Kulmbach
Ausstellung

Oldtimertreffen: Nostalgie im Blechkleid

Jung und Alt statteten bei Kaiserwetter den automobilen Schmuckstücken aus längst vergangenen Tagen auf dem Mönchshofgelände einen Besuch ab.
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Umlagert von Automobilfreunden waren die zahlreichen Vehikel gestern beim Oldtimertreffen des Oldtimer-Stammtisches Kulmbach auf dem Mönchshofgelände. Fotos: Stephan Stöckel
Umlagert von Automobilfreunden waren die zahlreichen Vehikel gestern beim Oldtimertreffen des Oldtimer-Stammtisches Kulmbach auf dem Mönchshofgelände. Fotos: Stephan Stöckel
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Vom Drehturm der Feuerwehr blickte man auf ein Meer chromblitzender automobiler Kostbarkeiten aus längst vergangenen Zeiten. Tausende von Besuchern flanierten gestern beim Oldtimertreffen des Oldtimer-Stammtisches Kulmbach (OSK) auf dem Mönchshofgelände an Hunderten von Old- und Youngtimern vorbei.

Darunter befand sich eine ganz besondere Rarität, die Stephan Huttner aus Bayreuth sein eigen nennt: eine Cabrio-Limousine des nicht mehr existierenden deutschen Fahrzeugbauers Gutbrod aus dem Jahre 1952 vom Typ Superior. "Davon existieren weltweit nur noch elf Stück. Gemeinsam mit meinem Freund Klaus Steinberger, der KFZ-Meister ist, bewahrte ich die Kostbarkeit, die sich in einer Scheune eines meiner Patienten befand, vor der Schrottpresse", erzählte der Facharzt für Chirurgie aus Bayreuth. Fünf Jahre steckten die beiden in die Renovierung des Oldtimers. "Der Wagen war mit seinen Teleskopstoßdämpfern und der hydraulischen Presse seiner Zeit technisch weit voraus", berichtete der 57-jährige Bayreuther voller Bewunderung.


Vehikel der Wehrmacht

Bei einem ganz anderen Typ von Fahrzeug gerät Georg Fricke ins Schwärmen. Der Neuenmarkter ist mit einem VW Schwimmwagen der deutschen Wehrmacht aus dem Jahre 1943 zum Oldtimertreffen gefahren. Stolz zeigte er die Schiffsschraube, die das Auto wassertauglich macht. Aus einem verrosteten Wagen mit Einschusslöchern hat er ein glänzendes Schmuckstück gemacht. "Es ist das erste Allradfahrzeug, das der Autopionier Ferdinand Porsche auf der Basis eines VW-Käfers entwickelt hat", plauderte der Besitzer aus dem Nähkästchen.

Noch ein paar Jahrzehnte mehr auf dem Buckel hat das dreirädrige Gefährt, mit dem Stefan Krauß in Frack und Zylinder Alt und Jung über das Veranstaltungsgelände kutschierte. In der Familie des Kemnather Autofans wird seit Jahrzehnten nur eine Marke gefahren: Mercedes Benz. "Mein größter Wunsch war es, einmal das erste Automobil der Welt mit Gasmotor von Karl und Berta Benz aus dem Jahre 1886 zu erwerben", sagte der 39-jährige. In einem privaten Museum in England wurde er vor ein paar Jahren dann fündig. Das besondere an dem betagten Automobil: Als Anlasser fungiert ein Schwungrad.


Heuer keine Ausfahrt

Aus organisatorischen Gründen hatte man in diesem Jahr auf eine Ausfahrt, die in den vergangenen Jahren immer am Samstag stattgefunden hatte, verzichtet. "Der Personaleinsatz wäre einfach zu hoch gewesen. Deshalb konzentrieren wir uns auf den Sonntag", erläuterte Vorsitzender Walter Schaller vom OSK. Nachdem man im vergangenen Jahr mit 800 Oldtimern auf dem Mönchshof-Gelände an die Kapazitätsgrenzen gestoßen war, wurde in diesem Jahr die Mönchshofhalle mit einbezogen. Dort fanden Geschicklichkeitsprüfungen (unter anderem Reifenwechseln) statt, zeigten die Mitglieder aber auch ihre Kostbarkeiten aus der Historie des Automobils.

Diese waren ein beliebtes Fotomotiv, weckten bei den Betrachtern aber auch Erinnerungen: "Einen solchen Austin Healy hatte ich vor über 50 Jahren auch einmal. Nur in Weiß", ging Manfred Köhn aus Altenkunstadt beim Anblick des roten Sportwagens das Herz des Autofans auf.
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