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Kultur

Standing Ovations für die Stadtkapelle

Die Kulmbacher Stadtkapelle gab in der Stammberger-Halle ein umjubeltes Konzert zum Jahresauftakt.
Elke Höhn und Thomas Besand interpretierten den Song "On the sunny side of the street". Fotos: Stephan-Herbert Fuchs
 
von STEPHAN-HERBERT FUCHS
Überschwängliche Lobeshymnen für Thomas Besand und die Stadtkapelle Kulmbach, das ist schon fast normal. Und so war es auch in diesem Jahr wieder ein fulminantes Neujahrskonzert am Dienstagabend in der Dr.-Stammberger-Halle, ganz nach dem Geschmack des Publikums, Blasmusik auf höchstem Niveau, mit Können, Musizierfreude und jeder Menge Spaß.
Die musikalische Begrüßung des neuen Jahres ist nicht nur ein schöner Brauch, sondern auch ein Ritual, das niemand mehr missen möchte. Gerade in Kulmbach, wie sonst wäre es zu erklären, dass das Neujahrskonzert der Stadtkapelle bereits seit Wochen ausverkauft ist und gar keiner Werbung mehr bedarf. Auch diesmal hatte es der Klangkörper unter seinem Dirigenten Thomas Besand wieder geschafft, die über 50 Musiker hervorragend zu motivieren und viele hundert Zuhörer schwungvoll und anspruchsvoll zweieinhalb Stunden lang zu unterhalten.
Es sind vor allem die populären Werke, die ein Neujahrskonzert ausmachen. Franz Lehars Konzertwalzer "Gold und Silber" zum Beispiel, der erst vor wenigen Tagen am gleichen Ort von den Hofer Symphonikern aufgeführt wurde. Ein bekannter und bewährter Walzer, bei dem der Dirigent sämtliche Verzögerungen und Beschleunigungen aufs Beste auskostet. Kein Wunder, dass Teile der Stadtkapelle fröhlich im Takt mitwippen.
Kein Neujahrskonzert ohne Johann Strauss. Diesmal hatte Thomas Besand die "Tritsch-Tratsch-Polka" ausgewählt, bei deren Tempo höchste Virtuosität gefordert ist. Ebenso bei der Ouvertüre zur Operette "Frau Luna" von Paul Lincke, die passgenau auf den Klangkörper zugeschnitten scheint und bei dem das Publikum in Ohrwürmern schwelgen darf.
Komplett neu im Programm war die Ouvertüre zu der Märchenoper "Wenn ich König wär" von Adolphe Adam. Tiefromantisch komponiert und trotzdem spritzig aufgeführt, lassen Thomas Besand und seine Musiker das wahre Meisterwerk der französischen Romantik erklingen. Schon dieser Auftakt war nicht nur ein strahlendes Beispiel für den Glanz des französischen Musiktheaters, sondern auch für die hohe Professionalität der Stadtkapelle.
Die Vielseitigkeit moderner konzertanter Blasmusik zeigen Kompositionen wie das auf Tempo und im Big-Band-Stil gespielte Chanson "La Mer" des Interpreten Charles Trenet oder ein Medley der bekanntesten Melodien des legendären amerikanischen Filmkomponisten Henry Mancini auf. Von "Moon River" bis zum "rosaroten Panther" war alles dabei. Von den Musikern wurde dies alles großartig zum Klingen gebracht, zumal die Stadtkapelle auch hier absolut transparent, homogen und exakt spielt.
Da passt auch die "German Folk Fantasy" gut dazu, ein Geschenk des befreundeten Lüneburger Stadtorchester an die Kulmbacher Musiker. Stefan Schwalgin hatte diese Fantasie im Big-Band- Sound über Norddeutsche Volkslieder arrangiert. Diese durchaus ungewöhnliche Zusammenstellung erklingt dynamisch und rhythmisch schlüssig differenziert.
Trotz aller Ausflüge ins Zeitgenössische haben freilich auch traditionelle Marschkompositionen ihren festen Platz. Diesmal setzte Thomas Besand den Konzertmarsch "Abel Tasman" von Alexander Pfluger, den in atemberaubendem Tempo musizierten "UNO-Marsch" von Robert Stolz und "Die Regimentskinder" von Julius Fuczik aufs Programm. Klangvoll und schmissig wird dies alles gespielt.
Höhepunkte eines jeden Neujahrskonzertes sind traditionell die Auftritte von Solisten. Diesmal gab es den Erfolgstitel "You raise me up", fabelhaft gesungen von Elke Höhn. Ebenso den Song "On the sunny side oft he street", den Elke Höhn als Duett zusammen mit Thomas Besand interpretierte. Jens Schieder und Mutter Monika waren die beiden Flügelhornsolisten in der Polka "Max und Moritz" von Guido Henn, und beide musizieren dabei blitzsauber. Stadtkapellenvorstand Roland Jonak schließlich greift wieder einmal zum Xylophon im "Csárdás" von Vittorio Monti und trumpfte dabei in altbewährter Art und Weise auf, so dass er wahre Jubelstürme entfacht und sofort eine Zugabe geben muss.
Informativ und unterhaltsam zugleich mit interessanten Hintergrundinfos führte auch diesmal wieder Karl Heinrich Backert durch das Programm und verschafft den Musikern damit die notwendigen Atempausen. Wehmut kommt auf, als Vorstand Jonak gleich am Anfang verkündet, dass es für Ehrenmitglied Heinz Geiger, der seit 1965 an der Tuba aktiv ist, das letzte Konzert sein soll. Kein Neujahrskonzert ohne Zugaben: Neben den "Alten Kameraden", Oberbürgermeister Henry Schramm zum 10-jährigen Amtsjubiläum gewidmet, gab es einen munteren "Radetzky-Marsch" von Strauss Vater in der Wiener Originalfassung für Blasorchester als Schlusspunkt. Am Ende eines langen Blasmusikabends gab es tosenden Applaus und Standing Ovations für die Stadtkapelle und ihren Dirigenten.
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