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Projekt

Kulmbacher Riese steht für die Einsamkeit auf der Welt

Kulmbacher Kunstschüler haben einen Riesen erschaffen, eine Iranerin schneiderte das Gewand. Am Samstag kann das Teil bestaunt werden.
Der 3,40 Meter große Riese kommt zum Stehen - zunächst zum Tag der offenen Tür am Caspar-Vischer-Gymnasium. Hausmeister Frank Reuter (links) greift von der Leiter aus helfend unter die Arme. Foto: Uschi Prawitz
 
Stolze 3,40 Meter misst der Kulmbacher Riese, den die Kunstschüler der Q 11 am Caspar-Vischer-Gymnasium mit ihrem Lehrer Andreas Schobert erschaffen haben. Schon bald soll er im Rathaus einziehen, doch zuvor musste das Gestell aus etwa 40 Metern Maschendraht noch eingekleidet werden.

Da es für Riesen nun einmal keine Kleider von der Stange gibt, musste maßgeschneidert werden, und dafür fand sich eine Schneiderin aus dem Iran, die über den Musiklehrer Hanns-Georg Schmidt Kontakt mit dem Kunstkurs aufnahm.


Überdimensionale Jeans


Drei Wochen lang hat Moloud Amani eine Stunde täglich an der überdimensionalen Jeanshose und dem Kapuzenshirt genäht, eine Arbeit, die ihr viel Spaß bereitet hat. "Im Iran habe ich in einer Damenschneiderei gearbeitet", erzählte sie. Besonders schwierig sei das Nähen der Hose mit Bund und Knien gewesen, weil sich der Riese nicht wie ein Mensch bewegt.

Gestern früh war es dann soweit, der Kulmbacher Riese konnte fertig angekleidet werden. "Das war ganz schön anstrengend", sagte Nadine Eunous aus der Q11, denn der Gigant habe leider nicht mitgeholfen. "Wir mussten sehr aufpassen, dass die Kleidung nicht am Drahtgestell hängenblieb und beschädigt wurde", ergänzte Mitschülerin Leonie Wecker. Beide legten noch einmal letzte Hand an, bevor der Riese am Mittag mit Hilfe des Hausmeisters Frank Reuter einen vorübergehenden Stehplatz in einer Ecke des Gymnasiums zugewiesen bekam.

Dort steht er jetzt und erwartet die Besucher zum Tag der offenen Tür am kommenden Samstag. "Wir sind gespannt, wie die Leute auf ihn reagieren werden", sagte Andreas Schobert, und kaum hatte er das geäußert, läutete die Schulglocke. Einige Schüler staunten, andere erschraken.


Aktion gegen Ausgrenzung


Genau solche Aufmerksamkeit wünscht sich der Kunstkurs durch seine Aktion. "Wir wollen auf Menschen hinweisen, die anders sind, von der Gesellschaft nicht so aufgenommen werden", sagte Nadine Eunous. "Für mich repräsentiert der Riese die Einsamkeit." Und das tut er, wie er da allein in seiner Ecke steht, sich nicht traut, den Menschen in die Augen zu schauen, mit Blicken bedacht wird, mal belustigt, mal erschrocken.

Hier darf er sich an Gesellschaft gewöhnen, bevor er seinen Weg ins Rathaus antritt, in einer würdigen Prozession durch die Stadt, ganz wie es für einen Riesen gebührt.
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