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Gemeinderat

Bahnhof: Beschreitet Marktschorgast den Klageweg?

Der Markt Marktschorgast lehnen die Pläne für den Umbau des Bahnhofs ab. Nun soll ein Fachanwalt prüfen, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.
Die künftige Gestaltung des Bahnhofs Marktschorgast bleibt ein Dauerthema im Gemeinderat. Foto: Archiv/Bruno Preißinger
 
von WERNER REIßAUS
Die Bahnsteig bleiben ein "Dauerbrenner" im Marktgemeinderat. Am Donnerstagabend gab Bürgermeister Hans Tischhöfer (FW) bekannt, dass das Eisenbahn-Bundesamt in Nürnberg mittlerweile die Plangenehmigung für die umstrittenen Maßnahmen vorgelegt habe.

Gegenstand der Genehmigung ist auch eine 20,6 Meter lange Überführung für Reisende mit einer lichten Höhe von 6,2 Metern und einer Durchgangsbreite von 2,5 Metern. Aufzüge sind dagegen aufgrund der zu geringen Fahrgastzahlen nur optional geplant. Diese seien allerdings jederzeit nachrüstbar, wie Hans Tischhöfer bekanntgab.


Frist endet am 31. Oktober


Der Marktgemeinderat weigerte sich nach wie vor, diese Planung hinzunehmen. Auf Vorschlag des Zweiten Bürgermeisters Nikolaus Ott (SPD) soll über einen Fachanwalt geprüft werden, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat. Diese müsste allerdings noch im Oktober eingereicht werden.

Die Planung sieht laut Bürgermeister vor, den vorhandenen Mittelbahnsteig am Gleis 2 abzubrechen und als Außenbahnsteig neu zu errichten. Zudem ist die Erneuerung des Bahnsteigs am Gleis 1 nahezu in gleicher Lage geplant. "Der vorhandene Überweg soll entfallen, der Zugang zum neuen Bahnsteig Gleis 2 soll über eine neue Überführung erfolgen."


Räte befürworten höhengleich


Der Marktgemeinderat hatte diese Planung bereits am 1. Juni einstimmig missbilligt. Das Gremium favorisierte stattdessen eine beidseitigen Mittelbahnsteig mit einem höhengleichen Überweg. Hans Tischhöfer blickt nach Trebgast: "Der Bahnhof dort beweist, dass diese Lösung zur Vereinfachung und Ermöglichung barrierefreier Zu- und Umsteigevorgänge verkehrssicher betrieben werden kann."

Genau diese Hinweise hat das Eisenbahn-Bundesamt in der Plangenehmigung vom 22. September zurückgewiesen. Vielmehr wurde lapidar festgestellt, dass die Planung der DB-Station & Service AG als Vorhabensträgerin "im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben" stehe. Ein Zuwarten sei nicht möglich gewesen, weil dies zu einem erheblichen Zeitverzug oder gar zu einer Gefährdung des Projekts insgesamt hätte führen können.


Die Zeit drängt


Wie Bürgermeister Hans Tischhöfer aufzeigte, hat die Marktgemeinde nur noch die Möglichkeit, innerhalb eines Monats nach Zustellung Klage beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München einzureichen. Unabhängig davon habe sich der Markt an verschiedene Entscheidungsträger der Deutschen Bahn mit der eindringlichen Bitte gewandt, sich ebenfalls für eine barrierefreie Umbaulösung im Marktschorgaster Bahnhof einzusetzen.

Für die CSU-Fraktion stellte Ulrich Reinhardt fest, dass man die Plangenehmigung mit Protest zur Kenntnis nehme. Hart ging Reinhardt mit den Planern ins Gericht: "Wenn der Bahnsteig 1 erhöht wird, schauen wir vom Wartesaal im historischen Bahnhof auf einen Betonklotz. Das ist einfach nicht hinnehmbar und eine Verschandelung unseres Bahnhofs. Die Planung ist eine Schande für den Berufsstand."


700 Unterschriften


Unzufrieden mit der Situation zeigten sich auch die Vertreter der Freien Wähler, Dieter Schiphorst, und der SPD, Nikolaus Ott. Während Schiphorst so gut wie keine Möglichkeit sah, gegen die Planung rechtlich vorzugehen, war der Zweite Bürgermeister der Meinung, dass ein Mittelbahnsteig ähnlich wie am Bahnhof in Trebgast durchaus machbar gewesen wäre: "Wir haben eine Lösung, die in keiner Weise befriedigt und das können wir beklagen oder nicht beklagen. Ich bin trotzdem der Meinung, dass das Plangenehmigungsverfahren einige Fehler hat. Wir stehen bei unseren Bürgern in der Pflicht, denn es sind ja immerhin rund 700 Unterschriften eingereicht worden."

Nikolaus Ott schlug vor, einen Fachanwalt einzuschalten. "Das Geld müssen wir schon für unsere Bürgerschaft investieren." Dieser Weg wurde dann auch vom Gremium einstimmig beschlossen. Bürgermeister Hans Tischhöfer kündigte an, notfalls noch eine Sondersitzung anzusetzen.
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