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Geschichte

Das jähe Ende der Eppenreuther Gutsbrauerei

Eppenreuth war einst eine "Bierhochburg". Auch Johann Adam Eck betrieb eine Braustätte, die seine Erben jedoch gnadenlos zerschlugen.
Es war ein stattliches Anwesen, das Gut mit Brauerei des Johann Adam Eck. Nach seinem plötzlichen Tod durch Ertrinken wurde es von den Erben gnadenlos zerschlagen. Foto: privat
 
Es war von der Welt abgeschnitten, das Dorf Eppenreuth. Auf rund 575 Metern Höhe gelegen und umgeben von tiefen Tälern, war es vor 120 Jahren auf winkeligen unbefestigten Fahrspuren sehr schwer zu erreichen. Das galt besonders für die schneereichen Wintermonate. Kein Wunder, dass die dortige Bevölkerung - bestehend aus Bauern und Hauswebern - auf Selbstversorgung setzen musste.


Der kleine Krämerladen


Das wenige, das man brauchte, gab es im kleinen Krämerladen. Aber auf sein Bier wollte auch dort keiner verzichten. Und Eppenreuth war für die damalige Zeit eine "Bierhochburg". So wurde 1810 die Brauerei und das Mulzhaus des Brauers, Gastwirts, Krämers, Landwirts und zeitweiligen Gemeindevorstehers Johann Heinrich Wachter neu gebaut.

Sein Sohn Johann Gottfried Wachter beherrschte mit seiner Brauerei das Oberland und belieferte dort 21 Zapfenwirte von Enchenreuth bis Kupferberg. Das war für die damalige Zeit ganz beachtlich. Schließlich war sein Gasthof "Goldener Löwe" eine erste Anlaufstelle.

Das Aus der zweiten Brauerei im Ort war tragisch. Sie wurde seit 1855 vom Gastwirt und Bierbrauer Andreas Meseth betrieben, später von seiner Witwe Elisabetha. Dann erwarb der Gutsbesitzer und Bierbrauer Johann Adam Eck das Anwesen. Er, Eck, hatte es im Laufe der Jahre zu enormem Grundbesitz gebracht. Sein Bauerngut in den damaligen Steuergemeinden Eppenreuth und Schlackenreuth zählte 152 Tagwerk. Das waren 51 Hektar, für die Zeit um 1895 ein stattlicher Besitz.


Gasthof nebst Poststall


In diesem Jahr erwarb Eck den Michel'schen Gasthof nebst Poststall für den Pferdewechsel der Postkutschen in Grafengehaig. Damit sicherte sich der Gutsbesitzer eine wichtige Abnahmestelle für sein Bier aus seiner Eppenreuther Brauerei und beendete den Braubetrieb vor Ort. Lange konnte sich Johann Adam Eck jedoch seines neuen Besitztums nicht erfreuen, denn das Jahr 1896 verlief dramatisch. Im April verlor er zunächst eine wichtige Mitarbeiterin: Das "Kulmbacher Tagblatt" schreibt am 17. April: "Ertrunken ist in Eppenreuth, A.-G. Stadtsteinach, die bei Bierbrauer Eck dortselbst bedienstete 68-jährige Katharine Schmitt."

Nur kurze Zeit später ereilte dem Gutsbesitzer Eck das gleiche Schicksal. Wiederum muss das "Kulmbacher Tagblatt" berichten: "9. Mai. Heute Morgens fand man in einem Weiher am Fußwege nach Schlockenau die Leiche des Guts- und Brauereibesitzers Eck von Eppenreuth mit dem Kopfe im Wasser, mit anderen Körperteilen außerhalb desselben liegend vor. Ob Unglück oder Selbstmord vorliegt, muss erst die Untersuchung ergeben. Der bedauernswerthe Mann hatte erst vor ganz kurzer Zeit die früher Michel"sche Poststallhaltung und Gastwirtschaft in Grafengehaig erstanden."


Unglück, Selbstmord oder noch mehr?


Unglück, Selbstmord oder noch mehr? Auf jeden Fall hatten es die Erben des kinderlosen Verblichenen sehr eilig, gab es ja auch sehr viel zu verteilen. Das Gut mit Brauerei wurde gnadenlos zerschlagen. Zunächst mussten die verderblichen Güter an den Mann gebracht werden. Das waren "sämtliches Vieh, Heu, Grummet, sowie sämtliche Früchte auf dem Halme".

Der Verstrich erfolgte an Ort und Stelle, also auf den Feldern, gegen sofortige Barzahlung. Das war am 21. August 1896. Die nächste Versteigerung durch den königlichen Notar J. Stautner erfolgte am 18. September 1986. Das war das "Gasthaus zur Post", Hausnummern 42 und 43 in Grafengehaig, bestehend aus Wohnhaus mit Keller, Bräuhaus. Nebengebäuden und Umgriff.

Über das Ergebnis berichtete das "Kulmbacher Tagblatt" am 22. September 1896: "Grafengehaig, 20. September. Bei der vorgestrigen öffentlichen Steigerung des ehemals Michel'schen Gasthofes (Poststall) dahier blieb Gastwirt J. Wirth von Enchenreuth mit 19 000 M. Meistbietender, welchem auch der Zuschlag erteilt wurde." Der Enchenreuther bewirtschaftete sein neues Eigentum nur bis 1910. Dann über nahm die Familie Horn für viele Jahrzehnte.


Bis 1995 beliebte Gaststätte


Der dickste Brocken war die Versteigerung des Oekonomieanwesens Haus Nummer 5 und 6 in Eppenreuth mit den Grundstücken in den Steuergemeinden Eppenreuth und Schlackenreuth samt der damit verbundenen Brauerei und Gastwirtschaft mit insgesamt über 51 Hektar Grund und Boden. Sie war für den 22. September 1896 angesetzt. Aufgrund des Umfanges musste es in mehreren Tranchen an den Mann gebracht werden. Das galt sowohl für den landwirtschaftlichen Grundbesitz als auch für den Gebäudekomplex. Das Haus Nummer 5 steigerte Hans Fischer. Er betrieb das dazugehörige Wirtshaus mit Saal, Metzgerei und Landwirtschaft weiter. Die beliebte Gaststätte an der Durchgangsstraße schloss erst 1995.

Fritz Peetz ersteigerte das Haus Nummer 6. In ihm waren unter anderem auch die Brauerei und die Bierkeller untergebracht. An der Fortführung des Braubetriebes hatte er kein Interesse. So bot er Maischbottich, Kühlschiff und Kessel zum Verkauf an.

Am 29. September schließlich kamen 14 000 Stück Backsteine, Heu, Fässer, Kufen, Filter und sonstige Brauerei-Utensilien, eine Sämaschine, eine Viehwaage, Chaisen, Pflüge, Eggen und sonstiges Mobiliar zur Versteigerung.
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