Melkendorf
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Geheimnisse einer gesunden Knolle

Im Melkendorfer Schulgarten werden gemeinsam mit der Traumgarten AG jetzt auch ungewöhnliche Gemüsesorten angebaut.
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BR-Redakteurin Dagmar Besand pflanzt mit den Grundschülern Mia Kamlowski, Linda Langer und Danel Winkler die Topinambur-Knollen ein. Foto: Matthias Hoch
BR-Redakteurin Dagmar Besand pflanzt mit den Grundschülern Mia Kamlowski, Linda Langer und Danel Winkler die Topinambur-Knollen ein. Foto: Matthias Hoch
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Während der osterferien war Pause, aber jetzt wird im Melkendorfer Schulgarten wieder fleißig gewerkelt. Neben Blumen möchten die Kinder auch Gemüse und Salate in ihren Beeten haben. Für empfindliche Sorten ist es draußen zwar noch deutlich zu kalt, aber es gibt auch robuste Pflanzen, denen späte Nachtfröste nichts ausmachen. Zu ihnen gehört die Topinambur - eine Pflanze, der wir im Rahmen unserer Partnerschaft zwischen der Traumgarten AG der Bayerischen Rundschau und der Theodor-Heublein-Schule eine Unterrichtsstunde gewidmet haben.

Ein wenig skeptisch schauen Linda Langer und Danel Winkler auf die Knolle mit den langen Wurzeln und der dunkelgrünen Blattrosette, die ich ihnen aus meinem Garten mitgebracht habe: "Das kann man essen?"

Kann man! Und die Knollen schmecken sogar sehr gut und sind gesund. Doch bevor wir sie im Schulgarten ernten können, müssen wir sie erst einmal einpflanzen. Topinambur-Pflanzen werden leicht zwei Meter hoch, und sind mit ihren vielen kleinen, sonnenblumenartigen Blüten auch etwas fürs Auge. Die Kinder sind begeistert: Sonnenblumen mögen sie, und wenn die auch noch etwas Essbares liefern... umso besser!

Allerdings gehen die "Topis" auch gerne auf Wanderschaft, falls man ihnen keine Grenzen setzt. Wenn die Blüte im Spätsommer abstirbt, bilden unterirdische Ausläufer die den Kartoffeln ähnlichen Knollen, deren Geschmack ein wenig an Artischocken erinnert.

Im Schulgarten werden wir eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern wissen: Meine mitgebrachte Sorte streut nicht übermäßig, und außerdem setzen wir die Knollen in große Mörtelwannen, mit Abflusslöchern gegen Staunässe. Weil die Kübel nicht schön anzuschauen sind, verschwinden sie in einem Erdwall, den wir mit einigen weiteren Topinambur-Pflanzen bestückt haben.

Alle Kinder der Gartenarbeitsgruppe mit ihrer Lehrerin Ellen Domann packen mit an: Jason Wollner, Fabian Frisch und Lucas Fischer übernehmen die Erdarbeiten und pflanzen die Knollen tief ein. Das ist wichtig, damit die großen Pflanzen später guten Halt im Erdreich haben und nicht umfallen.

In der Zwischenzeit gibt es auch für die anderen Kinder reichlich zu tun. Erste unerwünschte Wildkräuter machen sich zwischen den Frühlingsblumen breit. Linda Langer, Sophie Herold und Mia Kamlowski zupfen sie aus. Ein paar aus privaten Gärten geschenkte Blumenstauden brauchen auch noch einen schönen Platz auf den großen Blumenterrassen. Danel Winkler, Jakob Hacker und David Engel heben Löcher aus und setzen die Pflanzen an ihre neuen Standorte.
In den nächsten Wochen ist es an der Zeit fürs Gemüse. Kartoffeln legen und Salate pflanzen steht auf dem Programm. Die Tomaten, Bohnen und Kürbisse, die sich auf den Fensterbänken in den Klassenzimmern schon prächtig entwickelt haben, müssen noch ein wenig warten: Sie dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie.
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