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Burgbelebung

Die Ritter sind zurück auf Zwernitz

In Sanspareil war am Wochenende viel geboten: 16 Mittelalter-Fans zeigten, wie das Leben vor über 550 Jahren war.
Holger Wendel (rechts) und Holger Zwilling in ihrer Soldatenuniform Fotos: Katharina Müller-Sanke
 
von KATHARINA MÜLLER-SANKE
Tanja Ratmann liebt es, sich mit dem Mittelalter zu beschäftigen. Speziell die Zeit um 1450 aufleben zu lassen, ist ihre große Leidenschaft. Und dabei geht sie bis ins Detail: Gemeinsam mit 16 anderen Mittelalterbegeisterten ist sie am Wochenende zur Burgbelebung auf die Burg Zwernitz gekommen.

Vordergründige Mittelaltermärkte, die die riesige Zeitspanne des Mittelalters - und das sind immerhin knapp 1000 Jahre - in einen Topf werfen, sind ihnen ein Graus. Den Geschichtsfreunden geht es um die Forschung, darum nachzuspüren, wie es in vergangenen Zeiten wirklich war und so die Geschichte ein Stück weit lebendig werden zu lassen.

Unter den Mittelalterfreunden sind Menschen aus den verschiedensten Berufen. Susanne Ahgeler zum Beispiel ist Goldschmiedin und stellt auf der Burg ebenfalls Schmuck her. Die meisten Teile sind Nachbildung von Originalen aus der damaligen Zeit. Perldraht - Metallstreifen, die so bearbeitet werden, dass sie aussehen, als wären winzige Perlen aufgefädelt - ist eine ihrer Spezialitäten.

Nebenan zeigen mehrere Frauen, wie mittelalterliche Kleidung entsteht. Kunsthistorikerin Sonja Höpp näht originalgetreue Gewänder, zum Beispiel einen Wams. Das ist eine Art Weste, an der die Hosen der Männer angeknüpft werden.

Nadine Zanner zeigt Interessierten, wie mit einer Spindel zarte Fäden gesponnen werden können. Tanja Ratmann selbst ist vor allem vom Färben begeistert. In einem riesigen Zuber hat sie aus verschiedenen Zusätzen Farben gekocht. Es ist immer ein bisschen experimentieren, aber am Ende kommen wunderschön und kräftig gefärbte Stoffe heraus.

Die Männer im Inneren der Burg zeigen die Waffen des späten Mittelalters. Auch eine kleine Schreibstube ist eingerichtet, in der Michael Ratmann auf Wachstafeln schreibt. "Jeder bringt das ein, was er kann", betont Tanja Ratmann.


Fachkundige Auskunft

Besucher können die Aussteller fragen, was sie wollen, sie bekommen durchdachte und fachkundige Antworten. Die Aussteller hier haben etwas zu erzählen.

Darüber, wer im Mittelalter wie gekleidet war und auch darüber, woher die einzelnen Darsteller kommen. Das kann man nämlich an der Kleidung erkennen.

Zum Beispiel bei den Soldaten. Holger Wendel kommt aus Hessen, das ist schon nahe an Burgund, und diesen Einschlag sieht man an der Form des Helmes und an den leicht gepufften Ärmeln.

Holger Zwilling dagegen trägt einen anderen Helm, seine Jacke hat einen anderen Schnitt. Kleinigkeiten, die einem kaum auffallen, wenn man nicht fragt. Gleiches gilt für die Frauen: Welche haben eigentlich ein Kopftuch auf? Wie wäscht man damals die Kleidung? Wie sieht es in welcher Zeit mit der Hygiene aus?

"Es gibt unheimlich viele Vorurteile," sagt Tanja Ratmann. "Wir wollen Aufklärung leisten."

Und diese Aufklärung ist wirklich spannend.
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