Kulmbach
Tradition

In der Blaich kam das Christkind hoch zu Ross

Der Blaicher Weihnachtsmarkt mit seinem Kunsthandwerk lockte am Sonntag wieder Tausende von Besuchern an.
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Das Christkind Franziska Pöhnl kam hoch zu Ross auf den Blaicher Weihnachtsmarkt geritten. Fotos: Stephan Stöckel
Das Christkind Franziska Pöhnl kam hoch zu Ross auf den Blaicher Weihnachtsmarkt geritten. Fotos: Stephan Stöckel
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Im vergangenen Jahr schlenderte Stefan Wich noch als Besucher über den Blaicher Weihnachtsmarkt. In diesem Jahr stand er gemeinsam mit seiner Frau Heike hinter einem Stand und verkaufte weihnachtliche Laubsägearbeiten: Engel, Schneemänner, Wichtel und sogar einen Krippenszene. "Vor zehn Jahren waren wir schon einmal auf dem Markt mit einem Stand vertreten. Im vergangenen Jahr kam mir beim Bummel durch die Budenstadt der Gedanke wiederzukehren", erzählte der Kulmbacher.

Warum? "Weil ich die entspannte, fröhliche und lockere Atmosphäre schätze. Hier geht es überhaupt nicht hektisch zu", erklärte Wich. So wie er denken wohl viele. Tausende von Besuchern bevölkerten auch in diesem Jahr wieder das Mönchshof-Gelände. Der Duft von frisch gebackenen Plätzchen, gebrannten Mandeln und Glühweinduft zog gestern über das Gelände.

Auch Harald Lorenz aus Helmbrechts ließ sich von dem nasskalten, windigen Wetter nicht von einem Besuch abhalten. Er bewunderte die aus Trockengesteck und Holz gestaltete Tischdekoration mit Engel sowie die mit Stoffbändern verzierten Holz- und Metallsterne zum Aufhängen, die Ute Leupold aus Münchber offerierte. "Im Unterschied zu anderen Märkten steht hier der Kommerz nicht im Vordergrund. Es wird allerhand Selbstgemachtes für die Weihnachtszeit angeboten. Das finde ich Klasse!"

Dafür investierten die Fieranten viel Zeit. Irene Ziegler aus Oberehesberg bei Presseck hatte 20 Kilogramm Butterstollen, 300 Krapfen und unzählige Plätzchen gebacken, die reißenden Absatz fanden. In den Dienst einer guten Sache stellten sich fünf Damen vom Bayern-1-Stammtisch Mainleus-Kulmbach. In ihrer Freizeit schnitzten sie Engel aus Holz, die sie nun für die Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks verkauften. Die Erlöse kommen bedürftigen Kindern zugute.


Met aus dem Mittelalter

Für einen Hauch von Mittelalter sorgt wieder die Kulmbacher Gruppe "Augenglas", die Met verkaufte. Selbstverständlich nicht fehlen durfte das Blaicher Christkind, verkörpert von der zehnjährigen Franziska Pöhnl, die die Gäste des Weihnachtsmarktes begrüßt hatte. Alle, die ein Weihnachtsgedicht- oder lied vortrugen, wurden vom Christkind beschert. Diverse Gruppen und Ensembles erfreuten mit weihnachtlichen Weisen, die zu Herzen gingen.


Tag der offenen Tür in den Museen


Auch in diesem Jahr verknüpften Alt und Jung ihren Bummel durch die festlich geschmückte Budenstadt des Blaicher Weihnachtsmarktes mit einem Abstecher ins Brauereimuseum, Gewürzmuseum und das Bäckereimuseum, die alle mit freiem Eintritt gelockt hatten.

Das Blaicher Christkind schaute ebenfalls vorbei: In der Koch- und Backschule des Museumspädagogischen Zentrums (Mupäz) bastelte Franziska Pöhnl zusammen mit anderen Kindern aus Orangen und Nelken süßlich duftende Teelichter für eine adventliche Kaffeetafel. Uschi Prawitz, Leiterin der Junior-Akademie des Mupäz, gab den Kindern wertvolle Tipps.

Während auf dem Weihnachtsmarkt Kunsthandwerk in Hülle und Fülle angeboten wurde, konnte man beim Tag der offenen Tür in den drei Museen Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen. Braumeister Robert Boser zeigte den Besuchern in der Gläsernen Museumsbrauerei die einzelnen Schritte beim Bierbrauen vom Maischen bis hin zum Abkühlen der Würze. Wer will fleißige Bäcker sehen? Am Steinbackofen waren sie in ihrem Element.

Es gab "Coffee to go" oder "Cappucino to go" - beim Tag der offenen Tür gab es "Bierfilzla to go". Unter der fränkisch-englischen Wortschöpfung präsentierte Hubert Waldhier aus Thurnau im Foyer der Mönchshof-Museen altes Druckerhandwerk. Mit einer Kniehebedruckpresse bedruckte er Bierfilzla mit originellen Sprüchen. Experten vermittelten den Besuchern bei Führungen viel Wissenswertes aus ihrem Fachgebiet. Mit der Geschichte des Gerstensaftes befasste sich Martin Ständner, Hans-Dieter Herold beleuchtete das Bäckerhandwerk und Gewürzsommeliere Brigitte Lauterbach gewährte einen Einblick in die Welt der Gewürze. Im Anschluss an die Führungen diskutierten die Laien mit den Fachleuten bei einem Gratisbier über das Gesehene.
Ihr Wissen über die Gewürze testeten Alt und Jung bei einem Quiz mit Gewürzexpertin Christine Eßer-Böhner vom Museumsverein. Die Waldorfschule Wernstein lud zum Kerzenziehen aus Bienenwachs. Ihren Durst löschten die Besucher mit leckerem Lebkuchenbier.
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