Marktleugast
Konzert

Fanfaren eröffneten den Abend

Der Musikverein Marktleugast zündete in der Sporthalle ein symphonisches Brillant-Feuerwerk. Gleichzeitig feierte die Dirigenten ihr fünfjähriges Jubiläum.
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Musikverein Marktleugast Fotos: Werner Reißaus
Musikverein Marktleugast Fotos: Werner Reißaus
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Was die Besucher des Josefskonzerts am Samstagabend in der Sporthalle erlebten, das war ein Brillant-Feuerwerk der symphonischen Blasorchesterbesetzung des Musikvereins Marktleugast, das permanent "Gänsehaut-Feeling" auslöste.
Dirigent Peter Weiß feierte mit seinem Stellvertreter Benjamin Schuberth zugleich ein kleines Jubiläum, denn seit nunmehr fünf Jahren sind sie die musikalischen Leiter des Musikvereins und haben das Orchester ständig weiter entwickelt und, wie die über 600 Besucher erleben konnten, zu musikalischen Höchstleistungen gebracht. Nur allzu verständlich, dass das exzellente Programm auch einige "Best-of-Stücke" aus den Konzerten der vergangenen fünf Jahre enthielt.
Neue Instrumente wie das Fagott, Baritonsaxofon oder die Oboe sorgten für eine wohltuende Bereicherung eines vollendeten Klangkörpers. Durch das Programm führten mit dem Ehepaar Irina und Sebastian Gick zwei Stützen des Musikvereins, dabei mit viel Charme, Witz und auch dem notwendigen Esprit.
Das Jugendblasorchester unter der Leitung von Theresa Motschmann stellte mit den Stücken "Aztec Celebration", "Mamma Mia" und "The King of Pop" ihr musikalischen Können eindrucksvoll unter Beweis. Erfrischend auch die Moderation von Kristin Osinski und Corvin Groß. Vorsitzender Georg Purucker nutzte noch die Gelegenheit, einige Nachwuchsmusiker auszuzeichnen. Die Leistungsprüfung D1 schafften Tim Höpfner, Maximilian Köhler und Kristin Osinski. Leistungsprüfung D2: Viona Groß, Sarina Groß, Corvin Groß, Mario Seuß, Marco Seuß, Justin Seuß und Jonas Kießling.


Zarathustra zur Eröffnung

Mit monumentalen und beeindruckenden Fanfaren eröffnete das Hauptorchester einen wunderschönen musikalischen Abend. Richard Strauß' "Zarathustra" hätte da nicht besser passen können. Scharf schmetternde Trompeten und dumpf donnernde Pauken leiteten das Stück ein. Besondere Berühmtheit erlangte es durch das Trompetenmotiv am Anfang, das für den Film "2001 - Odyssee im Weltraum" und verschiedene Werbespots verwendet wurde. Auch im zweiten Stück, der Ouvertüre aus der Operette "Leichte Kavallerie", einem der bekanntesten Werke des kroatisch-österreichischen Komponisten Franz von Suppé, blieb der Musikverein in der Weltstadt der Musik, in Wien. Original aus den Streichernoten transponiert, stellte dieses Stück vor allem in seiner Geschwindigkeit und den etwas ungewohnteren Tonarten für die Hölzer und Flügelhörner eine besondere Herausforderung dar. Es folgten Melodien aus dem Abenteuerfilm "Robin Hood - König der Diebe". Immer wieder übernahmen in dem Stück die Hörner eine tragende Rolle, wechselten gefühlvoll vorgetragen Saxofon- und Oboen-Soli mit mächtigen, teils bedrohlich klingenden Bläsersequenzen oder die Holzbläser führten ruhig zurück zur Grundmelodie.


"Zwei Mexikaner in Böhmen"

Dass die Musiker auch Spaß verstehen, das demonstrierten die Trompeten-Solisten Rüdiger Hübschmann, Patrick Lanzendörfer, Matthias und Martin Nietsch mit dem Erfolgsstück "Zwei Mexikaner in Böhmen" aus dem Repertoire der Kapelle Guido Henn. Das Werk erhielt seinen Reiz durch den Gegensatz von Swing-Teilen und böhmischer Blasmusik. Mit einem großen Stimmungs-Potpourri aus dem Singspiel "Im Weißen Rößl" ging es weiter und die eingängigen Melodien wie "Es muss was Wunderbares sein" oder "Was kann der Sigismund dafür" sind heute noch wahre Evergreens. Mit dem Marsch "Starparade" von Alois Aust ging es mit beschwingtem Marschtempo, anspruchsvollen, ruhigeren Pianostellen und ein immer wiederkehrendes Hervortreten einzelner Instrumentenregister in die Pause.
Den Marsch widmete Dirigent Peter Weiß zugleich seiner Mutter, die am Samstag Geburtstag hatte und sich natürlich über die musikalischen Glückwünsche ihres Sohnes freute. Heidi Weiß: "Ein Ständchen zum Geburtstag, was Schöneres kann man sich nicht vorstellen. Ich habe damit nicht gerechnet. Ich war sehr überrascht und ich habe mich auch sehr darüber gefreut."

Die Filmmusik "Das Boot" von Klaus Doldinger faszinierte mit dramatischen Akkorden, denen kontrastreich eine weiche Melodie der Holzblässer und am Ende ein strahlendes Finale folgte. Die knirschenden, angespannt wirkenden Clusterklänge als Einstieg in die bedrohliche Tiefsee, das Wummern der Motoren und Schiffsschrauben oder imitierende Wellenbewegungen sind nur einige Beispiele dafür, wie Filmmusik die Handlungen im Film authentisch werden lässt. Von der Filmmusik ging es dann in eine ganz andere Musikgenre, der Bravourpolka "Goldene Musik" von Jaroslav Skabrada. Jedes Register, also Holz, Tiefblech, Tenorhörner und Flügelhorn/Trompeten wurden dabei mindestens einmal solistisch in Szene gesetzt. Maximilian Mangold begeisterte auf dem Vibraphon mit dem spektakulären Stück "A Tribute to Lionel", das an ihn höchste technische und musikalische Anforderungen stellte. Ennio Morricone, gilt als einer der größten Filmkomponisten unserer Gegenwart und einige seiner legendären Melodien präsentierte Peter Weiß mit seinem Orchester in dem Stück "Moment for Morricone."

"The Typewriter", ist ein sehr originelles Musikstück des amerikanischen Komponisten Leroy Anderson und bei dem "Schreibmaschinenlied" erlebten die Konzertbesucher Schlagzeuger Raimund Schramm einmal von seiner lustigen Seite. Im Schlussfinale zogen die Musiker nochmals alle Register ihres musikalischen Könnens mit der Musik der irischen Legende "Lord of the Dance" und dem berühmten Meisterwerk des deutschen Komponisten Paul Lincke, "Berliner Luft", die heimliche Hymne der deutschen Hauptstadt und einer der wohl bekanntesten Deutschen Märsche. Was dann folgte, war ein "Standing Ovation" der Konzertbesucher, die von der ersten bis zur letzten Minute begeistert waren. Als Zugaben waren unter anderem der "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß und zum Abschluss noch einmal der Marsch "Starparade" zu hören.
Der Kulmbacher Schlagzeuger und Vorsitzende der Stadtkapelle Kulmbach, Ronald Jonak, gehört seit Jahren zum festen "Inventar" des Musikvereins Marktleugast und für den früheren Berufsmusiker - unter anderem bei den "Original Steigerwäldern" - ist die Musik auch ein Stück Lebensqualität: "Ich bin einfach fröhlich, wenn ich auf der Bühne sein darf und solange ich auf die Bühne krabbeln darf, bin ich glücklich und froh." Der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Nordbayerischen Musikbundes, Thomas Kolb, sprach von einem Konzert auf allerhöchstem blasmusikalischen Niveau: "Der Peter Weiß hat mit seinem Orchester hier eine Leistung gebracht, die ganz großartig ist. Es ist in allen Registern eine Stabilität vorhanden, die allerhöchstes Amateur-Niveau bietet."
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