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Entdeckertouren 20

Kulmbacher "Ratskeller" ziert ein Attribut der Stärke

Die Eingangstür am früheren "Ratskeller" ziert ein Türklopfer aus Bronze. Der Löwenkopf stammt von Johann Adam Ries, einem berühmten Kulmbacher.
Der von Johann Adam Ries geschaffene Löwenkopf aus Bronze. Foto: Erich Olbrich
 
Auf unserer heutigen Entdeckertour schauen wir uns einen stolzen Löwenkopf am Haus Marktplatz 13 an. Obwohl sich in dem Gebäude schon seit vielen Jahren keine Gastwirtschaft mehr befindet, kennen es die Kulmbacher immer noch als "Ratskeller".


Aus dem Reich der Dämonen


An dem großen Eingangstor befindet sich eine Löwenmaske als Bronzetürklopfer. Löwenmasken gehören in der darstellenden Kunst in das vielfältige Reich der Dämonen.

Es ging den Menschen schon im frühen Mittelalter darum, die Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse in den verschiedensten Formen sichtbar zu machen. Der Löwe galt dabei als Attribut der Macht und Stärke. Modelleur dieser kunsthandwerklichen Arbeit ist der am 16. Oktober 1813 in Kulmbach geborene Johann Adam Ries.


Großonkel von Michel Weiß


Ries verbrachte seine Jugendzeit in Kulmbach und arbeitete anfänglich im Haus Oberhacken 6. Hier lebte seine Schwester Susanna Maria (1807 bis 1883), die den Tuchscherermeister Christian Heinrich Weiß heiratete.

Auch an diesem stattlichen Fachwerksgebäude befindet sich eine Tür mit zwei Türklopfern. Es ist übrigens auch das Geburtshaus des bekannten Kunstmalers Michel Weiß (1867 bis 1951). Johann Adam Ries war sein Großonkel. Verheiratet mit Luise Ruckdeschel, war er zuerst Drechsler, dann Optiker und Feindrechsler im weltbekannten optischen Institut Merz in München.


Als Künstler gewürdigt


Schon 1834 fertigte er mit seinem Vater eine Metall-Fahnenspitze mit bayerischem Löwen für das Landwehrbataillon seiner Heimatstadt. In der Festschrift zur Fahnenweihe wird Ries ausdrücklich als der Künstler gewürdigt, der den Entwurf und die Form zur Fahnenspitze lieferte. In der gleichen Publikation heißt es vom Vater, er sei "im Fache der Drechslerkunst, sowohl als der feineren Metallarbeiten und Mechanik" ein "ausgezeichneter Autodidakt", in der ganzen weiten Gegend wohlbekannt als bescheidener, anspruchsloser Bürger und Drechslermeister.

Seine weitere Ausbildung erhielt Johann Adam Ries an der staatlichen Münze in München, wo er dann auch Graveur wurde.


Meisterhafte Briefmarken


Aus der Hand des berühmten Kulmbacher Sohns stammen die bekannten Schweizer Helvetia- Briefmarken und die bayerischen Wappenmarken. Er schuf auch viel andere Entwürfe, zum Beispiel die Tapferkeitsmedaille des Kries von 1870/71 oder die Silbermünze mit König Ludwig II., übrigens die einzige Münze mit diesem König, zu der er persönlich Modell gesessen hat.

In den 1870er Jahren widmete der Künstler seiner Vaterstadt zwei Magistratssiegel. 1888 trat Ries in den Ruhestand und starb ein Jahr darauf in München.

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