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Wasserversorgung

WGU schickt Fragenkatalog zur Wasserversorgung in Untersteinach

Mit dem Thema Trinkwasser beschäftigen sich die Freien Wähler/Wählergemeinschaft Untersteinach (WGU).
Foto: Archiv/Jochen Eckel, dpa
 
Sie haben einen detaillierten Fragenkatalog an die Untersteinacher Gemeindeverwaltung gerichtet. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Um kompetente Unterstützung zu erhalten, hatte sich Vorsitzender Helmut Bergmann im Vorfeld an den Vorsitzenden der "Interessengemeinschaft Kommunale Trinkwasserversorgung" (IKT), Sebastian Schönauer und an seinen Stellvertreter Gunther Zepter gewandt. Schönauer ist darüber hinaus stellvertretender Vorsitzender im Landesverband Bayern des Bund Naturschutz.

Nach einer Sitzung in Würzburg hat die WGU zusammen mit der Interessengemeinschaft den Fragenkatalog erstellt, der mit interessierten Untersteinacher Bürgen öffentlich diskutiert und anschließend der Verwaltung zugestellt wurde. Die WGU stützt sich dabei ausdrücklich auf das Bayerische Umweltinformationsgesetz.

Die Wählergemeinschaft weist dabei insbesondere auf das bundesdeutsche Wasserhaushaltsgesetz hin, das grundsätzlich bestimme: "Der Wasserbedarf der öffentlichen Wasserversorgung ist vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen zu decken, soweit überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit dem nicht entgegenstehen."

In dem Schreiben an die Gemeinde heißt es unter anderem: "Die vom Planungsbüro BaurConsult GbR in der Untersteinacher Gemeinderatssitzung am 7. März 2017 vorgelegten Daten- und Kostenschätzungen sind nach unserer Auffassung bei weitem nicht ausreichend für eine Entscheidung, auf welche Weise die Probleme der hiesigen Wasserversorgung sinnvoll und vernünftig gelöst werden können."

Der WGU sei "absolut unverständlich", dass Bürgermeister Volker Schmiechen (SPD) bereits vor einer öffentlichen Diskussion über die Wasserversorgung "offensichtlich den Vollanschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) favorisiert".

Die WGU sei dagegen der Meinung, dass der von früheren Gemeinderatsgremien mit der Generalsanierung des Brunnens "Pressecklein" im Jahr 2006 sowie der Sanierung des Hochbehälters Tiefzone im Jahr 2012 offenbar eingeschlagene Weg weiter verfolgt werden sollte, zumal durch die abgeschlossenen Wasserrechtsverfahren (Entnahmegenehmigung und Wasserschutzgebiet bis zum Jahr 2042) die wesentlichen Voraussetzungen für den weiteren Betrieb der Untersteinacher Wasserversorgung gegeben seien.

Hinsichtlich der Untersteinacher Wasserversorgung sei nicht die Deckung des Wasserbedarfs das Problem, sondern vielmehr die überaus hohen Wasserverluste und somit die Sanierung der Verteilung. Es sei daher zwingend zu analysieren und zu quantifizieren, wie diese Verluste zustande kommen.

Der Brunnen sei 1962 gebaut worden und 87 Meter tief. Die Fördermenge betrage rund 125 000 Kubikmeter pro Jahr, von der FWO beziehe die Gemeinde etwa 15 000 Kubikmeter. Die verkaufte Wassermenge belaufe sich allerdings nur auf rund 70 000 Kubikmeter.

Die krasse Differenz habe Diplomingenieur Müller mit "Rohrbrüchen und falsch zählenden Wasserzählern" begründet.

Für eine ordnungsgemäße Abwägung im Gemeinderat und die öffentliche Diskussion in der zum Beispiel in der für August avisierten Bürgerversammlung seien zwingend weitere Informationen erforderlich, so die WGU.
Die Wählergemeinschaft stellt eine Vielzahl von Fragen zu den Themen Wasserverlust und -verbrauch, zur Speichervorsorge und zum demografischen Faktor und der kommunalpolitischen Perspektive.

Der Fragenkatalog

Wasserverluste

1.) Was sind die tatsächlichen Ursachen für die Wasserverluste?

2.) Wie wurden die Wasserverluste ermittelt?

3.) Wie hoch ist der jeweils prozentuale Anteil von "Rohrbrüchen und falsch zählenden
Wasserzählern", wie viele Kubikmeter entfallen auf Leitungsverlust durch Rohrbrüche, wie
viele Kubikmeter entfallen auf Messfehler?

4.) Konzentrieren sich die Leitungsverluste (Rohrbrüche) auf bestimmte Netzbereiche
(Teilstränge, Alter, Leitungsmaterial)?

5.) In welchem Umfang trägt der Speicherüberlauf zu den Verlusten bei?
(Anmerkung: Sollte sich der Verdacht auf derartige Wasserverluste bewahrheiten, so wäre dies eine
unerlaubte und somit rechtswidrige Ableitung von Grundwasser. Wenn dieser Sachverhalt zutrifft und
bislang seitens der Gemeindeverwaltung bzw. des Planungsbüros geheim gehalten bzw. verschleiert
wurde, so wäre das gesamte zur Debatte stehende Sanierungskonzept grundsätzlich infrage zu
stellen).

6.) Wie hoch war die Anzahl der Rohrbrüche in den letzten fünf Jahren?


Wasserverbrauch

7.) Welcher tägliche bzw. jährliche Verbrauch je Einwohner wurde unterstellt?

8.) Warum wurde für den täglichen Bedarf ein Spitzenfaktor von 2,3 unterstellt
(= max. Tagesbedarf 506 m³ dividiert durch durchschnittlichen Tagesbedarf 220 m³)?
(Anmerkung: Der Spitzenfaktor wird in ländlichen Gemeinden üblicherweise mit 1,6 bis 1.8 angesetzt;
er hat Einfluss auf die Auslegung der Versorgungsanlage und besonders auf die Größe der
Wasservorhaltung bzw. Speicherung.)

9.) Auf welche Weise wurde der maximale Tagesbedarf 506 m³ ermittelt?

10.) Auf welche Weise wurde der Jahresbedarf 80.000 m³ ermittelt?
(Anmerkung: Die Zahl 80.000 m³/a scheint willkürlich festgesetzt bzw. geschätzt zu sein und führt letztlich
zu dem überdurchschnittlich hoch angesetzten Spitzenfaktor 2,3. Aus der Division Jahresbedarf 80.000 m³ dividiert durch 365 Tage ergibt sich der durchschnittliche Tagesbedarf 220 m³. Tage mit hohen Verlusten, etwa durch Rohrbrüche oder Hochbehälterüberläufe, dürfen bei der Bedarfsplanung keine Berücksichtigung finden).

11.) Wie hoch war insgesamt der jeweils den privaten und den gewerblichen Verbrauchern in
Rechnung gestellte Wasserverbrauch in den vergangenen zehn Jahren (1. 1. 2007 bis
31.12.2016)?


Speichervorsorge

12.) Wie wurde der Speicherbedarf ermittelt?

13.) Welcher Speicherbedarf wurde für die Löschwasserbereithaltung unterstellt?

14.) Warum wird in der Variante 1 der Neubau eines Hochbehälters Tiefzone mit 500 m³
(390 mNN) als ausreichend erachtet, während in der Variante 3 ein Speicherbedarf von 700 m³³ für den Neubau eines Hochbehälter Tiefzone (390 mNN) als erforderlich angegeben
wird?

15.) Wurde die Sanierung des bestehenden Hochbehälters Hochzone (150 m³) untersucht?
Ist dieser statisch noch in Ordnung?


Demografischer Faktor / Kommunalpolitische Perspektive

16.) Welcher prognostische Betrachtungszeitraum wurde dem Sanierungskonzept zugrunde
gelegt?

17.) Wurde bzw. auf welche Weise wurde die demografische Bevölkerungsentwicklung der
Gemeinde Untersteinach hinsichtlich der zukünftigen Wasserversorgung berücksichtigt?
(Anmerkung: Für das Jahr 2028 prognostiziert das Bayerische Landesamt für Statistik in den
"Beiträgen zur Statistik Bayerns, Heft 547", ersch. April 2016, Seite 5 - "Demografie-Spiegel für
Bayern" - für die Gemeinde Untersteinach 1710 Einwohner; derzeit 1848 Ew.)

18.) Aufgrund welcher Motive "favorisiert Bürgermeister Schmiechen in seiner ersten
Einschätzung die FWO-Lösung"?
[Quelle: http:/ / www.infranken.de /95369-Untersteinach~/ Untersteinacher-Wasserversorgung-am-
Scheideweg ;art312,2547864, 8.3.2017 und Bayerische Rundschau]

19.) Soll durch eine Finanzierung der Wasserversorgungssanierung über Beiträge, die
unmittelbar aus der Bürgerschaft erbracht werden müssten, das gemeindliche Haushaltsbudget geschont werden?
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