenamtlicher Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU), der als Geschäftsführer für die Firma tätig ist. Darüber ärgert sich Detlef Zenk, Gemeinderat der Freien Wähler in Thurnau.


Den vollständigen Text an die Redaktion lesen Sie hier:


Zuschrift von Detlef Zenk: Schämen Sie sich!

"Dreimal habe ich mir den Bericht zur Beratungsfirma Spitzberg Partners LLC durchgelesen und noch immer weiß ich nicht genau, was er eigentlich soll. Substanziell erkenne ich keinerlei wissenswerte Informationen. Somit gibt es für mich nur einen Grund, warum es diese ,Geschichte' in die Gazetten schafft: Herrn zu Guttenberg. Ein schönes Bild als Eyecatcher - und schon wird der Bericht gelesen. Ebenso gut hätte davon erzählt werden können, dass Karl-Theodor zu Guttenberg sein Auto verkauft hat und es wird gemunkelt, dass der Grund volle Aschenbecher waren. Was fällt denn dem ein? Ganz normale Regenbogenpresse ohne journalistischen Anspruch, würde ich sagen - und die Betroffenen können sicherlich damit umgehen.

Dass jedoch der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther ebenso nichtssagend, jedoch mit einem unterschwelligen Vorwurf in die gewollt negative Darstellung einbezogen wird, ist schlichtweg widerlich. Ich habe im Rahmen meines Ehrenamtes als Gemeinderat und insbesondere der laufenden Dorferneuerung in Alladorf fast täglich mit Martin Kontakt. Dabei telefoniere ich fast immer mit ihm im Rathaus oder bei Terminen im Gemeindegebiet. Meiner Wahrnehmung nach ist er faktisch nie in Berlin.

Wir haben in Thurnau unglaublich viele Projekte am Laufen, die er mit seiner Verwaltung akribisch, zielgerichtet und mindestens tagausfüllend verfolgt. Martin macht dabei aus meiner Sicht einen tollen Job.

Die Strategie von Christian Pack, hier die Frage in den Raum zu stellen, ob da nicht doch Aufgaben als Bürgermeister vernachlässigt werden, um die Geschäftsführertätigkeiten einer vermeintlich fragwürdigen Firma auszufüllen, verweise ich entschieden in den Bereich der Märchen. Christian Pack sollte sich dafür schämen! Klaus Angerstein für den ebenso beliebigen Kommentar dazu ,Richtig und falsch' übrigens gleich ein bisschen mit."



Im Folgenden lesen Sie, was die angesprochenen Reporter Klaus Angerstein und Christian Pack erwidern, die über zu Guttenberg, die Firma und die Recherchen der "Morgenpost" in der gestrigen Ausgabe geschrieben haben.


Reaktion der Redaktion: Kein Grund zum Schämen

"Keine Rundumschläge bitteschön! Es ging in unserer gestrigen Berichterstattung um Karl-Theodor zu Guttenberg, respektive dessen Firma. Der Name Martin Bernreuther musste fallen, weil der Thurnauer Bürgermeister auch als Spitzberg-Geschäftsführer der Berliner Dependance fungiert.
Wir unterstellen dabei in keiner Weise, dass Bernreuther deshalb seine Bürgermeisterpflichten vernachlässigt. Wir fragen lediglich nach, wie die Ausübung einer Spitzberg-Geschäftsführerfunktion realisiert wird. Bereitwillig hat Bernreuther dazu Auskunft gegeben. So viel zu diesem Thema.

Sie, Herr Zenk, haben unserer Berichterstattung nichts Informatives abgewinnen können. Dazu folgendes: Wenn, wie im Fall der Firma "Spitzberg Partners" mit allen Mitteln versucht wird, der Berliner Morgenpost genauere Auskünfte über das Unternehmen und seine Mitarbeiter tunlichst vorzuenthalten, wird eine umfassende Berichterstattung nötig und auch schwierig. Es wäre fatal, würde der Eindruck entstehen, man könnte mit einer solchen Verweigerungshaltung unliebsame Veröffentlichungen verhindern. Zu Guttenberg gehört nicht zu den Leuten, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen. Im Gegenteil: Er sieht sich gern im Rampenlicht, wenn er das Drehbuch für den Auftritt selbst schreiben kann. Er sollte sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass sich Redaktionen auch von einem Freiherrn nicht den Mund verbieten lassen. Die Redaktion hat auch hier neutral nachgefragt.

Auch in diesem Fall sind die Verantwortlichen zu Wort gekommen. Und wenn mit Blick auf den Umgang mit einer Dissertation die Meinung der Redaktion nicht der des Karl-Theodor zu Guttenberg entspricht, ist das nichts, wofür wir uns schämen müssten."
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.