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In Thurnau steigt die Abwassergebühr

Ab 1. November müssen die Thurnauer Bürger für die Kanalgebühren tiefer in die Tasche greifen. Die Gebühr für die Schmutzwasserbeseitigung steigt von bislang 1,57 auf 1,63 Euro je Kubikmeter, die Oberflächenwassergebühr von 16 auf 36 Cent pro Quadratmeter abflusswirksamer Fläche.
 

Dies beschloss der Marktgemeinderat am Montagabend. Die Erhöhungen basieren auf den Ergebnissen einer von Kämmerer Michael Ganzleben durchgeführten Neukalkulation für einen Zeitraum von zwei Jahren.

Bürgermeister Dietmar Hofmann (SPD/Offene Liste) betonte, dass bei der deutlichen Senkung der Kanalgebühren vor zwei Jahren um 82 Cent je Kubikmeter beziehungsweise um zehn Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche bereits absehbar war, dass es nach Ablauf des zweijährigen Kalkulationszeitraumes wieder zu einer merklichen Gebührensteigerung kommen wird. "Die jetzige Erhöhung ist vertretbar. Schließlich wurde im zu Ende gehenden Kalkulationszeitraum der Ortsteil Leesau mit einer Investitionssumme von rund einer Million Euro an die zentrale Kläranlage angeschlossen.

"Höchstrichterliche Urteile"


Die im Vergleich zur Schmutzwassergebühr deutlichere Erhöhung bei der Oberflächenwassergebühr ist durch neue höchstrichterliche Urteile zur prozentualen Aufteilung der zu veranschlagenden Flächen bedingt", erklärte der Bürgermeister. "In jedem Fall wird die von unserer außerparlamentarischen Abwasserfraktion immer wieder in den Raum gestellte Abwassergebühr von 3,50 Euro je Kubikmeter deutlich unterschritten. Ohne getrennte Abwassergebühr ergäbe sich rein nach dem Frischwassermaßstab eine Gebühr von 2,61 Euro pro Kubikmeter", so Hofmann.

Während des neuen Kalkulationszeitraumes müsse jetzt noch der Ortsteil Hörlinreuth an die Kanalisation angeschlossen werden - mit einem im Gegensatz zu Leesau für die Gemeinde weitaus geringeren finanziellen Anteil von etwa 70 000 Euro. Nach Abschluss dieser Maßnahme sei dann "die Abwasserfrage für Thurnau endgültig und bestmöglich geklärt". Dann könne sukzessive die Fremdwasserquote durch gezielte Maßnahmen weiter gesenkt werden.

Tendenz wieder leicht nach unten


"Ich gehe persönlich davon aus, dass sich die Abwassergebühr in den Folgejahren sogar wieder leicht nach unten entwickeln wird", prognostizierte er.
Nachdem es im Gegensatz zu früheren Jahren schon während des abgelaufenen Kalkulationszeitraums keine Klagen von Bürgern mehr gegen die Abwassersatzungen gab, zeigte sich Hofmann überzeugt, dass dies auch in Zukunft so bleibt. "Genauer wie durch unsere Verwaltung kann man eine Gebührenkalkulation nicht mehr machen. Dies bestätigt uns auch der bei der Kalkulation eingebundene Bayerische Kommunale Prüfungsverband", so Hofmann.

"Die Fehler der Jahre 2002 bis 2008 sind in Ordnung gebracht, heute kann man ruhigen Gewissens den Gebühren zustimmen", unterstrich auch ÜWG-Fraktionschef Erwin Schneider.

"Die Gebührensätze sind zwar nachvollziehbar und moderat. Für ein Haus mit 200 Quadratmetern versiegelter Fläche und 100 Kubikmetern Frischwasserverbrauch im Jahr steigt die Belastung aber dennoch um 20 Prozent. Wir sollten sehen, dass die Gebühren trotz des anstehenden Kanalanschlusses von Hörlinreuth konstant bleiben", forderte Adolf Häußinger, der Vorsitzende der SPD/OL-Fraktion.

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