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Region  // Kulmbach

Motorrad-Sternfahrt

Sternfahrt Kulmbach 2016: Korso mit Schneeflocken

Premiere bei der 16. Motorrad-Sternfahrt in Kulmbach: Die Biker konnten beweisen, dass sie auch bei Schneefall sicher unterwegs sind.
Sonne, Regen und - wie hier beim Korso - Schneeflocken: Die rund 1300 Teilnehmer an der Motorrad-Sternfahrt erlebten alle Witterungsbedingungen. Fotos: Ferdinand Merzbach
 
von PETER MÜLLER
Wer gedacht hatte, dass sich angesichts des miesen Wetters nur wenige Motorradfahrer zur Sternfahrt nach Kulmbach verirren, sah sich getäuscht: Rund 1300 hartgesottene Biker starteten mittags in der Albert-Ruckdeschel-Straße zum Korso durch die Innenstadt. Während des ganzen Tages wurden sie bei maximal fünf Grad Celsius von Wetterkapriolen begleitet. Schien am Vormittag noch die Sonne, wurde die Stadt - pünktlich zum Korso - mittags von einem Schneeschauer erfasst, der eine Stunde später wieder strahlendem Sonnenschein wich.


320 Kilometer aus Bad Tölz angereist

Zu den Hartgesottenen, die trotz der ungünstigen Wetterprognosen eine weite Anreise nicht gescheut hatten, gehören Martin Urbanek (35) aus Bad Tölz, seine elf Jahre alte Tochter Denise und Bruder Matthias (23). Nach vier Stunden hatten sie mit einer Yamaha Thundercat 600 und einer Suzuki GSX 500 am Freitag die rund 320 Kilometer von Oberbayern nach Kulmbach geschafft, um zum ersten Mal an der Sternfahrt teilzunehmen. Martin Urbanek ist durch die Internetseite www.motorradsternfahrt.de auf die Veranstaltung aufmerksam geworden: "Ich fand die Präsentation sehr gut", so der 35-Jährige, den die Angebote auf dem Brauereigelände auch beruflich interessieren. "Ich bin Messtechniker und messe für die Kommunale Verkehrsüberwachung Verstöße im Straßenverkehr. Da kann man auch Motorradfahrer von hinten blitzen", betonte er mit einem Schmunzeln.


Auf das schlechte Wetter haben sich die drei Bad Tölzer nicht nur bekleidungstechnisch gut vorbereitet. Urbanek: "Sollte es am Sonntag schneien, haben wir organisiert, dass wir abgeholt werden. Das wäre sonst zu gefährlich." Dass diese Maßnahme richtig war, zeigte das Wetter am gestrigen Sonntag.

Ob die jungen Bad Tölzer tatsächlich auf vier Rädern wieder Richtung Süden fuhren, war nicht in Erfahrung zu bringen. Allerdings hatten sie der Bayerischen Rundschau bereits am Samstag verraten: "Wir kommen nächstes Jahr wieder."


Das gilt auch für den Ehrengast und Schirmherrn, Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann, der in seiner Amtszeit noch keine Sternfahrt verpasst hat. Diesmal war Herrmann aber nicht mit dem Motorrad angereist. "Das hat heute nicht geklappt, weil ich noch einen Anschlusstermin habe", lieferte er gleich zu Beginn der Pressekonferenz die Begründung.

Auch bei der 16. Veranstaltung, die von der oberfränkischen Polizei, dem bayerischen Innenministerium, der Stadt und der Kulmbacher Brauerei veranstaltet wurde und unter dem Motto "Ankommen statt umkommen" stand, hielt der Minister ein Plädoyer für die weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit für Motorradfahrer. Zu dem entsprechenden Programm, so Hermann, gehöre auch die "gebaute" Sicherheit. "Wir rüsten verstärkt Bundes- und Staatsstraßen mit einem speziellen Unterfahrschutz an den Schutzplanken aus. Damit können wir verhindern, dass Motorradfahrer bei einem Sturz unter die Schutzplanke rutschen und sich dabei verletzen oder gar zu Tode kommen."


Unterfahrschutz für 3,4 Millionen

Seit 2010 seien rund 600 Kurven auf einer Länge von mehr als 80 Kilometern für etwa 3,4 Millionen Euro mit einem Unterfahrschutz ausgestattet worden. An diesen Streckenabschnitten seien seitdem keine Motorradfahrer mehr ums Leben gekommen. Nach Angaben des Ministers sind für die "gebaute" Verkehrssicherheit bis zum Jahr 2020 insgesamt rund 440 Millionen Euro vorgesehen.


Unfälle meist selbst verursacht

Die Zahl der Motorradunfälle in Bayern sei 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 9470 auf 9411 leicht zurückgegangen. 140 Biker seien ums Leben gekommen, leider eine Steigerung um 13 gegenüber 2014. "Wir wollen alles dafür tun, damit sich dieser Trend wieder umkehrt", sagte der Minister und wies darauf hin, dass etwa zwei Drittel der tödlichen Unfälle von den Motorradfahrern selbst verursacht wurden und ein Drittel von Auto- oder Lkw-Fahrern. Deshalb appellierte er sowohl an die Biker, sich insbesondere zum Saisonstart nach der langen Winterpause nicht selbst zu überschätzen, als auch an die übrigen Verkehrsteilnehmer, Rücksicht auf die Motorradfahrer zu nehmen.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Oberfranken, Reinhard Kunkel, brach unter Hinweis auf die sinkende Zahl der Motorradunfälle im Bezirk eine Lanze für die Sternfahrt: "Daran sieht man, dass diese Veranstaltung etwas bringt. Es ist wichtig, dass sie fortgeführt wird. Der neue Polizei-Vizepräsident Udo Skrzypczak wies auch auf die Bedeutung der Verkehrserziehung hin - vom Kindergartenkind bis zur Senioren-Beratung.

Oberbürgermeister Henry Schramm nannte die Sternfahrt ein "tolles Ereignis" und einen Beweis dafür, dass Kulmbach immer eine Reise wert ist - "auch bei diesem Wetter". Ein großes Lob zollte er der Kulmbacher Brauerei als Veranstalter und Gastgeber, die sich wieder viel Mühe gegeben habe, um den Besuchern ein attraktives Programm zu bieten.


"Ein Wirtschaftsfaktor"

Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass die Sternfahrt für den Landkreis und die gesamte Region durchaus auch zu einem Wirtschaftsfaktor geworden ist. Mit einer Motorradkarte leiste der Landkreis seinen Beitrag, damit sich die Biker als wichtiger Bestandteil des Tourismus hier wohlfühlen und die herrlichen Strecken genießen können. "Wir freuen uns auf die Motorradfahrer nicht nur zur Sternfahrt, sondern während des ganzen Jahres."

Gerhard Pfauser, Ministerialrat im Innenministerium, bezeichnete die Sternfahrt als Musterbeispiel für Prävention.

Einen schönen Erfolg konnten auch die "Blue Knights" vermelden, ein Motorradclub, dessen Ehrenmitglied Minister Herrmann ist. Die Mitglieder verkauften auch heuer den Patch zur Sternfahrt, der mittlerweile Kultstatus erlangt hat und immer reißenden Absatz findet. Allein am Samstag haben wir 200 Stück verkauft", freute sich Präsident Jürgen Pohl, der auf die limitierte Auflage von "nur" 500 Stück für jede Sternfahrt hinwies. Insgesamt fanden in den vergangenen elf Jahren 5500 Sternfahrt-Patches einen Träger, wodurch eine bisherige Gesamtspendensumme in Höhe von 16 500 Euro für "MEHRSi" und somit für die Motorradsicherheit zustandegekommen ist.

zum Thema "Motorradsternfahrt Kulmbach"



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