VG-Versammlung

Untersteinacher Rathaus bekommt nun doch einen Treppenlift

Das Rathaus Untersteinach wird nun doch barrierefrei. Die Verwaltungsgemeinschaft beteiligt sich mit 15 Prozent an den Kosten.
Das Untersteinacher Rathaus, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, wird mit Mitteln aus dem KIP-Programm energetisch saniert. Zugestimmt hat die Gemeinschaftsversammlung am Mittwoch zudem, dass die Gemeinde Untersteinach einen Portaltreppenlift bis ins Dachgeschoss einbauen darf.  Foto: Klaus-Peter Wulf
 
von KLAUS-PETER WULF
Seit über einem Jahr wird in Untersteinach über eine barrierefreie Zugangsmöglichkeit für den Sitzungssaal diskutiert. Das Problem: Er ist im Dachgeschoss des VG-Gebäudes untergebracht. In dem Raum finden neben den Treffen der VG und des Abwasserzweckverbandes auch die monatlichen Gemeinderatssitzungen statt.

Die Gemeinschaftsversammlung hat nun am Mittwochabend im Kupferberger Rathaus einmütig ihre Zustimmung gegeben, dass die Gemeinde Untersteinach, wie im August schriftlich beantragt, einen Portaltreppenlift einbauen darf. Die VG wird 15 Prozent zu den Kosten beisteuern, Untersteinach hat die restlichen 85 Prozent sowie die notwendigen Elektroanschlusskosten zu tragen.


Nach der Sanierung


Das Projekt darf aber, sofern der Untersteinacher Gemeinderat der vorgeschlagenen Kostenaufteilung zustimmt, erst nach der 2017 vorgesehenen energetischen Sanierung des Rathauses vorgenommen werden.
Zugrunde liegt der ganzen Thematik Barrierefreiheit ein Antrag der Wählergemeinschaft Untersteinach vom 30. Juni 2015, der darauf fußte, den Sitzungssaal - in dem auch standesamtliche Trauungen vorgenommen werden - aufgrund seiner Unzugänglichkeit für Senioren und behinderte Menschen barrierefrei zu erschließen oder dort stattfindende Veranstaltungen zumindest temporär in den Gemeindesaal an der Schule auszulagern.

Die Gemeinschaftsversammlung als Eigentümerin das Gebäudes hatte den Antrag im Januar 2016 behandelt und abgelehnt, da die VG gesetzlich nicht zur Schaffung eines barrierefreien Zugangs verpflichtet ist.


Verwaltung ist barrierefrei


Die Vorsitzende und Ludwigschorgaster Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani stellte auch am Mittwoch nochmals ausdrücklich fest, dass das Rathaus für Verwaltungstätigkeiten barrierefrei ist. "Deshalb wurde auch beim Förderantrag für die energetische Sanierung des VG-Gebäudes im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms die Barrierefreiheit nicht eingebunden."

Dem Untersteinacher Gemeinderat lag zwischenzeitlich auch noch ein unter anderem von Tobias Eichner initiierter Bürgerantrag vor, die Ratssitzungen in den Gemeindesaal zu verlegen, was aber aus Kostengründen bei einer Gegenstimme abgelehnt wurde.

Auslöser der aktuellen Diskussion war nun ein weiteres Schreiben des Gemeinrats Untersteinach vom 10. August. Leithner-Bisani zeigte nochmals auf, dass über die rückseitige Rampe alle VG-Tätigkeiten barrierefrei abgewickelt werden können. Zudem könnte der Besprechungsraum künftig auch für Trauungen genutzt werden. Die Vorsitzende stellte dennoch eine 15-prozentige Beteiligung der VG an den Kosten für einen Treppenlift in den Raum.

Alfred Vießmann plädierte für eine 20-prozentige Kostenbeteiligung. Untersteinachs Bürgermeister Volker Schmiechen lobte das offene Ohr der VG-Versammlung: "Nun sind wir gemeinsam einen Schritt weiter." Bernd Stocker aus Kupferberg hielt den VG-Anteil von 15 Prozent für in Ordnung, da ja die Gemeinschaft die gesamten Kosten für die automatische Türöffnung trage.

Dem pflichteten die Bürgermeister aus Kupferberg und Guttenberg bei. "Wir sollten dem Vorschlag zustimmen und aufeinander zugehen", sagte Kupferbergs Zweite Bürgermeisterin Doris Manz.


50.000 Euro Eigenanteil

Weiter segnete die Gemeinschaftsversammlung den KIP-Förderantrag für die energetische Sanierung des VG-Gebäundes einstimmig ab. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 420.000 Euro. Der Eigenanteil der VG liegt bei 50.000 Euro. Der Antrag geht nun zur Bewilligung an die Regierung von Oberfranken.

Olaf Bruhn vom Architekturbüro Schramm aus Kulmbach erläuterte das Projekt, das 2017 abgewickelt werden soll. Alle Fenster werden ausgebaut und durch zweifach verglaste Kunststofffenster ersetzt. Die Elektroheizung wird durch eine Luft-Wärme-Pumpe ersetzt, die im Sommer kühlt und im Winter heizt. Zukünftig werden zudem alle Zimmer klimatisiert sein.

Geschäftsstellenleiter Martin Betz erwartet, dass der Bewilligungsbescheid noch in diesem Jahr vorliegen wird. Er verwies zudem auf die Neuverkabelung der EDV im gesamten Gebäude.
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