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Markt will jetzt doch Mittelzentrum werden

Ursprünglich wollte der Markt Thurnau aufgrund erwarteter mangelnder Erfolgschancen darauf verzichten, sich um eine Einstufung als "Mittelzentrum" zu bewerben. Eine Eingabe des Thurnauer Kreisrats Veit Pöhlmann (parteilos) im Kreisausschuss änderte nun jedoch die Sichtweise.
Der Markt Thurnau bewirbt sich jetzt doch um eine Einstufung als "Mittelzentrum". Foto: BR/Archiv
 

Pöhlmann hatte sich in Bezug auf die Gesamtfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms für bis zu drei neue Mittelzentren im Landkreis stark gemacht. Neben der früheren Kreisstadt Stadtsteinach sollten dies Neuenmarkt/Wirsberg und der Markt Thurnau sein. Der Kreisausschuss übernahm Pöhlmanns Eingabe in weiten Teilen in die Stellungnahme des Landkreises.

"Veit Pöhlmann bat uns daraufhin, dass der Marktgemeinderat seinen Beschluss vom 17. September nochmals überdenkt. Da sich alle Fraktionen damit einverstanden erklärten, steht der Punkt jetzt erneut auf der Tagesordnung", erklärte Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/Offene Liste) in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Der Gemeinderat beantragte nun einstimmig, dass Thurnau zum Mittelzentrum aufgestuft wird. "Der Markt erfüllt schon jetzt eine sehr starke zentrale Funktion. Er ist ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum im südlichen Landkreis Kulmbach, der bis in den Landkreis Bayreuth hinein ausstrahlt", begründete Hofmann den Antrag.

Zwölf gute Gründe


und führte zwölf Gründe an, die für eine Einstufung als Mittelzentrum sprechen könnten. Angegeben wurden unter anderem die optimale Verkehrsanbindung mit zwei Autobahn-Anschlussstellen, die Infrastruktur mit "enormen Entwicklungsmöglichkeiten für Gewerbe und Wohnbebauung", das Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth im Schloss, das zu einem europäischen Forschungsinstitut ausgebaut werden soll, sowie die "für eine ländliche Gemeinde hervorragend aufgestellte medizinische Versorgung, auch durch das geplante neue Ärzte- und Therapiehaus mit integriertem Rettungswagenstellplatz des BRK am früheren Bahnhofsgelände".

Ferner führte Hofmann das überörtlich nachgefragte Seniorenheim "Kirschenallee" und die von suchtkranken Frauen aus ganz Deutschland frequentierte Fachklinik Hutschdorf auf. Durch die Photovoltaikanlagen und die Ausweisung von zwei Windparks mit jeweils fünf Windrädern trage der Markt "entscheidend zum Gelingen der Energiewende" bei.

"Der" Künstler- und Kulturort


Der historische Ortskern mit dem Schloss, dem Töpfermuseum sowie zahlreichen Töpfern, Künstlern und Kunsthandwerkern ziehe jährlich viele Touristen an. Durch viele Veranstaltungen im Jahreslauf sei Thurnau längst "der" Künstler- und Kulturort der Region. Das Schloss sei ein mittlerweile national anerkanntes und frequentiertes Tagungszentrum.

Außerdem verwies Hofmann auf die Volksschule und die vielfältigen Einrichtungen zur Kinderbetreuung, auf den "sehr gut aufgestellten Einzelhandel", die eigene Wasserversorgung sowie das beheizte Freibad mit 50-Meter-Becken. "Wir bringen beste Voraussetzungen mit und sind auch von der Gemeindegröße her nur unwesentlich kleiner als das benachbarte künftige Mittelzentrum Stadt Hollfeld."
Auf Anregung von Jürgen Kieslich (CSU) wurden auch die künftige Gasversorgung über die LuK Helmbrechts in Teilen des Marktgebiets sowie auf Vorschlag von Erwin Schneider (ÜWG) der Golfplatz als zusätzliche Argumente aufgenommen.

"Man muss kämpfen"


"Ich finde die Initiative von Veit Pöhlmann gut. Man muss um die Aufstufung zum Mittelzentrum kämpfen, die Standortvorteile sprechen für Thurnau", meinte Kieslich.

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