Kulmbach
Jubiläum

Tritt OB Schramm 2020 noch mal an? "Mal schauen ..."

Der Kulmbacher Oberbürgermeister ist am Montag zehn Jahre im Amt. Wir ziehen mit ihm Bilanz - und haben fünf Stimmen zu seinem Jahrzehnt im Rathaus.
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Sein erstes Bierfest: Henry Schramm sticht am 28. Juli 2007 das erste Fass an.  Foto: Gabriele Hänseler
Sein erstes Bierfest: Henry Schramm sticht am 28. Juli 2007 das erste Fass an. Foto: Gabriele Hänseler
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Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) ist am Montag zehn Jahre im Amt. Aus diesem Anlass ziehen wir mit ihm Bilanz und haben seine Frau Andrea, Landrat Klaus Peter Söllner, seinen Stellvertreter im CSU-Kreisverband, Gerhard Schneider, Oppositionsführer Ingo Lehmann von der SPD und Uwe Angermann, seinen wichtigsten Mitarbeiter im Rathaus, gefragt, wie sie die zehn Jahre bewerten.

Herr Schramm, was waren aus Ihrer Sicht die drei größten Erfolge Ihrer Amtszeit? Und: Gab es auch Misserfolge?
Henry Schramm: Einzelne Projekte zu nennen, ist nicht ganz einfach. Gemeinsam mit meinen Kollegen und politischen Mitstreitern haben wir in den letzten Jahren daran gearbeitet, dass in Kulmbach ein wirtschaftsfreundliches Klima herrscht. Wir wollen allen Unternehmen und damit auch den Menschen helfen. Vom Global Player bis zum Ein-Mann-Betrieb. Die Menschen sollen Arbeit haben und für ihre Familien sorgen können. Ich freue mich, dass Kulmbach eine soziale und tolerante Stadt ist. Bei uns herrscht ein weltoffenes Klima mit sehr vielen Ehrenamtlichen, die sich für andere Menschen einsetzen - sei es in den Rettungsorganisationen, den Vereinen oder in der Flüchtlingshilfe. Wir haben als Stadtrat viele Infrastrukturprojekte umgesetzt - Straßen, Gebäude, Flutmulde, schnelles Internet, uvm. Aber auch z.B. im Bereich der Kinderbetreuung und der Schulen hat sich einiges Positives getan.

Welches große Zukunftsprojekt wollen Sie in den verbleibenden vier Jahren Ihrer Amtszeit anpacken?
In vielen großen Maßnahmen stecken wir am Anfang oder schon mittendrin - Zentralparkplatz, Spinnerei, Kaufplatz usw. Aber auch z.B. am Klinikum, für das die Stadt ja zusammen mit dem Landkreis Verantwortung trägt, steht eine riesige Baumaßnahme an - das wird eine große Herausforderung in den nächsten Jahren. Darüber hinaus: barrierefreier Bahnhof, bessere Anbindung der Plassenburg, weitere Verschönerung unsere Außenorte - es gibt noch so viel zu tun. Ein Herzensprojekt von mir ist nach wie vor der Medizincampus, da werden wir noch einen langen Atem brauchen, aber es lohnt sich, denn junge Menschen könnten Leben in unsere Stadt bringen. Und davon profitieren am Ende alle. Ich möchte es aber nochmal betonen: Man sollte den Blick nicht nur auf die großen Projekte lenken. Dass etwa ein Gartenbauverein sich gut aufgehoben fühlt, dass Künstler und Sportler unterstützt werden, Bildungs- und Freizeitangebote stimmen und an erster Stelle, dass die Menschen Arbeit haben - diese Dinge sind mindestens genauso wichtig. Und wenn jemand mit einem Problem zu uns ins Rathaus kommt, dann wollen wir ihm, soweit es uns möglich ist, helfen. Das ist für mich jeden Tag aufs Neue eine große Motivation.

Haben Sie schon entschieden, ob Sie 2020 - mit dann 60 Jahren - nochmals als OB-Kandidat antreten?
Ich habe gelernt, dass man in der Politik nicht zu weit voraus planen sollte. Aber ich mache meinen Job unheimlich gern, gesundheitlich ging's mir auch schon schlechter - mal schauen...

Wie gelingt es Ihnen, sich von den Anforderungen Ihres stressigen Amtes zu entspannen? Vielleicht auf dem Fußballplatz bei Ihrem Lieblingsverein ATS Kulmbach?
Am besten durchschnaufen kann ich daheim bei meiner Familie. Meine Kinder sind mittlerweile erwachsen, meine Tochter hat ihre Ausbildung beendet, die beiden Jungs studieren in München und Graz. Wenn dann - wie jetzt rund um Weihnachten - alle etwas länger zusammen sind, ist das für mich die größte Freude. Mehr brauche ich eigentlich nicht. Ansonsten bin ich tatsächlich gerne auf den Kulmbacher Fußballplätzen unterwegs oder entspanne mit meiner Frau Andrea bei einem guten Essen. Nach einem langen Tag drehe ich dann oft auch noch eine Runde mit meinem Hund Fee durch den Kessel, das hilft mir runterzukommen und die Anspannung ein bisschen abzuschütteln.


Andrea Schramm: Zeit verflogen

Die zehn Jahre sind wahnsinnig schnell vorbeigegangen - auch aufgrund der Flut an Terminen. Heute läuft natürlich bei uns zu Hause vieles entspannter ab, auch deshalb, weil unsere drei Kinder inzwischen erwachsen geworden sind. Mein Mann ist äußerst pflichtbewusst, diszipliniert und ehrgeizig. Er lebt für Kulmbach, geht in seinem Job auf und hat auch die Gabe, sich an den positiven Dingen zu erfreuen. Beruf und Privatleben zu vereinbaren, ist nicht immer leicht. Die Familie muss da schon ein Stück weit zurückstecken. Wir genießen dafür umso mehr die wenige Zeit, die wir gemeinsam mit unseren Kindern zu Hause verbringen können.


Landrat Söllner: Ein Arbeitstier

Henry Schramm ist ein absolutes Arbeitstier. Was die Stundenzahl betrifft, bin schon ich ein robuster Typ, aber er steht dem in nichts nach. Seine Leistung als Oberbürgermeister verdient Hochachtung. In den zehn Jahren seiner Amtszeit hat er sehr viel bewegt, das muss man ohne Wenn und Aber sagen. Persönlich verbindet uns ein professionelles Miteinander, wir telefonieren oft dreimal am Tag. Das gemeinsame Handeln macht vieles einfacher. Wir haben es beide in wesentlichen Dingen auch geschafft, mit einer gemeinsamen Sprache zu sprechen. Als Beispiel möchte ich da nur die erfolgreiche Entwicklung unseres Klinikums nennen.


Gerhard Schneider: Erfolgreicher OB

Wir kennen uns seit über 30 Jahren, seit JU-Zeiten. Henry Schramm war schon immer ein Nachdenklicher. Wenn er von einer Sache überzeugt ist, dann steht er voll dahinter. Er hat mich nie gelinkt - wenn es ein Problem gibt, wird es offen angesprochen. Henry Schramm hat zudem ein feines Gespür für Strömungen. Er hat wegweisende Dinge auf den Weg gebracht, ich nenne nur mal die Rathaussanierung, die Spinnerei und ganz aktuell die Tiefgarage. Und wenn er einmal eine Zusage für etwas bekommen hat, dann kämpft er verbissen darum, dass diese Zusage auch eingehalten wird. Ansonsten ist er ein angenehmer Zeitgenosse und ein erfolgreicher OB.


Oppositionsführer Lehmann: Kein Abnickgremium

Genauso wie meine Vorgängerin Cornelia Taubmann habe ich als Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion stets großen Wert auf eine gute und faire Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kulmbach gelegt. Allerdings haben wir schon des öfteren gemerkt, dass unsere Anträge und Vorschläge gar nicht gewollt sind oder zum Teil einfach ausgesessen werden. Eigentlich schade, denn wir sehen den Stadtrat nicht als ein bloßes Abnickgremium. Persönlich gratuliere ich Oberbürgermeister Henry Schramm zum zehnjährigen Dienstjubiläum und wünsche ihm - vor allem gesundheitlich - alles Gute.


Uwe Angermann: Er fordert viel

Im Namen aller Kollegen, aber auch persönlich gratuliere ich Herrn Oberbürgermeister Henry Schramm herzlich zu einer sehr erfolgreichen zehnjährigen Amtszeit. Mit höchstem Einsatz verfolgt er sehr zielstrebig viele städtische Projekte - immer mit dem Gedanken, das Beste für die Stadt zu erreichen. Unter seiner Führung hat sich die Stadtverwaltung zu einem echten Dienstleister für die Menschen entwickelt. Als Chef der Verwaltung geht er uns als Vorbild stets voran, fordert viel, hat aber immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Mitarbeiter. Dankbar wünschen wir unserem OB viele weitere erfolgreiche gemeinsame Jahre bei bestmöglicher Gesundheit.
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