Kulmbach
Info-Veranstaltung

Erste Abnehmer für den KulmBecher sind schon da

Die Protagonisten des "KulmBechers" warben im Sitzungssaal des Landratsamtes für ihr Mehrwegbecher-System - mit guter Resonanz.
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"Grünwehrbeck" Sebastian Groß war der Erste, der sich mit einem Starter-Set mit 30 KulmBechern eindeckte. Unser Bild zeigt (von links) Josias Neumüller, Sebastian Groß, Patrick Bär, Nicolas Landgraf und Abfallberater Detlef Zenk vom Landratsamt Kulmbach.  Foto: Werner Reißaus
"Grünwehrbeck" Sebastian Groß war der Erste, der sich mit einem Starter-Set mit 30 KulmBechern eindeckte. Unser Bild zeigt (von links) Josias Neumüller, Sebastian Groß, Patrick Bär, Nicolas Landgraf und Abfallberater Detlef Zenk vom Landratsamt Kulmbach. Foto: Werner Reißaus
Die Idee des KulmBechers ist simpel: Der Kunde bekommt für sein Getränk einen Mehrwegbecher in den Kulmbacher Cafés und Geschäften ausgehändigt und kann ihn, sobald er leer ist, irgendwo in der Innenstadt wieder abgeben. Dort wiederum wird der Becher gespült und kann jederzeit wieder befüllt werden. Das Ganze funktioniert mit Pfandmarken. Somit hat man immer entweder einen Becher oder eine Marke in den Händen. Ausgedacht haben sich das ganze vier Schüler der Umweltgruppe am Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium (MGF).
Der Leiter der Fachberatung Abfall und Klimaschutz, Detlef Zenk, der die Schülergruppe bei ihrem Projekt begleitet, beraten und unterstützt hat, zeigte sich überrascht von der Resonanz der Info-Veranstaltung am Dienstagabend im Landratsamt: "Eine meiner Aufgaben ist es auch, das Bewusstsein im Umgang mit dem Abfall zu schaffen und die Abfallvermeidung zu fördern."
Detlef Zenk machte deutlich, dass die Abfallvermeidung eigentlich Niemanden mehr interessiert: "Ich habe 1990 in der Abfallwirtschaft am Landratsamt begonnen, und da gab es in Bayern das Bürgerbegehren ,Das bessere Müllkonzept' und im Landkreis Kulmbach gerade die Diskussion, wo die Mülldeponie hinkommt und da haben sich die Leute noch dafür interessiert. Aber mittlerweile funktioniert die Abfallwirtschaft so gut, denn alles wird abgeholt, die Tonnen sind groß und die Müllgebühren sind niedrig im Vergleich zu anderen Lebenshaltungskosten und da hat man einfach Schwierigkeiten mit so einem Thema wie Abfallvermeidung, es überhaupt in die Köpfe zu bekommen."
Dazu kommt: Die Zeit wird immer schnelllebiger. "Früher wäre man nicht auf die Idee gekommen, einen Kaffee oder Tee im Gehen zu trinken, sondern man hat sich die Zeit genommen, sich hinzusetzen und durch zu schnaufen", so Abfallberater Zenk.
Mit der Verknappung der Rohstoffe und dem Thema Mikro-Plastik trete aber jetzt doch eine gewisse Sensibilität bei den Verbrauchern ein. Gerade deshalb sei das Thema Abfallvermeidung wieder ganz groß auf der Agenda. Abfallberater Detlef Zenk: "Die europäische Gesetzgebung hat die Abfallvermeidung ganz hoch gesetzt, und die Landkreise müssen Abfall vermeiden und Konzepte machen, aber es bleibt halt immer nur bei den Konzepten. Dass man die Produzenten von Verpackungen einmal in die Pflicht nehmen würde und darauf schaut, dass die Produkte möglichst rohstoffarm hergestellt werden und auch recycelbar sind, das scheitert regelmäßig an der Lobby."
Zenk freute sich deshalb über das Projekt der Umweltgruppe des Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasiums (MGF), die am Dienstagabend mit ihrem Lehrer Matthias Goletz das Projekt auch selber vorstellte. Die Schüler Nicolas Landgraf, Josias Neumüller und Patrick Bär zeigten die Vorteile ihres Mehrwegbechers auf, für den sie auch einen Bayerischen Umweltpreis erhalten haben und der auch schon durch alle Medien ging.
Sebastian Groß, Juniorchef von der Grünwehrbeck GmbH, war am Dienstagabend einer der Ersten, der sich mit einem Starter-Set mit 30 KulmBechern und den entsprechenden Marken eindeckte: "Ich bin von dem Konzept beeindruckt. Wenn ich allein sehe, was wir in unseren Verkaufsläden und Filialen für Becher rausgeben, das ist einfach ein Wahnsinn, was da an Müll produziert wird und deshalb muss man auch dagegen vorgehen. Ich halte den KulmBecher für eine sehr gute Idee und wenn man das will, dann funktioniert es auch. Man hat ja seine täglichen Kaffeekunden und denen muss man es schmackhaft machen."
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