Marktschorgast
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Staudenpracht: Es wird durchgeblüht!

Ingo und Hans Sagert haben sich auf 4000 Quadratmetern mit vielen Ideen und großem Einsatz ein kleines Paradies geschaffen, in dem Gäste willkommen sind.
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Ingo und Hans Sagert aus Marktschorgast züchten viele Stauden selbst. Foto: Barbara Herbst
Ingo und Hans Sagert aus Marktschorgast züchten viele Stauden selbst. Foto: Barbara Herbst
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Ein Garten, in dem es zu jeder Jahreszeit etwas zu entdecken gibt und in dem immer etwas blüht - das ist der Traum der meisten Grundstücksbesitzer. Ingo Sagert und sein Vater Hans haben dieses Ideal verwirklicht - und das im XXL-Format. In den vergangenen 20 Jahren haben die beiden Hobby-Gärtner mit viel Enthusiasmus am Ortsrand von Marktschorgast eine Wiese mit Forellenteich in einen einzigartigen Staudengarten mit 1000 verschiedenen Sorten verwandelt.

Die Liebe zum Garten begleitet Hans Sagert schon sein ganzes Leben lang. Der 66-jährige gelernte Betriebsschlosser ist Autodidakt und hat sich im Lauf der Jahrzehnte ein solides Fachwissen angeeignet. Aufgewachsen ist er in Sachsen-Anhalt: "Wir waren Selbstversorger und haben fast alles selbst angebaut." Heute gehört seine Leidenschaft den blühenden Stauden. Zwar gibt es unter ihnen viele genügsame Pflanzen, "aber grundsätzlich sind Stauden in Sachen Ernährung recht anspruchsvoll", sagt der Experte. "Sie brauchen die richtigen Nährstoffe in der idealen Menge, damit sie gut gedeihen können."

Das 4000 Quadratmeter große Grundstück, das die Sagerts vor 20 Jahren erworben haben, hat einen lehmigen Boden. Nicht alle Stauden mögen das: "Wir haben den Boden über die Jahre mit Kompost aufgebessert und versucht, für die jeweiligen Pflanzen die besten Bedingungen zu schaffen."

Viele Stauden brauchen viel Wasser: "Rittersporn und Phlox sind sehr durstig, die meisten Steingartenpflanzen kommen dagegen mit wenig zurecht." Die Sagerts haben sich inzwischen auf trockenheitsliebende Pflanzen spezialisiert. Ihr Steingarten ist ein vielfältiges Blütenmeer zu jeder Jahreszeit. "Unser Motto ist: Es wird durchgeblüht", sagt Sagert. Mittagsblumen in Goldgelb, Orange, Pink und Weiß leuchten in üppigen Teppichen mit verschiedenen Storchschnabelarten um die Wette. Hauswurze in allen Farbschattierungen sind ein schöner Kontrast zum strahlenden Blau der Steinsame, die in dichten Kissen blüht, dazwischen strahlt der metallische Glanz des Sternkugellauchs.

In den vergangenen Wochen hat die Irisblüte ein Farbfeuerwerk in die Beete gezaubert. Irisgewächse sind die Spezialität von Ingo Sagert, der sich von der Begeisterung seines Vaters hat anstecken lassen. Der Industriemechaniker ist nach der Arbeit meistens noch einige Stunden im Garten anzutreffen.

Er sammelt seit 15 Jahren Iris und hat vor zwei Jahren begonnen, eigene Sorten zu züchten. Eine Aufgabe für Geduldige: "Es dauert zwei bis drei Jahre, bis die neue Sorte blüht." Worauf kommt es bei der Zucht an? "Wichtig sind gesundes Laub, viele Blüten, eine gute Verzweigung und Wüchsigkeit, außerdem die Substanz der Blüte, die nicht beim ersten Regen zusammenfallen soll."

Beim Farbspiel darf experimentiert werden: "Es ist meistens sinnvoll, in einer Farbsparte zu bleiben, aber man kann auch mal was Verrücktes ausprobieren und sehen, was rauskommt."

Wer Iris in seinem Garten pflanzen möchte, sollte das Rhizom nur knapp unter der Oberfläche platzieren: "Pflanzt man sie zu tief ein, droht Fäulnis", warnt Ingo Sagert.

Die Irisblüte neigt sich dem Ende zu, doch schon stehen die Taglilien in den Startlöchern: 120 verschiedene Sorten gibt es zu bewundern. In zwei bis drei Wochen werden sie in voller Blüte stehen.

Wer sich den Staudengarten nahe der Ringstraße anschauen möchte, ist dort herzlich willkommen - Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 13 und von 16 bis 20 Uhr.
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