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Ferien

Aus für die Schreberjugend?

Einmal im Jahr ist der Schotterplatz beim Freibad fest in Berliner Hand. Jetzt droht dem Camp, das es seit Jahrzehnten gibt, das Ende.
Abschied vom Zeltplatz in Stadtsteinach: Leon Babin (13), Oliver Jacob (13) und Taner Dogan (11) winken ein letztes Mal vor der Abreise, schon jetzt ist klar, dass der bisherige Zeltplatz der Schreberjugend im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung steht. Foto: Sonny Adam
 
von SONNY ADAM
Oliver Jacob (13) sitzt in seinem Zelt, das er sich mit einigen anderen Jungs teilt, und packt seine Koffer. Jeans, T-Shirts, kurze Hosen und die Wärmflasche in Schlumpfform - alles wird wieder verstaut. Denn nach drei Wochen Urlaub in Stadtsteinach tritt er, wie auch alle anderen, die beim Sommercamp der Berliner Schreberjugend mit von der Partie waren, die Heimreise in die Großstadt an.


Seit Jahrzehnten etabliert

"Ich war zum ersten Mal dabei, mir hat es gefallen. Vor allem der Ausflug zur Rodelbahn war gut", erzählt Jacob. Auch die anderen bereiten sich auf die Abreise vor. Sie waschen zum letzten Mal in dem kleinen Bretterhäuschen ab, hängen noch ein letztes Mal die Geschirrtücher auf den Wäscheständer. Einige flitzen noch einmal ins Freibad. Denn dort findet immer die Morgentoilette statt.
Seit Jahrzehnten kommt die Berliner Schreberjugend nach Stadtsteinach. Die Stadtkinder genießen die Natur, machen Ausflüge nach Kulmbach, Bayreuth, Kronach und in die Umgebung.


Vermutlich kommt große Lösung

Jetzt ist das Zeltlager in Gefahr. Denn der Platz zwischen Photovoltaikanlage und dem Stadtsteinacher Freibad wird im nächsten Jahr - wegen der Erneuerung der Photovoltaikanlage - nicht mehr genutzt werden können. Die endgültige Entscheidung treffe der Stadtrat erst im Herbst, sagt dazu der Stadtsteinacher Bürgermeister Wolfrum (SPD). "Aber es sieht so aus, als ob die große Photovoltaiklösung kommen wird. Damit steht der Platz dann ab nächstem Jahr nicht mehr zur Verfügung."
Für die Organisatoren kam diese Mitteilung überraschend. Anne Kelch, die Leiterin des Sommercamps, ist schon seit Jahrzehnten dabei. Sie hat die Leitung von ihren Eltern übernommen."Uns hat die Mitteilung wie ein Schlag getroffen." Weniger Platz als bisher - das sei nicht machbar.


Campingplatz als Ersatz?

Bürgermeister Roland Wolfrum hat einige Ersatzplätze ins Gespräch gebracht. So könnte die Schreberjugend künftig auf dem kleinen Parkplatz beim Campingplatz ihre Zelte aufschlagen. "Das wäre nur ein paar Meter weiter", sagt er. Auch mit dem neuen Campingplatzbetreiber hat Wolfrum schon gesprochen, der wäre mit dieser Lösung einverstanden.
Doch diesen Platz halten die Verantwortlichen nicht für geeignet. Der Grund: Die Kinder, die die Toiletten und sanitären Einrichtungen im Stadtsteinacher Freibad nutzen, müssten dann bei jedem Toilettengang die vielbefahrene Straße queren. Auch nachts. "Wir haben ja auch jüngere Kinder dabei, das ist von der Aufsicht sicher schwierig", sagt Kelch.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Wiese unterhalb der Bahnschienen. Von diesem Standort wäre der Weg zum Freibad ungefährlicher.
Der Container, in dem die Schreberjugend ihre Sachen einlagert, bleibt erst einmal auf dem Gelände beim Freibad stehen. Auch die Utensilien im Waschhaus werden in Stadtsteinach verwahrt. "Wenn wir keinen geeigneten Platz finden, dann müssen wir uns eben um einen Abtransport kümmern. Aber das wäre schade", sagt Kelch.
Die Schreberjugend war in den achtziger Jahren schon einmal auf dem Stadtsteinacher Campingplatzzu Gast, hat dort auch die sanitären Anlagen genutzt. Allerdings hätten sich Gäste des Campingplatzes damals von den Kindern gestört gefühlt.
Zudem habe ein Schotterplatz bei heftigem Regen, wie es in in diesem Jahr gab, Vorteile: "Das Wasser fließt hier schnell wieder ab."
In diesem Jahr haben vierzig Kinder zwischen acht und 16 Jahren am Zeltlager der Berliner Schreberjugend teilgenommen. Die Kinder winken zum Abschied, freuen sich schon wieder auf die Großstadt. Bei den Betreuern bleibt indes die Wehmut und die Erinnerung an viele schöne Jahre. Denn die Erwachsenen sind sich derzeit noch nicht sicher, ob es das Sommercamp in Stadtsteinach weiterhin geben wird.
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