Kulmbach
Musikschule

Ein beeindruckendes Galakonzert

Die Städtische Musikschule Kulmbach feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Galakonzert in der Dr.Stammberger-Halle.
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Das Kulmbacher Kammerorchester unter der Leitung von Thomas Grünke begleitete verschiedene Solisten beim großen Galakonzert mit viel Fingerspitzengefühl. Fotos: Sonny Adam
Das Kulmbacher Kammerorchester unter der Leitung von Thomas Grünke begleitete verschiedene Solisten beim großen Galakonzert mit viel Fingerspitzengefühl. Fotos: Sonny Adam
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Dass das Konzert, das die Städtische Musikschule Kulmbach am Wochenende in der Dr. Stammberger-Halle zu Gehör brachte, etwas Besonderes werden würde, zeigte sich schon am Programm. Unter der Leitung von Harald Streit hatten verschiedene Ensembles bekannte Werke einstudiert, die immer wieder Anklang finden: unvergessene musikalische Kostbarkeiten von Mozart, Vivaldi, Wagenseil, aber auch Modernes und sogar Jazz. Und weil auf der Bühne kein Platz war, obendrein noch eine Ballettdarbietung zu zeigen, flimmerte zur Orchestermusik des Kulmbacher Kammerorchesters ein Tanz über die Leinwände, dargeboten von der Ballettklasse von Evgenij Kalinov.


Mit einigen Ehemaligen

Das Kammerorchester konnte für seinen Auftritt einige Ehemalige verpflichten und verstärkte sich mit hochkarätigen Bläsern. Mit der Ouvertüre der Oper Titus schaffte das Orchester unter der Leitung von Thomas Grünke einen stilvollen musikalischen Rahmen für ein hochkarätiges Programm.

Doch nicht nur das Orchester selbst, sondern auch Solisten präsentierten sich beim Gala-Konzert von ihrer besten Seite. Lena Schaefer, Theresa Popp, Veronika Hahn und Michael Schneider überzeugten bei Antonio Vivaldis Konzert für vier Violinen und Orchester mit großer Virtuosität. Die vier Solisten spielten sich die Melodie zu und überzeugten durch Harmonie.


Eine Höchstleistung

Pianistin Fiona Friedrich präsentierte den neuen - allerdings schon 40 Jahre alten - Steinway-Flügel mit Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr. 8 in C-Dur. Und eine echte Höchstleistung, der das Publikum größten Respekt zollte, legte Lorenz Trottmann an den Tag. Denn er spielte das Konzert für Posaune und Orchester von Georg Christoph Wagenseil nicht - wie vorgesehen - auf der Altposaune, sondern entlockte der Bassposaune höchste Töne.

Doch auch all die anderen Ensembles gaben ihr Bestes. Das Percussion-Ensemble sorgte unter der Leitung von Karsten Friedrich für beste Stimmung in der Halle. Solistin Heidi Bayer brachte Erroll Garners "Misty" für Flügelhorn und Orchester zu Gehör. Auch mit der Jazz Combo begeisterte Heidi Bayer als Leiterin. Bayer hat durch Thomas Schimmel die Liebe zum Jazz entdeckt, hat dann in Mainz und in Miami studiert und ihren Abschluss als Bachelor of Music gemacht. Sie lebt heute als freischaffende Musikerin und Trompetenlehrerin in Köln.
Ein absoluter Höhepunkt der Gala-Konzert war "The Phantom of the Opera".


OB Schramm gratuliert

OB Henry Schramm (CSU) ließ beim "Geburtstagskonzert" die Entstehungsgeschichte der Musikschule Revue passieren. 1966 hatte der Stadtrat beschlossen, eine Singschule zu gründen. Als Startkapital wurden 2000 Deutsche Markt zur Verfügung gestellt, die Leitung übernahm laut OB Hans Klerner. Schon in den ersten Jahren hatte die Städtische Singschule beachtlichen Erfolg: 197 Singschüler wurden unterrichtet. Bereits zwei Jahre später übernahm Horst Degelmann nebenamtlich die Singschule. Instrumentalunterricht wurde erst ab 1969 in der Singschule angeboten. Otmar Föhr unterrichtete Akkordeon, Klavier und Melodica, die Singschule wurde in die Sing- und Musikschule umbenannt.

Stück für Stück erweiterte die Musikschule ihr Repertoire. Ab 1971 gab es die musikalische Früherziehung, dann wurde die Knabenkapelle gegründet. 1974 zog die Musikschule in die Räume des alten Krankenhauses ein. 1978 wurde das Kulmbacher Kammerorchester aus der Taufe gehoben - unter der Leitung von Horst Degelmann. Die Räume im ehemaligen Mädchenlyzeum bezog die Musikschule übrigens erst 1984 . 2003 investierte die Stadt mit Hilfe der Oberfrankenstiftung 590 000 Euro.

Henry Schramm dankte Musikschulrektor Walter Schleicher, der von 1979 bis 2011 die städtische Einrichtung geprägt hat. Seit 2011 führt Harald Streit die Musikschule. "Jeder trägt zur Harmonie und zum Klang bei", zollte der OB den Musikern größten Respekt.



Rund 700 Schüler

Rund 700 Schüler werden unterrichtet. "Musik bringt die Menschen zusammen", sagte Schramm, nach dessen Worten die Musikschule der Stadt jährlich eine halbe Million Euro kostet.
Große Förderer der Musik sind Kulmbachs Ehrenbürger Margit und Hans Albert Ruckdeschel, sowie der Fördererverband, den es seit exakt 20 Jahren gibt.
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