Kulmbach
Glosse

Riech mal an meiner Hose!

Eine leicht unappetitliche Statistik besagt: Der deutsche Mann wechselt durchschnittlich alle 2,8 Tage seine Unterwäsche.
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Foto: Patrick Seeger
Foto: Patrick Seeger
Diese Art der Sparsamkeit schwappt ins Unhygienische, da bekommt der Begriff "Riechkolben" eine olfaktorische Doppeldeutigkeit, die nicht jedem schmeckt. Frauen schneiden da besser ab: Der besagten Erhebung zufolge wandert deren Slip alle 1,25 Tage in den Wäschekorb.

Das ist löblich, aber leider verschenktes Geld. Warum? Weil es einen Markt gibt - einen Markt für getragene Damenunterwäsche. Hallo, nicht lachen jetzt, es geht schließlich um menschliche Bedürfnisse! Also bitte Contenance!

Und je länger das Höschen die Hüften der Trägerin umschmeichelt, desto höher ist der Preis, den entsprechend veranlagte Männer zu zahlen bereit sind. Im Internet werben diverse Seiten damit, derlei "vorbelastetes" Material zu verhökern. Ein Fetisch eben.

Wie bei so mancher sexuell ungewöhnlichen Vorliebe haben die Japaner die Art der Vermarktung von Gebraucht-Kurzwaren auf die Wäsche-Spitze getrieben. Dort können sich Bedürftige an Automaten in Plastik eingeschweißte Unterhosen ziehen wie unsereins Schnitzelbrötchen. Wie ein Junkie reißt der Schnaufer das Päckchen auf und inhaliert - ja was eigentlich? Es ist wohl unter anderem der Harnstoff, aus dem hier die Träume sind.

Wer aber abseits dieser Geschäftsidee seine Wäschewechselgewohnheiten ändern will, kann sich das auf Taste legen an seinem PC. Wenn der Rechner mal wieder abschmiert, lässt er sich mit STR(IN)G-ALT-ENTF(ERNEN) neu starten. Und erinnert so seinen Benutzer, den Gesäßraumteiler zu tauschen. Clever! Jochen Nützel
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