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Platz für noch mehr leckeres Gemüse

Kartoffeln, Erbsen und Möhren sind geerntet. Wir haben die Gärtner Rudolf Herzog und Jupp Schröder gefragt, wie sich die Lücken optimal nutzen lassen.
Mit kräftigen Jungpflanzen können Hobbygärtner die Lücken auf ihren teilweise abgeernteten Gemüsebeeten füllen. Rudolf Herzog empfiehlt für die Herbst- und Winterernte unter anderem Grünkohl, Salate, Rosenkohl und Winterheckenzwiebeln.  Foto: Dagmar Besand
 
von DAGMAR BESAND
Der Sommer hat sich dieses Jahr nicht unbedingt von seiner beliebtesten Seite gezeigt. Selten heiß, viel Regen. Für das Wachstum im Garten war dieses Wetter allerdings eher günstig Noch nie war meine Wiese im August so saftig grün, die Gemüsepflanzen haben sich toll entwickelt, und gießen mussten wir eher selten. Die Hochbeete in meinem Garten haben gute Erträge gebracht: Möhren, Erbsen und Bohnen, Salate, Radieschen, dazu Kartoffeln, Tomaten und reichlich Chilis. Noch nie hatte ich so viel Auswahl vor der Haustür. Einkaufen war gestern.

Jetzt ist ein Teil der Beetflächen abgeerntet. Es wäre doch schön, wenn man die Saison fürs Freilandgemüse ein wenig verlängern könnte. Aber geht das jetzt noch - Ende August? "Kein Problem", sagt Rudolf Herzog, dessen Familie seit 1946 eine Gärtnerei in Kulmbach betreibt. "Kräftige Jungpflanzen kann man bis Anfang September setzen. Alles, was wir jetzt im Sortiment haben, wächst noch gut", sagt er. Grünkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Winterporree und Heckenzwiebeln gehören dazu. Die Pflanzen, die ich selbst angesät habe, sind zwar schon deutlich größer, aber die zusätzlich gekauften können die Lücken füllen und sorgen dafür, dass ich im Winter länger etwas zu ernten habe - selbst dann, wenn schon Schnee liegt.

Auch eine Aussaat ist für manche Kulturpflanzen jetzt noch möglich. Der erste Feldsalat, der im Herbst in der Salatschüssel landet, wird spätestens Ende August ausgesät. "Für die Winter- oder Frühjahrsernte genügt es, im September die Saat unter die Erde zu bringen", sagt unser inf ranken.de-Gartenexperte Jupp Schröder und rät: "Das Saatbeet sollte vorher unbedingt gründlich von Wildkräutern befreit werden."

Mit den zunehmend kürzeren Tagen werden Radieschen und Rettiche besonders dick, da sie keine Kraft für die Blüten verschwenden müssen. Eine laufende Aussaat ist noch bis Ende August möglich. Auch kann man jetzt Salate aller Art pflanzen. Sie bekommen im Kurztag eine größere Blattmasse. Spinat für die Herbsternte kann noch bis Ende August angesät werden. Für eine Überwinterung ist der beste Aussaattermin Mitte September bis Anfang Oktober. Bei Rucola können ständig Nachsaaten bis Mitte September stattfinden.

Zu den Herbstsalaten zählen neben der Endivie auch Zuckerhut und Radicchio. Diese Salate sind im Anbau sehr ähnlich. Eine Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie einen hohen Anteil an Bitterstoffen haben. Wegen ihrer Robustheit gegen Krankheiten und Kälte, werden sie ab dem Spätsommer in mehreren Sätzen bis in den Herbst hinein angebaut.

Schließlich ist auch der anspruchslose Winterportulak ein idealer Lückenfüller im Freien und im Gewächshaus. Er ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen und deshalb sehr gesund. Schröder: "Die Aussaat ist bis in den Oktober hinein möglich. Leider ist diese robuste und leicht anzubauende Pflanze etwas in Vergessenheit geraten."

zum Thema "Die Traumgarten AG"

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