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Potenzial zu Grösserem?

Mehr als 10.000 kommen zum autofreien Sonntag

Auch der vierte autofreie Sonntag im Weißmaintal war ein Besuchermagnet: Die Rekordmarke 10 000 wurde locker erreicht. Der Ködnitzer Gemeinderat Michael Heisinger plädiert sogar dafür, den Event auf andere Gemeinden auszudehnen.
Der Ködnitzer Gemeinderat Michael Heisinger hat einen Platten gefahren - und nimmt's gelassen. Fotos: Werner Reißaus
 
von WERNER REIßAUS
Der Landkreis Kulmbach wie auch die Gemeinden Ködnitz und Trebgast scheinen einen Pakt mit dem Wettergott geschlossen zu haben, denn auch zum 4. autofreien Sonntag herrschte gestern herrliches Frühlingswetter. Tausende von Radfahrern und Inline-Skatern tummelten sich im Weißmaintal. Es gibt zwar kein Zählwerk an den "Toren" von Kauerndorf und Trebgast, doch die bisherige Rekordmarke von 10 000 Besuchern wurde locker erreicht.

Und wenn es nach deren Meinung geht, dann sollte eine solche Veranstaltung öfter angeboten werden - nicht nur im Weißmaintal. Michael Heisinger aus Tennach ist ein glühender Verfechter des autofreien Sonntags: "Ich war schon vor zwei Jahren dafür und von der Veranstaltung schwer begeistert. Es ist einfach eine klasse Aktion, es ist überall was los, und es gibt keine Autos auf der Straße."

"Mit dem Auto wird sowieso zuviel gefahren"

Der Ködnitzer Gemeinderat hatte sich heuer etwas Besonders einfallen lassen, denn er war mit seinem "Gallischen Old-Style"-Fahrrad gekommen, das locker 60 Jahre auf dem Buckel hat. Von wegen 28 Gänge oder so...
Dass eine Großveranstaltung wie diese nicht mit ein paar hundert Euro zu schultern ist, dessen ist sich Heisinger bewusst: "Die Leute sollen aber froh sein, wenn so etwas aktiviert wird und sie sich mit dem Fahrrad einmal frei bewegen können. Mit dem Auto wird sowieso zu viel gefahren. Ich würde es öfter machen, auch in mehr Gemeinden."

Heisinger sieht den autofreien Sonntag durchwegs positiv. Freilich koste er dem Landkreis eine Stange Geld, aber wenn er sehe, dass die Brücke in Ebersbach 250 000 Euro kosten soll, dann sei es für ihn ein Witz, wenn für eine solche Topveranstaltung ein paar Euro investiert werden."

Natürlich hatten gestern die Betreiber der Verpflegungsstände entlang der Staatsstraße zwischen Kauerndorf und Trebgast alle Hände voll zu tun. Ein Geheimtipp unter den Radlern scheint das schmucke Ebersbach zu sein, der unmittelbar am Weißen Main liegt. Wie jedes Jahr war wieder der ganze Ort auf den Beinen, wobei die Jugendlichen sogar eine Saftbar anboten. Ein besonderer Anziehungspunkt scheinen dort nicht nur die Spezialitäten vom Grill zu sein, sondern vor allem die selbst gebackenen Kuchen und Torten. Vorsitzende Anja Wollnik vom Gartenbauverein hatte mit ihrem Helferteam alles im Griff: "Wir haben wie jedes Jahr neben Bratwürsten, Steaks und belegten Laugenstangen auch unsere Kuchen und Torten. Wir sind ja nicht unmittelbar an der Hauptstraße, aber ich denke für uns ist das auch ein kleiner Vorteil, weil man hier etwas gemütlicher sitzt. Wir sind heuer wirklich sehr zufrieden."

Jugendliche betreiben die Saft-Bar

Kurz nach 15 Uhr neigte sich der Bestand an süßen Backwaren allerdings langsam dem Ende entgegen. Anja Wollnik: "Unsere Ebersbacher Frauen hatten rund 30 Torten und Kuchen gebacken. Eine Riesenleistung, denn wir haben ja nur 70 Einwohner." Allein 36 Helferinnen und Helfer waren gestern vom Morgen bis zum frühen Abend auf den Beinen.

Besonders stolz können die Ebersbacher auf ihre Jugendlichen sein, denn sie betrieben die Saft-Bar des Landkreises in eigener Regie.

Mit einem Freiluft-Gottesdienst, den Pfarrer Martin Fleischmann von der evangelischen Kirchengemeinde Untersteinach hielt, wurde der autofreie Sonntag eröffnet. Der Geistliche hatte sich zusammen mit Bärbel Zeller zum Thema "Vorsorge" einen lustigen Sketch einfallen lassen.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von den Posaunenchören aus Trebgast und Untersteinach unter der Leitung von Werner Gräbner und dem gemischten Chor des Gesangvereins Fölschnitz (Leitung Alexander Thern).

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) würdigte zu Beginn des Gottesdienstes die gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden Ködnitz und Trebgast sowie mit dem Bund Naturschutz, dessen Kreisvorsitzender Wolfgang Schenker Ideengeber für diesen autofreien Sonntag gewesen sei. In seine Dankesworte schloss Söllner vor allem die Feuerwehren, das BRK und die Polizei mit ein: "Ohne die ginge es überhaupt nicht, denn sie müssen auch an einem solchen Tag für Schutz und Sicherheit sorgen. Das wissen wir zu schätzen."

Nicht zuletzt galt Söllners Anerkennung dem SKC Fölschnitz für die Möglichkeit, die offizielle Eröffnung des autofreien Sonntags auf dem Vereinsgelände vornehmen zu können.

Ohne Autoverkehr zeigt sich die wahre Schönheit

Das Weißmaintal bezeichnete der Landrat als eines der schönsten Täler im Landkreis Kulmbach: "Wenn kein Autoverkehr herrscht, merkt man erst, wie schön es hier ist. Das ist auch ein Aspekt, der für diesen Tag spricht."
Auf das Thema Klimaschutz eingehend, sagte Söllner, dass der Landkreis sehr weit vorne steht: "Wir können das nicht alleine machen, aber wir haben viele Akteure, die sich einbringen - eine tolle Geschichte."

Den offiziellen Startschuss gab Landrat Klaus Peter Söllner zusammen mit den beiden Bürgermeistern von Ködnitz und Trebgast, Stephan Heckel-Michel und Werner Diersch, am Stand der Zimmerer-Innung. Nachdem es Söllner ablehnte, ein Kantholz der Länge nach aufzusägen, wählten die beiden Bürgermeister die leichtere Variante und nahmen einen vertikalen Schnitt vor. Damit war der Startschuss für den 4. autofreien Sonntag gegeben.
Die Zimmerer-Innung demonstrierte am Info-Stand damit auch, was Holz bedeutet, und wollte den Werkstoff vor allem den Kindern näherbringen. Zimmerermeister Heinz Kirschner: "Der Kinder konnten ein Stück absägen, es in die Hand nehmen und das Gewicht abschätzen. Die jungen Leute verlieren einfach den Bezug zum Holz." Die Experten hatten dazu eigens eine Waage mitgebracht. Derjenige, der mit seiner Gewichtsschätzung am besten lag, bekommt bei der nächsten öffentlichen Veranstaltung der Zimmerer-Innung einen Preis.

Ein paar Meter weiter waren zwei Mitarbeiter der Thurnauer Firma Schwender damit beschäftigt, Herzen aus Kupferrohren zu löten.


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