Kasendorf
Gemeinderat

Diakonie möchte Neubau oder Umbau ohne Saal

Die Zukunft des Gasthofes "Schwarzes Ross" in Kasendorf war wieder einmal das beherrschende Thema der Gemeinderatssitzung.
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Der Marktgemeinderat Kasendorf entschied auch in der Februarsitzung noch nicht über die Zukunft des Gasthauses  "Schwarzes Ross".Sonny Adam
Der Marktgemeinderat Kasendorf entschied auch in der Februarsitzung noch nicht über die Zukunft des Gasthauses "Schwarzes Ross".Sonny Adam
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Die Planungen für einen Umbau des Gasthauses "Schwarzes Ross" gehen weiter. Nach ersten Gesprächen mit der Regierung bezüglich der Förderkulisse, kommt ein Abriss nicht mehr in Frage, damit ist die vom Architekturbüro vorgestellte "billigste" Lösung für knapp drei Millionen Euro - ein Totalabriss - definitiv vom Tisch. "Auf einen Abriss gäbe es keine Förderung. Das hat uns die Regierung klar signalisiert", erklärte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU).

Das Planungsbüro Gründer Kirfel aus Bedheim hat drei Varianten als "machbar" skizziert: In einer ersten Variante versuchten die Architekten Tagespflegeeinrichtung, die Anforderungen der Diakonie und Wohnungen in das Gebäude zu integrieren. Außerdem sollte der Saal erhalten bleiben. Diese Lösung würde rund 4,3 Millionen Euro kosten. Allerdings sei sie für keine der Parteien "befriedigend". Auch die Regierung von Oberfranken hielt diese Lösung als "überfrachtet".

Förderfähig sind also die Varianten 1b und 2. Bei der Variante 1b haben die Planer den Saal erhalten und versuchten öffentliche Nutzung und Anspräche der Diakonie in Einklang zu bringen. Dabei wurde auf die Integration von Wohnungen verzichtet. Der Aufenthaltsraum für die Tagesbetreuung für Senioren wäre in der Variante 1b dann 14 Quadratmeter größer als gefordert - allerdings hätte diese Umbaumöglichkeit ein erhebliches Belichtungsproblem. Zudem würde in diese Variante der Zugang zum anderweitig genutzten Saal möglicherweise zu Konflikten mit der Diakonie führen, hatte der Planer gewarnt. Die Kosten würden sich auf 3,95 Millionen Euro belaufen.

In der Variante 2 würde der Saal-Trakt des "Schwarzen Ross" abgerissen. An die Stelle des nachträglich erstellten Saalanbaus würden zwei kleinere Häuser treten. Die Planer könnten in dieser Variante einen eigenen Zugang für Diakonie und Tagespflege schaffen, könnten das Gebäude klar erschließen. Die Haustechnik würde im Dachgeschoss Platz finden. Außerdem würde durch diese Planungsvariante ein schöner Innenhof, der den Senioren zur Verfügung stünde, entstehen. Die Kosten würden mit 3,25 Millionen Euro ebenfalls deutlich unter den anderen Varianten liegen.

Aktuell, informierte Steinhäuser die Räte, arbeitet das Planungsbüro noch einen weiteren Vorschlag aus, bei dem der Saal erhalten wird. Allerdings wird diese Variante noch einmal erheblich teuerer. Die Regierung hat bereits signalisiert, dass es möglicherweise Probleme damit geben könnte, das Fördervolumen weiter auszuweiten. Doch eine endgültige Beurteilung kann erst erfolgen, wenn die Planungen vorliegen. Und die sollen am 20. Februar präsentiert werden.

"Wir haben am 1. März ein Abschlussgespräch mit der Regierung von Oberfranken. Dabei werden wird dann konkret die Förderfähigkeit erfahren", erläuterte Steinhäuser den Zeitplan. Auch die Diakonie hat sich bereits zu den vorgeschlagenen Varianten geäußert. "Die Diakonie hätte sich für die Variante 3, einen kompletten Neubau, erwärmen können. Aber die ist wegen der Nicht-Förderfähigkeit vom Tisch", so Steinhäuser. Als zweiten Favoriten sprach sich die Diakonie bei der Versammlung für den Abriss des Saalanbaus aus.

Die Diakonie macht sich aktuell nicht nur Gedanken, eine Tagespflegeeinrichtung zu schaffen, sondern auch eine Nachtpflege. Dies allerdings wäre mit einer Saalnutzung sicherlich nur schwer vereinbar, kommentierte der Bürgermeister die Pläne.

Auch in der jüngsten Sitzung machten sich einige Bürger für den Erhalt des Saales stark. "Aber es gibt doch keine Möglichkeit für die Diakonie, den Saal zu nutzen", wandte Klaus Amschler (CSU) ein. Monika Brandt (FW) und Volker Hohenberger (FW) sprachen sich dafür aus, dass man erst einmal die weitere Planungsvariante abwarten solle. "Man muss sehen, ob bei dieser Variante auch ein heller Aufenthaltsraum entsteht", so Brandt. "Aber mit einem zweistöckigen Anbau macht man sich sicher keine Freude bei den Nachbarn", gab Hohenberger zu bedenken. Roland Hübner (CSU) verwies auf die Aussagen des Architekten. "Wir haben einen Experten beauftragt. Der hat klipp und klar gesagt, dass beim Erhalt des Saales keiner zufrieden sein wird", so Hübner.

Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) sagte, dass auch der Denkmalschutz die öffentliche Nutzung des Saales und die Nutzung durch die Diakonie in einem Gebäude für schwierig halte. Zumal dann, alle Sanitäreinrichtungen doppelt vorhanden sein müssten. Bei einem Erhalt des Saales müsse außerdem die Statik des Schwungbodens im Saal überprüft werden, gab Steinhäuser zu bedenken.
Eine endgültige Entscheidung über die -Zukunft des "Schwarzen Ross" soll in der nächsten Sitzung des Marktgemeinderates getroffen werden.

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