Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Gesundheit

Drei Lamas sollen in Stadtsteinach Burnout-Patienten helfen

Drei neue Mitarbeiter gibt es seit kurzem auf dem Lindenhof Salem in Stadtsteinach. Evita, Esperenza und Felipa - drei Lamas - gewöhnen sich derzeit ein, um ab Sommer dann für therapeutische Zwecke zum Einsatz zu kommen.
Samuel Müller ist fasziniert von den Lamas. "Lamas sind die Delfine der Weide", schwärmt er und erhofft sich gute Erfolge bei den Freizeiten mit ADHS-Kindern Foto: Sonja Adam
 
von SONNY ADAM
Gelassen liegen die drei Lamas auf der grünen Wiese hinter dem Lindenhof Salem. Sie sind neu in Stadtsteinach und können sich in aller Ruhe eingewöhnen und das Terrain erkunden. Erst Mitte Juli werden die ersten Kinder zu den ADHS-Freizeiten eintreffen. Dann sollen Evita, Esperenza und Felipa auch therapeutisch eingesetzt werden. Nicht nur bei Ausflügen mit den Jungen und Mädchen, auch bei der Behandlung von Menschen mit dem Burnout-Syndrom sollen die Salem-Lamas wertvolle Hilfe leisten - Wanderungen und Trekking-Touren eingeschlossen.

"Lamas sind die Delfine der Weide", sagt Salem-Chef Samuel Müller und schwärmt von den majestätischen und stolzen Tiere. Sein Herz haben die drei Damen schon im Sturm erobert. Müller absolviert derzeit eine Ausbildung zum Lamaführer. "Es ist mir wichtig, dass ich auch selbst sicher bin im Umgang mit den Tieren", sagt er.
Doch sind Lamas wirklich so tolle Gefährten - spucken sie nicht? Samuel Müller lacht. "Die Frage kommt immer als erstes." Die Paarhufer würden sich lediglich untereinander anspucken, um die Rangfolge abzustecken. "Es ist eigentlich nie der Fall, dass Lamas Menschen anspucken." Zudem sei der Speichel nicht gefährlich, allenfalls unangenehm.

Dass Lamas gut sind für Kinder, die unter ADHS leiden, davon hat sich Samuel Müller bei Züchtern und Therapeuten selbst überzeugt. "Während der Mensch die Fähigkeit besitzt, manche seiner Wesenzüge und Probleme zu verschleiern, gehen diese Tiere unvoreingenommen und offen auf ihr Gegenüber zu. Lamas helfen, Gefühle wie Angst, Einsamkeit, Stress und Ärger zu überwinden", sagt Müller. Lamas sind ruhig und sehr neugierig, aber sie halten immer einen gewissen Abstand. "Das kommt Kindern mit ADHS entgegen. Lamas haben es gar nicht nötig, zu kuscheln", so der Salem-Chef.

Lamas im Arbeitsmodus

Die Lamas brauchen keine besondere Ausbildung, um von Menschen am Halfter geführt zu werden. "Sie müssen nur an ihre Aufgabe erinnert werden." Müller erzählt, dass Lamas automatisch in den "Arbeitsmodus" schalten, wenn sie das Halfter übergestreift bekommen. Auch erste Erfahrungen mit ADHS-Kindern hat er schon gemacht - mit Lamas der Frankenalb. "Wenn ein Kind ein Lama führt, braucht das Tier absolute Aufmerksamkeit. Wenn ein Kind anfängt, Faxen zu machen, bekommt es sofort Rückmeldung. Das ist gut bei ADHS", sagt Müller. Er ist fasziniert, wie lange die Kleinen sich von den Lamas gefangen nehmen lassen. Die Tiere verlieren auch über Stunden nicht ihren Reiz.

Schon die Fortbewegungsart der Paarhufer strahlt eine gewisse Ruhe aus. Lamas haben nicht nur eine gespaltene Unterlippe, sondern auch Sohlenpolster an den Füßen. Sie sind sehr trittsicher und richten auf der Weide keinen Schaden an. Auf dem Lindenhof Salem kommt ihnen noch eine andere Aufgabe zu. Sie sollen die Wiesenflächen auf natürliche Art abmähen.

Die Lamas in Stadtsteinach sollen übrigens auch einen Packsattel bekommen, damit sie für Touren beladen werden können. Lasten von bis zu 35 Kilo sind kein Problem für die Tiere. Reiten kann man sie allerdings nicht.
Die ADHS-Spezialistin Ulrike Uekötter, die in Kulmbach eine Aka-Leon-Therapie-Praxis für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Schulproblemen und AD(H)S hat, sieht die Sache grundsätzlich positiv. "Es ist richtig, dass Kinder mit ADHS oft ein Problem mit der Nähe-Distanz-Regulation haben. Sie sind sehr impulsiv, platzen ins Gespräch rein, halten keine Grenzen ein. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass Lamas in hier gute Effekte erzielen."

Tiere helfen instinktiv

Ulrike Uekötter wertet die Tatsache, dass Lamas eine gewisse Distanz halten, als äußerst positiv. "Ich persönlich habe noch keine Erfahrungen mit der Lamatherapie, aber man weiß, dass Delfine und Pferde solchen Kindern sehr gut tun können. Tiere handeln nach ihren Instinkten, sie nehmen die Menschen, wie sie sind - auch solche Kinder", so Uekötter.

Persönlich arbeitet sie mit dem Mentaltrainer und mit Ultraschallfrequenz. "Man weiß, dass das Gehirn von ADHS-Kindern sehr hochtourig läuft, durch die Frequenz entsteht eine Entspannung, dann geht auch das Lernen besser", erklärt Uekötter das Phänomen. "Auf jeden Fall lernen die Kinder den Respekt gegenüber dem Tier."

zum Thema "Tierisches"



noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.