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Freizeit

Kinder mit AD(H)S machen Urlaub in Franken

Kinder mit ADS/ADHS, einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung, haben oftmals auch an den Ferien keine Freude. Weil sie von anderen Kindern gemieden, ausgeschlossen werden. Deshalb gibt es spezielle Ferienfreizeiten für Kinder mit AD(H)S.
Stadtführer Erich Olbrich begeisterte die Kinder beim Rundgang durch Kulmbach. Foto: privat
 
von MATTHIAS BEETZ
Über zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Salem-Geschäftsführer Samuel Müller erstmals ganz konkret mit diesem Freizeitproblem konfrontiert wurde. Eine Mutter hatte ihm erzählt, dass die Krankheit des Sohnes eine Teilnahme an normalen Kinderfreizeiten unmöglich macht. Weil der Junge ausgeschlossen wird oder durch seine Hyperaktivität die ganze Gruppe sprengt und unkontrollierbar macht.

Vier Freizeiten am Stück

2002 bot Salem deshalb erstmals spezielle Freizeiten für Kinder mit der Diagnose AD(H)S an. "Damals hatten wir drei Kinder zu Gast", erinnert sich Müller an die Anfänge. Und heute? "Heute bieten wir erstmals vier Freizeiten hintereinander für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren an", erklärt der Salem-Chef. Acht bis zehn Kinder zählt jede Gruppe, hinzu kommen mindestens vier Betreuer.

Dass das Stadtsteinacher Hilfswerk mit seinem Angebot offenbar in eine Versorgungslücke gestoßen ist, zeigt laut Müller ein Blick ins Internet. Dort finden sich nur wenige Freizeiten für Kinder mit der Diagnose AD(H)S, bei denen nicht die Therapie im Vordergrund steht.

Bei Salem ist das anders. Dort steht das soziale Miteinander der betroffenen Kinder im Mittelpunkt. "Das Angenommensein mit allen Schwächen und Stärken ist für viele ADHS-Kinder völlig neu", erklärt Müller. Andererseits wiederum lernten die Mädchen und Jungen, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und zu respektieren.

Bei den einwöchigen Freizeiten bei Salem tun das die Kinder dadurch, dass sie Spaß haben und sich austoben können. Fußball, Baden und Reiten gehören genauso zum Programm wie Nachtwanderungen oder Übernachtungen im Zelt. Die Rundgänge mit Stadtführer Erich Olbrich durch Kulmbach waren laut Müller ein anderes Highlight. Und auf den Besuch bei der Stadtsteinacher Polizei am kommenden Donnerstag sind auch schon alle gespannt.

Spielerische Therarpie

Spielerisch geht es auch in die Therapie. So gibt es neben vielen Gedächtnis- und Konzentrationsspielen heuer zum Beispiel auch einen Kalligraphie-Workshop mit der Goldkronacher Künstlerin Andrea Wunderlich.
Dass die Teilnahme an den Freizeiten keine Frage von Wohlstand ist, unterstreicht der Salem-Geschäftsführer ganz besonders. Auch sozial schwache Familien könnten sich anmelden, das Hilfswerk unterstütze bei Förderanträgen gerne.

Wenn der eine "Zappelphilipp" oder die andere "Stören frieda" schon zum wiederholten Mal zur Kinderfreizeit nach Stadtsteinach kommen, freut das Samuel Müller natürlich. Und das umso mehr, als einer seiner Vorsätze bis zum heutigen Tag steht: "Ich möchte eine Freizeit für die Kinder anbieten, die sonst bei anderen Freizeiten immer rausfliegen. Und rausgeflogen ist in der ganzen Zeit kein einziges Kind."


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