Kulmbach
Musik

Tierisches Konzert in der Kulmbacher Stadthalle

Das Kulmbacher Kammerorchester präsentierte sich in Topform und unterhielt das Publikum mit bekannten Klassikern.
Artikel einbetten Artikel drucken
Nicolas Peter setzte als Moderator des Abends und als Bariton Akzente. Foto: Sonny Adam
Nicolas Peter setzte als Moderator des Abends und als Bariton Akzente. Foto: Sonny Adam
+3 Bilder
Beim Frühlingskonzert in der Stadthalle übertraf sich das Kulmbacher Kammerorchester selbst. Dirigent Thomas Grünke hatte genau die richtige Mischung aus unterhaltsamer und klangvoller Musik ausgesucht. Höhepunkt des musikalischen Abends war die berühmte Suite "Der Karneval der Tiere" von Camille Saint-Säens. Bariton Nicolas Peter trat als versierter Erzähler auf und sorgte für entsprechendes Kopfkino.

Beim Auftakt spielten sich die Löwen lautstark auf. Majestätisch eröffneten sie den musikalischen Reigen. An den Konzertflügeln saßen Laura Meile (15) und Ofeliya Guliyeva (14), beides Schülerinnen von Renate van Hörsten. Laura Meile hat schon bei mehreren Wettbewerben von "Jugend musiziert" gewonnen sowie bei "Junge Künstler in Konzert" und anderen hochkarätigen Veranstaltungen konzertiert. Ofeliya Guliyeva hat vor zwei Jahren den Ruckdeschel-Sonderpreis bekommen und ihr Talent bei Konzerten der Pestalozzischule unter Beweis gestellt. Mit trutzigen Passagen, die von den Streichern begleitet wurden, brachten die beiden talentierten Pianistinnen den würdevollen Auftritt der Löwen auf die Bühne.


Can-Can der Schildkröten

Richtig viel zu tun hatten die Streicher bei der Passage der Hühner. Nach Gazellen, Zebras und Esel folgte das Schildkrötenballett, ein musikalischer Hochgenuss. Denn der Komponist veralbert hier die rasanten Can-Can-Rhythmen von Jacques Offenbach. Das Publikum hatte richtig viel Spaß bei der Vorstellung, wie die Schildkröten beim Can-Can wohl ihre kurzen Beinchen heben.

Beim Auftritt der Elefanten setzte Pavel Cervenec am Kontrabass gekonnte Akzente. Die Schwanen-Partie bescherte Stefan Sanke am Cello eine anspruchsvolle Solopartie.

Doch auch die weiteren Tiere wurden fantastisch versinnbildlich: Kängurus, ein Kuckuck und Kolibris. Geradezu ästhetisch schön gelangen die Aquarium-Impressionen. Ursprünglich setzte Camille Saint-Säens eine Glasharmonika ein, doch auch beim Kulmbacher Kammerorchester, das ein Glockenspiel nutzte, hörte sich der Tanz der Fische wundervoll an.

Beim Konzert in der Stadthalle waren weitere tierische Werke zu hören. Das Orchester eröffnete den Abend mit der Sinfonie Nr. 83 g-Moll von Joseph Haydn. Sie wird wegen des "gackernden" Themas auch "La Poule - das Huhn" genannt.


Pagageno und Brummbär

Als Solisten überzeugte Nicolas Peter, der die Arie des Papageno "Ein Vogelfänger bin ich ja" aus Mozarts berühmter Oper "Die Zauberflöte" sang. Und Sonja Sengpiel, Instrumentalpädagogin an den Musikschulen Nürnberg, Bayreuth und Stein, erweckte den alten Brummbär zu neuem Leben und setzte mit ihrem Holzblasinstrument schöne Akzente.

Außerdem präsentierte das Kammerorchester 14 Variationen des deutschen Volkslieds "Kommt ein Vogel geflogen". Die Musiker hatten sichtlich Spaß daran, das Kinderlied zu einem Militär-Marsch, in ein Wagnerianisches Monumentalwerk oder in ein Brahmsches Schlaflied umzuwandeln. Das Lied erklang im Bach-Stil, bekam mozarteske Züge, wurde im Stile Mendelssohn-Bartholdys oder Beethovens interpretiert.

Leider konnte das Orchester heuer nicht so viele Konzertbesucher wie in früheren Jahren begeistern. Das Programm allerdings hätte Potenzial für eine volle Stadthalle gehabt. Das Publikum war entzückt, und die beiden Pianistinnen und das Kammerorchester verabschiedeten sich mit Zugaben.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren